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Neuer Werbe-Hit: Warum Apple Privatsphäre als neues Killer-Feature des iPhones vermarktet

© ©imago/imagebroker/ Montage: absatzwirtschaft

Wie ein elf Jahre altes Produkt bewerben, das längst als Goldstandard seiner Kategorie gilt? Vor dieser kniffligen Frage steht Apple Jahr für Jahr. Während Smartphones technisch immer schwerer voneinander zu differenzieren sind, versucht Apple in einem neuen Werbeclip mit dem mutmaßlich wichtigsten Feature des iPhones zu punkten: der Privatsphäre.

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Das iPhone wird immer teurer, aber wird es auch besser? Apple-Kunden scheinen die Frage zu verneinen, denn die Absätze gaben zuletzt so deutlich nach, dass sich der nach Microsoft zweitwertvollste Konzern der Welt dazu entschieden hat, die Stückzahlen der Verkäufe zu verschweigen.

Sechs Monate nach dem Launch des iPhone XS, XS Max und iPhone XR fehlen Apple zudem die technischen Argumente für seine neuen, hochpreisigen Smartphones. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona sorgte der neue Megatrend der faltbaren Smartphones für Furore, auf die man von Apple vermutlich noch Jahre warten dürfte.

Das iPhone war auch schon mal leichter zu vermarkten

Apple befindet sich damit aktuell in einer denkbar ungünstigen Vermarktungssituation: Die neuen Flaggschiffe der Konkurrenz wie das Galaxy S10 von Samsung und das für Ende März erwartete P30 von Huawei dürften dem iPhone weitere Markanteile kosten, weil Apple erst im September neue iPhones vorstellt, die sich jedoch nur marginal von den aktuellen Modellen unterscheiden dürften.

Für Apples Werbestrategen war die Aufgabe, das mit Abstand erfolgreichste Produkt der Konzerngeschichte zu bewerben, entsprechend auch schon mal leichter. Welche Argumente nutzt der iKonzern nun? Einerseits hat Apple in den vergangenen Monaten versucht, mit neuen Features wie Memojis oder dem FaceTime-Gruppenchat zu punkten.

Ein echter Viral-Hit gelang Apple indes vor einem Monat in dem hollywoodesken Kurzclip Bokeh’d, in dem es in der Sache um den Tiefenschärfekontrollmodus, vordergründig aber um das iPhone-Anwenundgsszenario zweier Mütter im Stil des Serien-Hits „Big Little Lies“ ging.

Der gefühlige Überraschungshit dürfte die Marketingverantwortlichen in Cupertino ermuntert haben, mehr auf Emotionen – und weniger auf technische Features zu setzen. In die gleiche Richtung geht nämlich nun der nächste Spot, den Apple als 45-Sekünder produzierte.

„Privacy on iPhone – Private Side“, lautet der Clip, Privatsphäre auf dem iPhone – die private Seite. Was an und für sich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, hat der Kultkonzern aus Cupertino im Zeitalter der immer größer werdenden Tech-Skepsis für sich als neues Killerargument für das iPhone entdeckt.

Apple hat die Privatsphäre als oberstes Verkaufsargument für das iPhone entdeckt

Tim Cook hat das Thema im vergangenen Jahr anlässlich der unzähligen Datenskandale von Facebook immer wieder aufgenommen. „Die Möglichkeit, dass jeder weiß, welche Seiten du jahrelang besucht hast, wer deine Kontakte sind, wer deren Kontakte sind, welche Dinge man mag oder nicht mag und jedes intime Detail deines Lebens kennt – das sollte meiner Meinung nach nicht existieren“, hatte der Apple-Chef wenig verklausuliert Facebook für den mangelnden Datenschutz abgewatscht.

Tatsächlich hatte bereits der legendäre Apple-Gründer Steve Jobs die Privatsphäre zur Chefsache erklärt. “Privatsphäre bedeutet, dass Nutzer wissen, für was sie sich anmelden – in einfachem Englisch und wiederholt”, hatte der damalige Apple-CEO bereits 2010 gegen Facebook ausgeteilt. “Wer nicht bezahlt, ist das Produkt.”

Das emotional aufgeladene Dauerthema findet im neuen Werbespot nun seine nächste werbewirksame Verlängerung. In 24 kurzen Schnitten veranschaulicht Apple, wo Privatsphäre im Alltag zählt: auf dem eigenen Grundstück, im Restaurant, im Aktenschrank, im Büro, im Auto, unter der Dusche, in der Schule, und, ja, tatsächlich, auf der Männertoilette am Urinal…

Ergo: „Wenn dir etwas an Privatsphäre in deinem Leben liegt, sollte sie dir auch auf dem Smartphone in deinem Leben bedeuten“, lautet Apples Botschaft, die wie ein Echo der großflächigen Werbung zur CES im Januar wirkt.

Gemessen an den Social Media-Reaktionen scheint die Botschaft angekommen zu sein:

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