Das sind die Digital-Out-of-Home-Trends für 2026

Vom Reichweitenriesen zum Performance-Hebel: Programmatic DOOH reagiert längst in Echtzeit auf Wetter, Standort und Situation. Warum KI, Location Intelligence und Omnichannel-Logik das Medium bis 2026 grundlegend verändern.
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Björn Wendler ist Director Digital & Programmatic bei WallDecaux. (© WallDecaux, Montage: Wolfram Esser)

Ein Wintermorgen am Berliner Hauptbahnhof. Auf einem digitalen Screen schaltet eine Marke, deren lokaler Store nur wenige Hundert Meter entfernt ist, einen Spot für Winterjacken – genau in dem Moment, in dem die Temperatur auf 2 Grad fällt. Kein Zufall, sondern Programmatic Digital Out of Home in Echtzeit. 

Wetter-Trigger, wie in diesem Beispiel, sind längst gängige Praxis in Programmatic DOOH. Doch das Medium steht in seiner Entwicklung nicht still: Mittlerweile macht DOOH 44 Prozent des OOH-Marktes aus, Tendenz steigend. Kantar listet DOOH erneut als beliebtesten Kanal unter Marketingverantwortlichen. Der Grund: Kein anderes Medium verbindet die hohe Reichweite im öffentlichen Raum so effizient mit der Flexibilität digitaler Kanäle und bietet gleichzeitig eine intelligente Bühne für kreativen Content. 
 
Drei Trends zeigen, welche Rolle in der Mediaplanung Programmatic DOOH 2026 zukommt: 

1. KI & Creative Tech: Dynamischer, schneller, relevanter 

Statt einzelner Varianten setzen Marken dank eines Zusammenspiels aus Creative Tech und KI auf dynamische Profil-Setups: Motive passen sich in Sekundenbruchteilen an Wetter, Standort, Tageszeit oder Zielgruppensituation an. Dynamic Creative Optimization liefert diese Präzision und steigert die Effizienz. 

Auch in Sachen Gestaltung tut sich viel: Interaktive Formate und 3D-Motive sind keine Spielerei mehr. Studien zeigen messbare Uplifts, speziell dann, wenn die Kreation optimiert und mit passendem Targeting verknüpft wird. Audi erzielte etwa mit 3D-Motiven für den Q6 e-tron eine um 40 Prozent höhere Bekanntheit. 

KI-basierte Tools beschleunigen künftig nicht nur die kreative Content-Produktion, sondern ermöglichen eine deutlich kostengünstigere und einfachere Kampagnen-Umsetzung. 

2. Retail Media & Location Intelligence: die neue Präzision im physischen Raum 

Mithilfe von DOOH-Screens in urbanen Zentren, an Mobilitätspunkten und an hochfrequentierten Orten im Nahversorgungsbereich erreichen Marken Konsument*innen exakt in dem Moment, in dem sie über einen Kauf nachdenken. Durch Location Intelligence lassen sich Kampagnen auf Basis von Standortlogiken und typischen Bewegungsströmen präzise an Zielgruppen-Situationen ausspielen.  

Das französische Modelabel Maison 123 bewarb seine Kampagne zur neuen Frühjahrskollektion etwa nur im direkten Umkreis der Stores – an unter Modebewussten beliebten Orten, etwa in Einkaufszentren oder bestimmten U-Bahn-Stationen. Dieses Beispiel zeigt: Programmatic DOOH erweitert Retail Media nicht nur um Reichweite, sondern liefert konkreten Einfluss auf die Customer Journey, also dort, wo Conversion-Nähe besonders wertvoll ist. Das macht Programmatic DOOH zum hochwirksamen Touchpoint entlang der Customer Journey. 

3. Omnichannel-Verstärker: DOOH schließt die Lücke zwischen TV, Web & Social 

Monomediale TV-Kampagnen funktionieren immer weniger. Besonders bei jungen Zielgruppen sinkt die Reichweite. DOOH schlägt hier die Brücke und schafft gleichzeitig die programmatische Anbindung an Display-, Audio- und CTV-Medien: ein multimediales System, in dem alle Kanäle auf dieselben Datenmodelle zurückgreifen. DOOH wird dadurch dynamisch steuerbar und präzise messbar.  

Besonders bei Social Media zeigen crossmediale Kampagnen ihre Effizienz: DOOH erweitert digitale Touchpoints zum physischen Erlebnis. Werden spektakuläre oder emotionale DOOH-Umsetzungen fotografiert, geteilt, geliked – wird aus Paid DOOH sogar Earned Social. Die Verzahnung verstärkt Reichweite und Wirkung und sorgt dafür, dass Kampagnen sichtbarer und relevanter werden. 

Programmatic DOOH verknüpft Kreation, Kontext und Datensteuerung. Kampagnen reagieren auf reale Situationen, statt statisch ausgespielt zu werden. Das verändert nicht nur die Aussteuerung, sondern auch die Rolle von DOOH im Mediamix: 2026 wird das Jahr, in dem DOOH seine Rolle als kreatives und effizientes Medium im kanalübergreifenden Wettbewerb ausbaut.