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Ziemlich beste Feinde: Ein neues Buch über Snaps Aufstieg zeigt, wie Facebook Snapchat zum Durchbruch verhalf

Ewiges Duell: Mark Zuckerberg und Evan Spiegel (re.)

Die Fehde ist legendär: Es gibt wohl kaum zwei CEOs im Silicon Valley, die ihre Abneigung weniger unverhüllt zum Ausdruck bringen als Snap-Chef Evan Spiegel und Facebook-CEO Mark Zuckerberg. Ursprung der ziemlich besten Feindschaft war Zuckerbergs Versuch, den aufstrebenden Rivalen zu übernehmen. Das Vorhaben scheiterte tatsächlich doppelt, wie ein neues Buch von TechCrunch-Autor Billy Gallagher nun enthüllt.

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Die ziemlich beste Feindschaft des Silicon Valley begann mit einer vergifteten Freundschaftsanfrage. „Hey Evan, ich bin ein großer Fan davon, was Du mit Snapchat anstellst“, geschrieben von keinem Geringeren als Mark Zuckerberg an den Gründer des boomenden Foto-Messaging-Dienstes, Evan Spiegel.  Es klang nach einem Ritterschlag, doch natürlich ging es Zuckerberg nicht um den Austausch von reinen Höflichkeiten.

Facebook wollte Snapchat kaufen – und blitzte doch ab. Drei Milliarden Dollar waren Spiegel nicht genug. Das war Ende 2012. Wenige Wochen später launchte Facebook dann tatsächlich seinen Konter, eine App namens Poke – Zuckerberg wünschte Spiegel noch einmal persönlich „viel Spaß“. Den hatte der Snapchat-Gründer dann tatsächlich, denn Poke floppte schwer.

Zuckerberg-Attacke mit Poke verhalf Snapchat zum Durchbruch

Wie ein neues Buch des TechCrunch-Autoren Billy Gallagher namens „How to Turn Down a Billion Dollars: The Snapchat Story“, das vergangene Woche erschien, nun nahelegt, war der Angriff von Facebook-CEO Mark Zuckerberg tatsächlich der eigentliche Durchbruchsmoment für die damals noch relativ unbekannte Messenger-App.

Snapchat sorgte seinerzeit außerhalb des Silicon Valley wenn überhaupt als „Sexting“-App für Schlagzeilen, die das zeitlich begrenzte Verschicken von Selfies ermöglichte, die nach 24 Stunden automatisch wieder gelöscht wurden – das Internet-Leben hatte endlich ein Verfallsdatum bekommen.

„Selbst löschende Fotos müssen das nächste große Ding sein“

„Obwohl Nutzer bereits über eine Milliarde Bilder über den Dienst verschickten, hatte Snapchat Probleme, ernst genommen zu werden. Viele Nutzer, vor allem die über 25-Jährigen, betrachteten Snapchat als Sexting-Tool oder als Spielzeug“, resümiert Gallagher.

Das änderte sich nach dem Launch von Poke, das einerseits floppte, Snapchat dann aber tatsächlich jede Menge Aufmerksamkeit bescherte.  „Eine Internet-Revolution ereignete sich, aber jeder sprach noch über Sexting. Indem ein dominantes, respektiertes Social Network einen unbekannten Photo-Sharing-Dienst ernst nahm, veränderte Poke die Wahrnehmung, so dass Snapchat enorm profitierte“, erklärt der TechCrunch-Autor.

„Die Logik änderte sich von: ‚Die Fotos verschwinden – Snapchat ist eine Sexting-App‘  zu ‚Facebook macht eine App mit selbstlöschenden Fotos – selbstlöschende Fotos müssen das nächste große Ding sein‘.“

Snap mit Börsencomeback, Facebook nahe Allzeithoch

Der Rest ist Geschichte. Tatsächlich hob das Nutzerwachstum in der Folge regelrecht ab – Snapchat entwickelte sich in der Folge neben WhatsApp und Instagram zur beliebtesten Messenger-App. Vor allem Evan Spiegel und Mark Zuckerberg tragen ihre Fehde unterdessen weiter durch abschätzige Bemerkungen und mehr oder minder offenkundige Produktkopien aus – Milliardäre sind die beiden sendungsbewussten Gründer indes heute beide.

Nach einem Jahr des Gruselns hat zuletzt auch Snapchat-Mutter Snap an der Wall Street zurück in die Spur gefunden und nach Vorlage der jüngsten Quartalsbilanz schließlich spektakuläre 48 Prozent an nur einem Handelstag zugelegt. Knapp ein Jahr nach dem IPO notiert Snap bei 20 Dollar inzwischen wieder deutlich über dem Ausgabekurs und wird mit fast 25 Milliarden Dollar bewertet.

Facebook bringt es trotz der zuletzt immer schärferen Kritik am Social Network auf einen Börsenwert von über 500 Milliarden Dollar und wechselt sich mit Chinas Internet-Riesen Tencent im Börsenranking aktuell fast täglich auf dem Platz des fünftwertvollsten Konzerns der Welt ab.

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