Suche

Anzeige

Interne Dokumente belegen erstmals, wie Amazon mit Prime Video massiv neue Kunden gewinnt

Amazon-CEO Jeff Bezos: Prime Video als Neukunden-Maschine

Der Nachrichtenagentur Reuters liegen interne Dokumente von Amazon vor, die erstmals einen Einblick in die Kosten-Kalkulation hinter Amazons Streaming-Dienst Prime Video erlauben. Demnach nutzt Amazon das Prime Video-Angebot vor allem, um Neukunden für eine Prime-Mitgliedschaft zu gewinnen. Amazon hat eine interessante neue Mess-Methode für den Erfolg von Serien entwickelt.

Anzeige

Die Mess-Methode nennt sich laut Reuters First Streams. Dabei wird gemessen, welche Serien (oder andere Prime Video-Inhalte) Neukunden bei Prime zuerst streamen, sobald sie eine Mitgliedschaft abgeschlossen haben. Dahinter steckt die Annahme, dass genau dieser Inhalt der Grund für die Prime Mitgliedschaft war. Dann legt Amazon die Produktionskosten der Serie auf die Anzahl der First Streams um und errechnet somit einen Wert, der angibt, wie teuer es war, ein neues Prime-Mitglied mit dieser Serie zu gewinnen. Je niedriger dieser First-Streams-Wert ist, desto besser.

Besonders gut abgeschnitten hat nach dieser Mess-Methode die Auto-Reihe „The Grand Tour“ mit dem Team der früheren BBC-Reihe „Top Gear“. Die Show hatte laut den Reuters zugespielten Unterlagen über 1,5 Mio. First Streams weltweit. Rechnet man die Produktionskosten dagegen, so hat Amazon jeder dieser Neukunden 49 US-Dollar gekostet.

Fünf Millionen neue Prime Kunden

Am anderen Ende der Erfolgsskala liegt die Serie “Good Girls Revolt” über Geschlechterdiskriminierung in einem Newsroom. Die Serie bekam zwar gute Kritiken und mit 1,6 Mio. Zuschauern in den USA auch eine respektable „Quote“; allerdings nur 52.000 First Streams. Bei Produktionsosten von 81 Mio. Dollar bedeutet dies Akquisitionskosten pro Prime-Neumitglied von 1.560 Dollar. Folgerichtig hat Amazon die Reihe nach der ersten Staffel eingestellt.

Von Ende 2014 bis Anfang 2017 (dieser Zeitraum wird durch die Reuters vorliegenden Dokumente abgedeckt) soll Amazon mit Hilfe von Prime Video so fünf Millionen neue Prime Kunden gewonnen haben. Das ist ein Viertel aller Prime-Neuzugänge in diesem Zeitraum. Neben den Video-Inhalten erhalten Prime-Kunden bei Amazon auch einen Musik-Streaming-Dienst, es gibt schnellere Lieferung und bei zahlreichen Artikeln müssen keine Versandkosten gezahlt werden. Laut Amazon kaufen Prime-Kunden öfters und mehr bei Amazon ein als Nicht-Prime-Kunden. “Wenn wir einen Golden Globe gewinnen, hilft uns das mehr Schuhe zu verkaufen“, so simpel erklärte Amazon-Chef Jeff Bezos das Prinzip von Prime Video 2016 auf einer Tech-Konferenz in Los Angeles.

Aus den Dokumenten geht außerdem hervor, dass allein in den USA 26 Mio. Menschen Prime-Video nutzen. Analysten schätzen, dass weltweit 75 Mio. Menschen eine Prime-Mitgliedschaft abgeschlossen haben, darunter die Hälfte aller Haushalte in den USA.

Digital

Bezahl-Apps: Tinder verdrängt Netflix von der Spitze

Wie steht es im Rennen um die meisten App-Downloads? In welchem Store geben Verbraucher das meiste Geld aus? Und welche App-Kategorien waren im ersten Quartal 2019 am beliebtesten? Der kalifornische Mobile-Analytics-Dienst App Annie liefert aktuelle Zahlen zur Mobile Economy. mehr…

Anzeige

Absatzwirtschaft Newsletter

absatzwirtschaft Newsletter schon abonniert?

Newsticker

Marken-Award 2019 – Die Finalisten: Ausflug in die City mit Toom

Bis zur Verleihung des Marken-Award am 21. Mai in Düsseldorf stellen wir in…

Studien der Woche: Fahrdienst Uber vor allem bei Jüngeren gefragt

Marktforschung und Wirtschaft veröffentlichen täglich neue Studien, die für Unternehmen und Marketer wichtig…

Influencer Marketing: Das Briefing als Schlüssel zum Erfolg

Bei Marketingstrategen in Deutschland stehen Influencer als Vermittler von Markenbotschaften hoch im Kurs.…

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige