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„Niemand ist ein geborener Leader“: So entwickeln Sie eine eigene Führungssignatur

Chefs, die ihre Mitarbeiter anbrüllen, sind keine guten Chefs!

Welche Rolle spielt eine starke Führung für die gute Bilanz des Unternehmens? Das erklärt Bianca Fuhrmann, Expertin auf dem Gebiet, Führungskräfte auf die Erfolgsspur zu bringen. Zehn Jahre war die Ingenieurin selbst Führungskraft in mittelständischen Firmen und großen Konzernen. Sie räumt im Gespräch mit dem Vorurteil auf, das fehlende Zeit das größte Problem der Führung sei.

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Frau Fuhrmann, Sie haben Ihrem Buch den Titel „Stark führen“ gegeben. Setzt Führung nicht per se Stärke voraus?

Wer ein Team führt, sollte dies mit Stärke tun, das ist richtig. Doch die Realität sieht leider erschreckend anders aus. Eigentlich  dürfte es so was wie „schwache“ Führungskräfte gar nicht geben, aber es gibt sie. Dafür muss man sich anschauen, wie viele „schwache“ Führungskräfte zu Führungskräften werden und welche Führungsausbildung sie an die Hand bekommen. Den Titel habe ich bewusst so gewählt. Niemand ist ein geborener Leader. Das Buch soll Führungskräften helfen, Stärke und eine eigene Führungssignatur zu entwickeln.

Wer wird Ihrer Erfahrung nach Führungskraft?

Oft ist es so, dass das „beste Pferd im Stall“ den Job erhält – vor allem in Vertriebseinheiten oder Entwicklungsteams. Wer gute Zahlen liefert, agiert häufig als einsamer Steppenwolf. Die eigene Konkurrenz aufzubauen, fällt ihm im Traum nicht ein. In einer Führungsposition delegiert so ein Steppenwolf seine Aufgaben sehr schlecht und nimmt dies zum Anlass, alles selbst zu tun. Dadurch verteidigt er seine Position und jammert, dass er nur Low Performer als Mitarbeiter „bekommen“ hat. Das stellt seine Leistung natürlich noch stärker heraus. Wenn der Erfolgreichste Chef wird, wird er nicht automatisch zum Menschenversteher. Wir brauchen aber Führungskräfte, die Teams und Menschen verstehen und deren Stärke fördern.

Das heißt, sie werden in diese Position gehoben, ohne dafür ausgebildet worden zu sein?

Im Prinzip ja. Auch wenn viele Studenten den Wunsch äußern, im Job später eine Führungsaufgabe anzustreben, so belegen sie dafür an der Uni keine einzige  Vorlesung, die sie mit dem nötigen Rüstzeug dafür vertraut macht. Oft werden solche Vorlesungen auch gar nicht angeboten. Und bei denjenigen, die nicht studiert haben, fehlt die nötige Fortbildung. Es herrscht die Meinung vor, zur Führungskraft muss man geboren sein. Entweder man kann es oder eben nicht. Die meisten Führungskräfte werden ins kalte Wasser geschubst, die ersten Probleme ignoriert und erst, wenn Mitarbeiter flüchten oder meutern, wird nach geeigneten Maßnahmen wie einem Coaching oder Training gesucht.

Was macht eine starke Führungskraft denn anders?

Sie weiß, was sie will und schlägt den Weg dorthin unbeirrbar ein. Sie ist aber ebenso bereit, den Weg zu ändern, wenn es nicht mehr weitergeht, sich Dinge ändern oder sich zeigt, dass der eingeschlagene Weg nicht der richtige war. Denn: Nicht der Weg ist das Ziel, sondern das Ziel ist das Ziel. Starke Führungskräfte gehen aktiv in Führung. Sie haben ein klares Bild davon, wie sie führen wollen und sie kennen den Wert ihrer Zeit. Die sie übrigens ganz gezielt einsetzen. Ein ganz wichtiger Faktor ist, dass starke Führungskräfte ihre Mitarbeiter zu selbstständigen und engagierten Vordenkern, die eigenverantwortlich arbeiten wollen, entwickeln.

Zur Autorin: Bianca Fuhrmann ist Diplom-Ingenieurin (FH), Systemischer Business Coach (SHB), Vortragsrednerin und Buchautorin. Sie berät und coacht Führungskräfte seit 2008 in den Bereichen der effizienten Mitarbeiterführung, dem Aufbau von Hochleistungsteams und im Projektmanagement. In Summe hat Bianca Fuhrmann über 100 Projekte in technischer Produktentwicklung, im Innovationsmanagement, im Change-Management sowie in der Führungs- und Organisationsentwicklung erfolgreich abgeschlossen, geleitet oder begleitet. Fuhrmanns Buch „Stark führen“ erschien bei Springer Gabler und vermittelt praxiserprobte Methoden, mit denen Sie Ihre Führungsstärken ausbauen können.

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