Werbeanzeige

YouTube TV: Kampfansage ans Kabelfernsehen – oder nur ein weiteres Streaming-Angebot?

Mit einer Mixtur aus Streaming-Portal und Kabelfernsehen will YouTube TV in ein paar Monaten den amerikanischen Markt aufmischen. Die Erfolgschancen scheinen vielversprechend, der Preis geradezu unschlagbar. Könnte Googles Vorstoß ins TV-Business auch die deutsche Fernsehlandschaft umkrempeln?

Werbeanzeige

Von

Der Anspruch ist, das lineare Fernsehen neu zu erfinden. Der Name des vermeintlichen Kabelfernsehen-Killers: YouTube TV. Das Versprechen: Den Zuschauern zeigen „was sie wollen, wann sie wollen, wie sie wollen – ohne Verpflichtungen“. Die Aussichten: erschreckend gut. Für 35 Dollar im Monat (33 Euro) will YouTube TV in einigen Monaten fast alle traditionellen US-Sender (mehr als 40 Kanäle, u.a. FX, Syfy und Fox News) anbieten. Das Angebot soll jederzeit kündbar sein, das Programm lasse sich bis zu neun Monate kostenfrei in der Cloud aufzeichnen und speichern sowie über sechs verschiedene Accounts auf sämtlichen Geräten abspielen. Auch Live-Sportsendungen soll es geben. Pay-TV-Sender, wie Showtime, seien für einen Aufpreis ebenfalls zu haben.

Kurz: Google macht eine Kampfansage an das Kabelfernsehen

Wer in den USA Kabelfernsehen beziehen will, legt mit rund 70 Dollar im Monat vergleichsweise viel Geld hin – und das für hunderte von Sendern, von denen wahrscheinlich nur ein Bruchteil wirklich gesehen wird. „Es steht außer Frage, dass sich Millennials für großartige Inhalte begeistern, aber sie wollen sie nicht mehr im gewohnten Umfeld konsumieren“, sagt YouTube-Chefin Susan Wojcicki gegenüber der Süddeutschen Zeitung. „Sie sitzen nicht mehr mit der ganzen Familie im Wohnzimmer und warten darauf, dass ihre Lieblingssendung beginnt.“

Die TV-Offensive von Google

Gemeint sind die sogenannten „Cord Cutter“, die ihren Kabelanschluss kündigen und mittlerweile lieber auf (günstigere) VoD-Angebote wie Netflix und Amazon Prime Video zurückgreifen. Zumal außergewöhnliche Fernsehmomente wie die Oscar-Verleihung  samt dem öffentlichwirksamen Fauxpas rund um die Sieger-Panne in den meisten Fällen bereits wenige Minuten später im Netz, etwa bei YouTube, zu finden sind. Die TV-Offensive von Google dürfte den traditionellen Fernsehsendern also mächtig Konkurrenz machen, weniger den Streaming-Giganten – auch wenn in YouTube TV die eigenproduzierten Formate vom Bezahlangebot YouTube Red inbegriffen sein sollen.

Ein Vorstoß auf den deutschen Markt scheint hingegen unwahrscheinlich. Durch den Rundfunkbeitrag in Höhe von 17,50 Euro (monatlich) bezieht jeder deutsche TV-Zuschauer automatisch die öffentlich-rechtlichen Programme – wer darüber hinaus Kabelfernsehen beziehen will, bekommt dies schon ab 20 Euro. In den meisten Fällen ist der Anschluss bereits im Mietvertrag inbegriffen. Hier wäre ein YouTube TV nach US-amerikanischem Zuschnitt kaum konkurrenzfährig.

Hierzulande bleibt alles beim alten

Dennoch könnte YouTube TV auch hierzulande für ein Umdenken sorgen: Wie lassen sich Menschen begeistern, die den Fernseher kaum bis gar nicht mehr einschalten? Eine endgültige Antwort scheinen deutsche TV-Sender noch nicht gefunden zu haben – wenn auch die Online-Mediatheken immer mehr Features und Freiheiten für ihre Nutzer bieten.

Kommunikation

Bilanz zur f8: Virtual Reality, Bots und 360-Grad-Kameras sind die Trends, die Sie sich merken sollten

Zwei vollgepackte Tage mit Produktankündigungen und strategischen Visionen: Auf der diesjährigen Facebook-Entwicklerkonferenz F8 erlebten die über 4.000 Teilnehmer im McEnery Convention Center im kalifornischen San José wieder ein Feuerwerk an Neuheiten. Jan Brockmann von der Duisburger Performance-Marketing-Agentur metapeople hat sich einige angeschaut und überlegt, was dies für das Marketing bedeuten kann. mehr…

Werbeanzeige

Absatzwirtschaft Newsletter

absatzwirtschaft Newsletter schon abonniert?

Newsticker

Die neue Europäische-Datenschutz-Grundverordnung: Schreckgespenst mit positiver Wirkung?

Im Mai 2018 tritt die Europäische-Datenschutz-Grundverordnung für alle europäischen Mitgliedsstaaten in Kraft. Mit…

f8-Konferenz: Facebook wettet auf Augmented Reality und den Messenger

Es ist wieder so weit: Alljährlich gibt Mark Zuckerberg auf der Entwicklerkonferenz f8…

Videos im Marketing: Das sind die fünf häufigsten Bewegtbild-Missverständnisse

Bewegtbild ist für viele Unternehmen das Mittel der Wahl, um Markenbotschaften zu transportieren,…

Werbeanzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

  1. Warum wollen immer alle auf die gleiche Weise das Fernsehen umkrempeln und das ja gar nicht tun.
    Ich bin Kabelkunde und frage mich, warum kann ich für meinen Monatsbetrag mir die Sender komplett allein zusammenstellen ?? Ich bezahle 20 Euro und bekomme acht Shoppingsender, die ich nie sehen werde.

    Pro Sender 20 Cent und ich stelle mir Kanäle nach Gusto zusammen. Das wäre flexibel und individuell. Streaming wird als das neue Fernsehen verkauft, aber das ist letztlich nur eine Videothek ohne Hinlatschen und Kassette zurückspulen.

    Wenn ich eine interessante Sendung oder Film im Fernsehen verpasst habe, dann habe ich halt Pech – stört nicht.

    Eine Sache geht mitlerweile völlig verloren. Das „Zusammenfernsehen“, da man sich ja nicht mehr zu einer bestimmten Zeit einfinden muss, ich kann das ja auch später gucken.

    und 33 Euro für 40 Kanäle ?? ziemlich teuer , oder ?

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige