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Raus aus der Komfortzone! Warum Designer technologische Kompetenz brauchen

Designer sollten neue Wege gehen, wenn sie eine wichtige Rolle für Unternehmen einnehmen wollen © Julia Peglow-Peters

Ebenso, wie die Welt sich radikal wandelt, wandelt sich Design und somit auch die Aufgaben des Designers: wenn Kommunikation nur noch völlig fragmentiert abläuft, Marken grundsätzlich ihre Daseinsberechtigung überdenken müssen und ein Produkt ohne eingebaute Intelligenz und Anknüpfung an ein Ecosystem zum wertlosen Endgerät wird – was wird dann aus den klassischen Tätigkeitsfeldern Kommunikationsdesign, Brand Design und Product Design?

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Von Gastautorin Julia Peglow-Peters, Geschäftsführerin der Design Consultancy icon incar

Wenn Designer in Zukunft eine einflussreichere Rolle in oder für Unternehmen spielen wollen, sollten sie sich auf das konzentrieren, was Design wirklich leisten kann, nämlich unternehmerisches Denken sichtbar und greifbar machen. In der Konsequenz müssen Designer raus aus ihrer Komfortzone, weiterziehen und dahin gehen, wo Design mehr Einflussbereich besitzt und wertgeschätzt wird. Und das ist vor allem dort der Fall, wo sich Design mit strategischem Verständnis und technologischer Kompetenz zusammentut.

In diesem Kontext sind Designer durch ihre Denkweise in der Lage, die Herausforderungen des digitalen Zeitalters anzupacken: Branchen und Lebenswelten vernetzen, sinnvolle Anwendungen und »Experiences« entwickeln, die das Leben besser und einfacher machen. Die Mensch-Maschine-Schnittstelle endlich aus der menschlichen Perspektive gestalten. In Verbindung mit technologischer Exzellenz und strategischer Denke wird aus dem Designer ein Digital Designer, User Experience Designer, Interaction Designer, Service Designer, Informationsarchitekt, Designmanager, Datenanalyst, Konzepter, Stratege, Prototyper, Creative Technologist und Developer sein (wie es Scott Savarie in seinem Talk auf der push conference 2016 beschrieb). Er kann wahrhaftig holistisch und mehrdimensional denken und Dinge verknüpfen.

Designer machen abstrakte Dinge anfassbar

Warum sind gerade Designer dazu in der Lage? Im ersten Schritt können Designer Dinge auf dem weißen Blatt Papier neu denken. Gepaart mit strategischem Denken und technologischer Kompetenz entwickeln sie so heute Produkte und Services für Unternehmen, die sich in Mitten der digitalen Transformation neu erfinden müssen. Im zweiten Schritt können Designer diese Erfindungen visualisieren und somit unternehmerisches Denken für alle Beteiligten sichtbar machen, innerhalb von Konzernstrukturen und Entscheider-Hierarchien, aber auch außerhalb, gegenüber Investoren, Partnern und der Öffentlichkeit. Besonders Dinge, die sehr abstrakt sind oder es noch nicht gibt, machen sie so vorstellbar und anfassbar. Dafür sind während des Entwicklungsprozesses Prototyping und Machermentalität gefragt. Und das »Machen« ist mit dem Beruf des Designers schon immer eng verbunden: Skizzen aufs Papier werfen, Dummies und Modelle bauen, aber auch mit neuen, schnellen Tools wie Framer oder Sketch High-Fidelity Prototypen programmieren.

Zur Autorin: Julia Peglow-Peters studierte Visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Neue Medien an der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd und am Ravensbourne College of Art and Design in London. Sie arbeitete als Designerin und strategische Beraterin u.a. für MetaDesign London, MetaDesign Berlin, KMS Team und zuletzt als Geschäftsführerin der Top 10 Brand Design Company Zeichen & Wunder. Heute ist sie Geschäftsführerin der Design Consultancy icon incar. 

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