Ein Wintermorgen am Berliner Hauptbahnhof. Auf einem digitalen Screen schaltet eine Marke, deren lokaler Store nur wenige Hundert Meter entfernt ist, einen Spot für Winterjacken – genau in dem Moment, in dem die Temperatur auf 2 Grad fällt. Kein Zufall, sondern Programmatic Digital Out of Home in Echtzeit.
Wetter-Trigger, wie in diesem Beispiel, sind längst gängige Praxis in Programmatic DOOH. Doch das Medium steht in seiner Entwicklung nicht still: Mittlerweile macht DOOH 44 Prozent des OOH-Marktes aus, Tendenz steigend. Kantar listet DOOH erneut als beliebtesten Kanal unter Marketingverantwortlichen. Der Grund: Kein anderes Medium verbindet die hohe Reichweite im öffentlichen Raum so effizient mit der Flexibilität digitaler Kanäle und bietet gleichzeitig eine intelligente Bühne für kreativen Content.
Drei Trends zeigen, welche Rolle in der Mediaplanung Programmatic DOOH 2026 zukommt:
1. KI & Creative Tech: Dynamischer, schneller, relevanter
Statt einzelner Varianten setzen Marken dank eines Zusammenspiels aus Creative Tech und KI auf dynamische Profil-Setups: Motive passen sich in Sekundenbruchteilen an Wetter, Standort, Tageszeit oder Zielgruppensituation an. Dynamic Creative Optimization liefert diese Präzision und steigert die Effizienz.
Auch in Sachen Gestaltung tut sich viel: Interaktive Formate und 3D-Motive sind keine Spielerei mehr. Studien zeigen messbare Uplifts, speziell dann, wenn die Kreation optimiert und mit passendem Targeting verknüpft wird. Audi erzielte etwa mit 3D-Motiven für den Q6 e-tron eine um 40 Prozent höhere Bekanntheit.
KI-basierte Tools beschleunigen künftig nicht nur die kreative Content-Produktion, sondern ermöglichen eine deutlich kostengünstigere und einfachere Kampagnen-Umsetzung.
2. Retail Media & Location Intelligence: die neue Präzision im physischen Raum
Mithilfe von DOOH-Screens in urbanen Zentren, an Mobilitätspunkten und an hochfrequentierten Orten im Nahversorgungsbereich erreichen Marken Konsument*innen exakt in dem Moment, in dem sie über einen Kauf nachdenken. Durch Location Intelligence lassen sich Kampagnen auf Basis von Standortlogiken und typischen Bewegungsströmen präzise an Zielgruppen-Situationen ausspielen.
Das französische Modelabel Maison 123 bewarb seine Kampagne zur neuen Frühjahrskollektion etwa nur im direkten Umkreis der Stores – an unter Modebewussten beliebten Orten, etwa in Einkaufszentren oder bestimmten U-Bahn-Stationen. Dieses Beispiel zeigt: Programmatic DOOH erweitert Retail Media nicht nur um Reichweite, sondern liefert konkreten Einfluss auf die Customer Journey, also dort, wo Conversion-Nähe besonders wertvoll ist. Das macht Programmatic DOOH zum hochwirksamen Touchpoint entlang der Customer Journey.
3. Omnichannel-Verstärker: DOOH schließt die Lücke zwischen TV, Web & Social
Besonders bei Social Media zeigen crossmediale Kampagnen ihre Effizienz: DOOH erweitert digitale Touchpoints zum physischen Erlebnis. Werden spektakuläre oder emotionale DOOH-Umsetzungen fotografiert, geteilt, geliked – wird aus Paid DOOH sogar Earned Social. Die Verzahnung verstärkt Reichweite und Wirkung und sorgt dafür, dass Kampagnen sichtbarer und relevanter werden.
Programmatic DOOH verknüpft Kreation, Kontext und Datensteuerung. Kampagnen reagieren auf reale Situationen, statt statisch ausgespielt zu werden. Das verändert nicht nur die Aussteuerung, sondern auch die Rolle von DOOH im Mediamix: 2026 wird das Jahr, in dem DOOH seine Rolle als kreatives und effizientes Medium im kanalübergreifenden Wettbewerb ausbaut.






