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Strategiewechsel: G+J kürzt E-Commerce-Geschäft, um sich auf Schöner Wohnen Shop zu fokussieren

G+J-Verlagsgeschäftsführer Frank Stahmer

Verkauf der Geschenkplattform Danato, Einstellung des Fooddienstes Delinero – das Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr streicht seine E-Commerce-Aktivitäten zusammen. Das Medienunternehmen fokussiert sich auf den Schöner Wohnen Shop. Für diesen gibt es fortan ein neues Geschäftsmodell samt neuem Partner.

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Von Gregory Lipinski

Vor gut zwei Jahren startete Gruner + Jahr den Schöner Wohnen Shop. Rund 1.000 Artikel aus sechs Kategorien – darunter Dekoration, Textilien/Teppiche, Tisch/Küche, Leuchten, Kleinmöbel, Bad – führte das Webportal in der Anfangsphase im Angebot. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Denn Matthias Frei, Verlagsleiter der Living-Gruppe, hatte ehrgeizige Ziele. Er wollte den Web-Shop zu einem Vollsortimenter ausbauen.

Jetzt setzt Frei sein ausgerufenes Ziel um. Seit 1. Oktober verkauft der Internetshop auch Betten, Büro- und Gartenmöbel. Dazu nimmt Gruner + Jahr den Lizenzpartner design-besteller an Bord, hinter dem der Objekteinrichter Mathes Design steht. „Gemeinsam können wir das Sortiment des Shops erweitern und so an Relevanz zulegen. Außerdem positioniert sich der Schöner Wohnen Shop noch stärker als Design-Marken-Shop im Wettbewerbsumfeld von design-besteller, connox und AmbienteDirect“, erklärt Frei.

Hart umkämpftes Wettbewerbsumfeld

Mit den Ausbau des Schöner Wohnen Shops vollzieht Gruner + Jahr eine Neuausrichtung seiner E-Commerce-Aktivitäten, die die unter Druck geratenen Anzeigenumsätze ausgleichen sollen. Denn das Printhaus trennt sich von der Geschenkplattform Danato. Erwerber ist die LPZ Handelsgesellschaft. Das Unternehmen aus Hannover übernimmt hier aber nur die Marke. Was aus den bei Danato beschäftigten Mitarbeitern wird, ist unklar. „Wir konnten beim Aufbau des Schöner Wohnen Shops vom Know-how und der Technologie hinter Danato profitieren. Das Geschäft von Danato konnten wir jedoch nicht in gewünschter Weise ausbauen“, begründet eine G+J-Sprecherin die Maßnahme.

Dass sich Gruner + Jahr hier strategisch zurückzieht, dürfte vor allem an der Konkurrenzsituation liegen. Gruner hätte hier erheblich ins Marketing investieren müssen, um in dem hart umkämpften Wettbewerbsumfeld dauerhaft eine aussichtsreiche Marktposition aufzubauen. Denn der Name Danato ist im Markt relativ unbekannt. Anders ist dies beim Shop von Schöner Wohnen. Die Marke ist durch die Zeitschrift Schöner Wohnen einer breiten Bevölkerungsschicht bekannt. Zudem sind hier Synergieeffekte mit dem Magazin leichter zu heben.

Preisdruck und die Kosten für die Kundengewinnung

Auch beim Fooddienst Delinero dürfte die Konkurrenzsituation die geplante Einstellung des Portals befeuert haben. So war im vergangenen Jahr der US-Webhändler Amazon in den deutschen Lebensmittelhandel eingestiegen. Verschärft hat sich die Situation zudem durch den Lieferdienst Hellofresh, der im November 2017 an die Börse ging. „Als wir Delinero übernommen haben, waren die Erfolgsaussichten für den Onlinehandel im Premium Food-Bereich vielversprechend. Doch die Nachfrage im Markt hat sich nicht in dem Maße entwickelt, wie wir es erwartet haben“, erklärt G+J-Verlagsgeschäftsführer Frank Stahmer das Aus.

Vor allem der Preisdruck und die Kosten für die Kundengewinnung seien durch die Konzentration der großen Plattformen zunehmend größer geworden, heißt es. Stahmer: „Wir sahen damit unsere Ziele als nicht mehr erreichbar an. Wir haben bei G+J immer wieder den Mut für Neues. Dazu gehört aber auch, Unternehmungen zu beenden, wenn die Perspektive nicht mehr gegeben ist“. Über den Schritt wurden die Mitarbeiter bereits vor einigen Wochen informiert. Einen Teil der Belegschaft werde von G+J übernommen, ein anderer Teil habe Aufhebungsverträge erhalten oder befinde sich bereits in neuen Beschäftigungsverhältnissen. Über die Zahl der betroffenen Mitarbeiter schweigt sich Gruner + Jahr aus.

Gegründet wurde Delinero 2012 von dem Hamburger Company Builder Truventuro. Bereits ein Jahr danach beteiligte sich G+J an dem Hamburger Startup und stockt später die Beteiligung auf 100 Prozent auf. Zeitweise bot der Web-Dienst 7.000 Produkte an, die er einzeln oder in Boxen zusammengestellt an Kunden vertreibt.

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