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Fake-DJ statt Gigi D’Agostino: OMR-Chef Westermeyer entschuldigt sich für #Gigigate bei der Dmexco-Party

Mehr als 3.500 Menschen feierten in diesem Jahr bei der "OMR Aftershow" im Kölner Bootshaus mit Künstlern wie Samy Deluxe oder Oli P. den Abschluss der Dmexco. Und wurden – teils ohne es zu merken –Zeuge des „miesesten Partybetrugs des Jahres", wie die Bild titelt. Denn statt einem Auftritt von DJ Gigi D'Agostino präsentierten die Veranstalter ein Double – ein PR-Eigentor, das OMR-Chef Philipp Westermeyer in einer Kommunikationsoffensive zu erklären versucht.

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Die intensiven Dmexco-Tage waren geschafft und wieder einmal haben die Online Marketing Rockstars aus Hamburg die Digitalmesse mit einer großen Party im Kölner Bootshaus gebührend und feuchtfröhlich verabschiedet. 3.500 Menschen waren nach Veranstalterangaben in diesem Jahr zur „OMR Aftershow“ (Ticketpreis: 120 Euro), die den inoffiziellen Abschluss der Dmexco bildet, gekommen. Ein voller Erfolg – eigentlich. Denn die Geschichte muss neu geschrieben werden. OMR-Chef Philipp Westermeyer wird vom „Gigigate“, wie der Vorfall in Foren und Berichterstattung getauft wurde, eingeholt.

Denn der Auftritt von Gigi D’Agostino war ein Fake. Statt dem angekündigten Kult-DJ aus den 90er Jahren, der jüngst mit dem Mash-up “In my mind” auch wieder in die deutschen Charts stürmte, stand ein Double an den Turntables.

„Ich muss mich entschuldigen, wir haben einen Fehler gemacht“

Kommuniziert beziehungsweise eingestanden wurde das erst einige Tage später. Nachdem bei YouTube und in Fan-Foren über den Auftritt des DJ diskutiert worden war und viele sich einig waren, dass es sich um einen Fake handelte, meldete sich am 18. September OMR-Chef Philipp Westermeyer in einem Video „in eigener Sache“ zu Wort. Er erklärte: „Ich muss mich entschuldigen, wir haben einen Fehler gemacht.“ Zum Auftritt des DJ sei es aus „verschiedenen Gründen“ nicht gekommen.

„Wir haben dann entschieden, ein Double von Gigi D’Agostino um zwei Uhr nachts zu präsentieren, weil wir dachten, das sei im Rahmen einer Networking- und Messeparty vollkommen okay. Aber natürlich haben wir vollkommen unterschätzt, dass es auch sehr viele Fans gibt, die dann enttäuscht waren. (…) Das macht man nicht, das tut mir leid“, so der Gründer in seiner Videobotschaft. Wer sich von den Veranstaltern getäuscht fühlt, könne eine Erstattung anfragen. Wie Westermeyer am Sonntag erklärte, hätten sich von den 3.500 Gästen bislang 35 gemeldet.

Kalkül und Absicht?

Unterdessen muss Westermeyer auch gegen den Eindruck ankämpfen, er und sein Team hätten aus Kalkül gehandelt. Nach der Veröffentlichung seines Entschuldigungsvideos war in der Berichterstattung von „Partyposse“, „dreister Fake-Party“ die Rede. Bild bezeichnete die Aktion sogar als „miesesten Partybetrug des Jahres“.

Westermeyer bestätigt auf Anfrage bereits „einige Tage“ vor der Veranstaltung gewusst zu haben, dass diese ohne den echten D’Agostino stattfinden wird  – um eine spontane Aktion wird es sich dabei also offenbar nicht gehandelt haben. Es wirft im Gegenzug aber auch die Frage auf: Wäre der Fake von langer Hand geplant gewesen, hätte das OMR-Team dann nicht mit einem größeren Aufwand ein überzeugendes Double des italienischen DJs verpflichtet? Denn nach Veranstalterangaben habe es sich bei dem Fake-DJ um eine Person aus dem Freundeskreis Westermeyers gehandelt.

Westermeyer und die Online Marketing Rockstars sind dafür bekannt, bei ihren Veranstaltungen im Allgemeinen und den Music-Acts im Speziellen keine Mühen zu scheuen. Bei den jährlichen OMR-Festivals in Hamburg fährt das Team auf, was die deutsche Musikbranche zu bieten hat. Gefühlt ist dabei kein Aufwand zu klein.

Gegenüber Spiegel Online bekräftigte Westermeyer den guten Willen hinter dem Fehlverhalten im Bootshaus. „Wir wollten das Erlebnis des Abends verbessern und niemanden enttäuschen„, sagt der OMR-Chef, der zugleich betont, dass der 20-minütige Auftritt von D’Agostino für seine Gäste wohl nicht ausschlaggebend für den Partybesuch war.

Derzeit sei man als Veranstalter, so Westermeyer, um die Aufklärung weiterer Hintergründe bemüht. Durch die Berichterstattung bei Spiegel Online wurde der Eindruck erweckt, Gigi D’Agostino habe eine Anfrage zum Auftritt bei der OMR-Party abgesagt. Gegenüber der Bild-Zeitung bestreitet das Management des Künstlers, je eine Anfrage erhalten zu haben. Mit dem Booking sei ein externes Team beauftragt gewesen, das die Sache derzeit kläre, so Westermeyer.

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