Großunternehmen setzen auf spezialisierte KI-Tools

Mehr als die Hälfte der deutschen Großunternehmen setzt auf spezialisierte KI-Tools. Das zeigt eine aktuelle YouGov-Umfrage. Perspektivisch dürfte die Nutzungsrate weiter steigen.
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Spezialisierte KI-Tools liegen im Trend. Doch die Regelungungen zum Einsatz sind vielen nicht klar. (© Imago)

In deutschen Großunternehmen sind spezialisierte KI-Lösungen stark nachgefragt und werden in immer mehr Organisationen implementiert. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des auf Sprachtechnologie spezialisierten Unternehmens DeepL.

Insgesamt geben 57 Prozent der Befragten an, dass ihr Unternehmen bereits spezialisierte KI-Tools im Arbeitsalltag einsetzt. Damit schließen die Adaptionsraten von spezialisierten KI-Tools zu allgemeinen Modellen auf. Letztere werden in knapp zwei Dritteln (64 Prozent) der befragten Unternehmen eingesetzt. Perspektivisch dürfte die Nutzungsrate von spezialisierten KI-Lösungen weiter steigen, denn 39 Prozent der Befragten bestätigen, dass ihr Unternehmen in den kommenden Monaten entsprechende Produkte testen oder anschaffen wird.

KI-Tools: Fachwissen statt Alleskönner

Die Qualität der Ergebnisse gehört zu den entscheidenden Kauffaktoren: Die Hälfte aller befragten Nutzenden spezialisierter KI-Tools nennt dies als Grund für die Anschaffung. Zudem sagen 47 Prozent der Befragten aus privaten Unternehmen und Non-Profit-Organisationen, dass sie ihre Aufgaben schneller und zufriedenstellender erledigen, wenn sie spezialisierte KI-Tools einsetzen können, die auf ihre individuellen Bedürfnisse angepasst sind.

„Nach dem anfänglichen Hype suchen Unternehmen inzwischen vermehrt nach KI-Tools, die konkrete und messbare Ergebnisse erzielen. Viele Unternehmen implementieren daher verstärkt spezialisierte KI-Lösungen“, betont Jarek Kutylowski, Gründer und CEO von DeepL. Das ergebe durchaus Sinn: „Die Ergebnisse von KI-Tools müssen den spezifischen Anforderungen und Standards von Unternehmen gerecht werden. Dies gilt insbesondere in hoch regulierten Branchen oder für Übersetzungen.“ Hier könnten sich Unternehmen keine Ungenauigkeiten oder Fehler leisten.

Sprache als Erfolgsrezept für internationales Wachstum

Der Nummer eins Anwendungsfall für die KI-Nutzung in Großunternehmen ist die Unterstützung bei der Erstellung von Inhalten (49 Prozent). Dazu zählen beispielsweise Zusammenfassungen, Schreibunterstützung oder Übersetzungen.

Dies ist nicht überraschend, da die Kommunikation einen immer höheren Anteil am internationalen Erfolg von Großunternehmen hat: 

  • Über ein Viertel der Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger nennt die Kommunikation mit Kunden, Partnern oder Lieferanten als entscheidenden Erfolgsfaktor beim internationalen Wachstum. Damit liegt Kommunikation auf Rang drei nach dem Einhalten von Regulierungen (34 Prozent) und dem Lieferkettenmanagement (31 Prozent). 
  • Konkret betont jeder fünfte Befragte, das internationale Wachstumspotenzial aufgrund von Sprachbarrieren nicht voll ausschöpfen zu können.
  • Insbesondere auf Verhandlungen und Deals wirken sich Sprachbarrieren der Umfrage zufolge negativ aus (jeder dritte Befragte bestätigt dies).
  • Zudem sagen knapp drei von zehn Befragten (29 Prozent), dass Fehlkommunikation oder Missverständnisse (sowohl intern als auch extern) in ihren Unternehmen bereits zu Verzögerungen oder finanziellen Verlusten geführt haben.

Der Umfrage zufolge liegen KI-Übersetzungstools – als ein Beispiel spezialisierter KI-Lösungen – hoch im Kurs. Mehr als drei Viertel der Befragten sagen aus, sie würden diese Tools nutzen. Sie werden vorwiegend zur Übersetzung interner Kommunikation (47 Prozent, etwa zur Übersetzung interner Nachrichten, Gebrauchsanweisungen, Abstimmung mit Teams an verschiedenen Standorten), von Inhalten für den Kundenaustausch (41 Prozent, etwa Websites oder Marketingmaterialien) oder der Kommunikation mit Behörden oder anderen Dritten (42 Prozent) verwendet. Über ein Drittel der Befragten (35 Prozent) gibt an, dass KI-Übersetzungstools den größten Einfluss auf die operative Effizienz haben – gefolgt von der internen Kommunikation (34 Prozent) und der externen Kommunikation (30 Prozent).

Zur Umfrage

Die Umfrage wurde im März 2025 von YouGov im Auftrag von DeepL durchgeführt. YouGov befragte im Rahmen einer Onlineumfrage 525 Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Unternehmen, dem öffentlichen Dienst und Non-Profit-Organisationen mit über 1000 Mitarbeitenden. Befragt wurden Mitglieder des leitenden Managements, Geschäftsführer, geschäftsführende Direktoren oder Aufsichtsratsmitglieder sowie Geschäftsinhaber, Teilhaber und Vorstandsvorsitzende.

Laura Schenk (ls, Jahrgang 2002) ist seit August 2023 Werkstudentin bei der absatzwirtschaft. Die Masterstudentin hat immer Lust, sich neuen Themenbereichen zu widmen - ob New Work, KI oder Nerdkultur. Eine besondere Vorliebe hat sie für kubistische Malerei und das Schreiben in all seinen Formen. Ihrer Heimatstadt Leipzig hat sie sogar schon einen Kurzgeschichtenband gewidmet.