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Top-Studie: Deutsche geben mehr für Urlaub aus als fürs Auto

Ab in die Sonne – die Deutschen machen pro Kopf rund 1020 Euro für ihren Urlaub locker

Marktforschung und Wirtschaft veröffentlichen täglich neue Studien, die für Unternehmen und Marketer wichtig sein können. absatzwirtschaft liefert eine Zusammenschau der wichtigsten Ergebnisse der vergangenen Woche.

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Top 1: Pro Kopf geben Deutsche 1.020 Euro für Urlaubsreisen aus

Knapp fünf Prozent der Kaufkraft der Deutschen fließen in Urlaubsreisen. Mit rechnerisch 1.020 Euro pro Kopf übertreffen die potenziellen Ausgaben für Urlaubsreisen sogar die Kaufkraft für Automobilkäufe. Kreuzfahrten sind dabei vor allem im Norden beliebt, Sport- und Wellnessreisen im Süden. Dies sind Ergebnisse der ersten Studie zur regionalen Kaufkraft für Urlaubsreisen, die GfK zur ITB Touristikmesse in Berlin veröffentlicht.

Im bundesweiten Durchschnitt haben die Deutschen im Jahr 2017 für Urlaubsreisen rund 1.020 Euro pro Kopf zur Verfügung. Das macht knapp fünf Prozent der allgemeinen Kaufkraft – dem verfügbaren Nettoeinkommen – von 22.239 Euro im Jahr 2017 aus. Damit schlagen durchschnittliche Ausgaben für Urlaubsreisen pro Jahr deutlich mehr zu Buche als etwa Autokäufe (835 Euro pro Kopf im Jahr 2016).

Von den fünf einzeln untersuchten Reisetypen verbuchen die Badereisen ans Mittelmeer mit rechnerisch 161 Euro das höchste pro-Kopf-Potenzial, gefolgt von Hochseekreuzfahrten (60 Euro), Städtereisen (57 Euro), Badereisen zu Fernzielen (40 Euro) und Sport-, Wellness- und Aktivreisen (34 Euro). Die restliche Reisekaufkraft fließt in Urlaubstypen wie Rundreisen, Campingurlaube, Bauernhof-Ferien oder Ferienhausurlaube.


Die pro-Kopf-Kaufkraft misst das durchschnittliche, verfügbare Ausgabe-potenzial am Wohnort der Konsumenten und bezieht sich auf alle Einwohner einer Region. Dementsprechend gering fällt der rechnerische pro-Kopf Durchschnittsbetrag bei den einzelnen Reisetypen im Vergleich zum Gesamtreisepreis – etwa einer Kreuzfahrt – aus. Eine Ausweisung pro-Kopf erlaubt jedoch den direkten Vergleich zwischen den Kaufkraftpotenzialen je Reisetyp und je Region.

Die Studie zeigt bis zur Ebene von Gemeinden und Postleitzahlen, dass das Potenzial verschiedener Reisetypen sehr ungleich in Deutschland verteilt ist. Selbst auf der Ebene der 402 deutschen Kreise zeigen sich dabei laut Dörte Nordbeck, Head of Travel & Logistics bei GfK in Deutschland, viele Überraschungen: „Die neue Studie zeigt klare Unterschiede des Potenzials je nach räumlicher Struktur, die selbst uns beeindruckt haben. Das Potenzial in Städten ist bei den meisten Reisetypen völlig anders als das in eher ländlichen Regionen. Auch die Unterschiede zwischen Süd- und Norddeutschland, aber auch ost- und westdeutschen Regionen zeigen, dass Reiseanbieter viel Potenzial haben, wenn sie ihr Marketing und ihren Vertrieb räumlich gezielter ausrichten.“

Das Gesamtpotenzial für Urlaubsreisen ist räumlich relativ gleichmäßig verteilt, wenn man die Werte je Einwohner betrachtet. Deutlich stechen allerdings die Städte hervor: Im Ranking der pro-Kopf-Kaufkraft für Urlaubsreisen sind die Top 30 Kreise ausschließlich Stadtkreise.

Die Studie zeigt, dass das regionale Potenzial für Urlaubsreisen zwar mit der Bevölkerungsstruktur und der allgemeinen Kaufkraft zusammenhängt, aber nicht linear. Die Berliner sind etwa zwar bei der allgemeinen Kaufkraft unterdurchschnittlich, liegen jedoch beim Reisepotenzial rund 20 Prozent über dem Bundesdurchschnitt, nämlich auf Rang zwei hinter den Regensburgern und vor den wesentlich einkommenskräftigeren Münchnern. Sowohl Regensburg als auch Berlin haben eine junge Einwohnerstruktur mit vielen Einpersonenhaushalten.

Deutlich unterdurchschnittlich bei der Reisekaufkraft ist etwa der Landkreis Cloppenburg, der zugleich einer der Landkreise mit dem höchsten Anteil von Familien mit Kindern ist. Hier zeigt sich ein klarer Zusammenhang zwischen hoher Haushaltsgröße und geringerer Kaufkraft für Urlaubsreisen.

Der Hotspot für Badereisen ans Mittelmeer liegt laut GfK-Studie in Düsseldorf. Die Menschen geben dort 28 Prozent mehr als der Bundesdurchschnitt für diesen Reisetyp aus.

Die Studie belegt die Wahrnehmung vieler Reiseveranstalter: Die Rheinländer sind die größten Badenixen der Nation. In den Top 30 Kreisen nach pro-Kopf-Kaufkraft für Badereisen ans Mittelmeer finden sich 21 Kreise aus Nordrhein-Westfalen. Doch auch die Menschen in Braunschweig, Bremerhaven, Kiel, Hamburg, Berlin oder Leipzig buchen ihre Heimatstädte bis in die Top 30. Mittlere Einkommensgruppen und Familien mit Kindern bevorzugen diesen Urlaubstyp, weil er eine gute Mischung aus Bewährtem, Abwechslung und Erschwinglichkeit bietet. Die Regionen, in denen der Anteil dieser Verbrauchergruppen hoch ist, haben demnach insgesamt ein hohes Potenzial für Badereisen ans Mittelmeer.

Neben der Familien- und Einkommenssituation spielt auch die Altersstruktur einer Region eine wichtige Rolle, welche Reisetypen an welchem Ort ein hohes Potenzial haben. Beim Thema Hochseekreuzfahrt ist das Potenzial im Norden und Osten Deutschlands deutlich überdurchschnittlich – auch in insgesamt einkommensschwachen Gebieten. Gerade in diesen Regionen ist aber auch der Anteil der älteren Bevölkerung, die generell kreuzfahrtaffiner ist, höher. Die Bevölkerungsgruppen, die zugleich zu den einkommensstarken gehören, heben dort somit das Potenzial für Hochseekreuzfahrten deutlich über den Bundesdurchschnitt an. Die Kaufkraft für Hochseekreuzfahrten liegt etwa in Berlin 46 Prozent über dem Bundesdurchschnitt, im reichen München hingegen nur fünf Prozent. Im ebenfalls wohlhabenden Baden-Baden liegt die Kaufkraft für Kreuzfahrten sogar zehn Prozent unter dem deutschen Durchschnitt.

Top 2: Bringen Soziale Medien eine neue „Digital Divide“?

Gebildete lesen Bücher, Bildungsfernere starren ständig auf ihr Handy und surfen geistesabwesend im Web 2.0 herum? Wer so denkt, irrt sich gewaltig. Denn in Deutschland gilt: Je höher die Schulbildung, umso mehr werden Soziale Medien genutzt. Das zeigt der online-repräsentative „Social-Media-Atlas 2016/2017“ der Hamburger Kommunikationsberatung Faktenkontor und des Marktforschers Toluna.

Im Mittel nutzen 76 Prozent aller Deutschen mit Internet-Zugang Soziale Medien. Überdurchschnittlich beliebt sind Youtube, Facebook, Twitter & Co dabei unter Abiturienten: 83 Prozent derjenigen, die eine allgemeine oder Fachhochschulreife als höchsten Abschluss in der Tasche haben, nutzen Social Media.

Unter Realschulabsolventen sind hingegen mit 73 Prozent weniger als drei von vieren im Social Web unterwegs. Bei Hauptschulabsolventen sind es noch weniger: Lediglich 70 Prozent nutzen Social Media. Sie liegen also sechs Prozentpunkte unter dem Bundesdurchschnitt und sogar 13 Prozentpunkte hinter den Internet-Nutzern mit Hochschulreife.

Dieser Trend zeigt sich nicht nur bei der Betrachtung des Web 2.0 insgesamt, sondern bei jedem einzelnen im Rahmen der Studie untersuchten Dienste. So nutzen zum Beispiel Abiturienten zu 77 Prozent Youtube und zu 72 Prozent Facebook. Unter Realschulabsolventen sind es 65 und 64 Prozent, unter Internet-Nutzern mit Hauptschul-Abschluss nur 59 und 58 Prozent. Auch bei geringer verbreiteten Sozialen Medien ist die Situation vergleichbar. So wird der Videodienst Vimeo von zehn Prozent der Hochschulreifen genutzt, aber nur von sechs Prozent der Onliner mit mittlerer Reife und sogar nur von zwei Prozent der Hauptschulabsolventen. Beim Börsen-Frischling Snapchat liegen die respektiven Quoten bei 21, 13 und sechs Prozent.

Der Social-Media-Atlas erfasst seit 2011 jährlich auf Basis einer repräsentativen Umfrage die Nutzung Sozialer Medien in Deutschland und dient Unternehmen als unverzichtbare Grundlage zur strategischen Planung ihrer Social-Media-Aktivitäten. Die Studie liefert unter anderem belastbare Fakten darüber, welche Dienste im Web 2.0 von wem wie intensiv genutzt werden, welche Themen auf welchen Kanälen diskutiert werden und in wie weit Soziale Medien Kaufentscheidungen beeinflussen. Der Social-Media-Atlas wird von der Beratungsgesellschaft Faktenkontor und dem Marktforscher Toluna in Kooperation mit dem IMWF – Institut für Management- und Wirtschaftsforschung herausgegeben.

Für den aktuellen „Social-Media-Atlas 2016/2017“ (Hamburg, Januar2017) wurden 3.500 nach Alter, Geschlecht und Bundesland online-repräsentative Internetnutzer ab 14 Jahren in Form eines Online-Panels zu ihrer Social-Media-Nutzung befragt.

Erhebungszeitraum war das vierte Quartal 2016. Die Ergebnisse sind auf ganze Zahlen gerundet. Die komplette Studie mit allen Ergebnissen kann hier gegen eine Schutzgebühr von 360,- Euro zzgl. MwSt. bestellt werden.

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