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Nach Hass-Videos: Noch mehr Werbekunden gehen auf Distanz zu Youtube

Werbekunden wollen nicht mehr auf Youtube werben

Die Liste der Marken, die nicht mehr auf Youtube werben wollen, wird seit einer Woche immer länger: Kern des Problems ist, dass die Werbeplätze im Umfeld der Youtube-Videos weitgehend automatisiert befüllt werden, und es somit auch vorkommt, dass Spots vor rechtsextremen Videos landen.

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Wer will nun nicht mehr bei Youtube Werbung schalten? Zum Beispiel die US-Unternehmen AT&T, John & Johnson und Lyft, so berichtet es die „New York Times“. Und warum? Wegen geschalteter Werbung in einem unpassenden Umfeld. Erst sendeten die Unternehmen nur Beschwerden und Drohungen, dann stornierten sie ihre Aufträge. Die ersten waren Marks & Spencer, die HSBC-Bank, Volkswagen, McDonald’s, Toyota und auch Audi. Der Internetkonzern Google muss nun schnell reagieren. Problem: Die Anzeigenplätze werden über viele Kanäle vermarktet und das kann der Algorithmus nicht steuern.“Wir wissen, dass Anzeigenkunden ihre Werbung nicht neben Inhalten sehen wollen, die mit ihren Werten nicht im Einklang stehen“, teilte deshalb Google-Manager Philipp Schindler mit. Google kündigte nun an, Werbekunden mehr Kontrolle darüber zu geben, wo ihre Anzeigen zu sehen sind. „Ab heute nehmen wir daher eine kompromisslosere Haltung gegenüber hasserfüllten, beleidigenden und herabwürdigenden Inhalten ein“, kündigte Schindler an. Doch nun verlangen laut Berichten der „Financial Times“, einige Kunden Rabatte. Auch die Organisation Werbungtreibender im Markenverband (OWM) positioniert sich zu dem Thema: So meint OWM-Geschäftsführer Joachim Schütz gegenüber Horizont Online „Für jeden Werbungtreibenden bzw. jede Marke definiert sich der ’sichere Raum‘ individuell. So muss auch jedes Unternehmen über seinen Umgang mit möglichen Unsicherheiten selbstständig entscheiden.“

Angst vor unpassenden Umfeldern

Die Unternehmen stoppten vor allem ihre Werbung auf der Google-Plattform, nachdem die Anzeigen neben extremistischen Videos auftauchten. Zuletzt erklärten unter anderem die amerikanischen Telekom-Riesen Verizon und AT&T, dass sie aus diesem Grund die Werbung bei Google außerhalb der Suchmaschine stoppen. Die Platzierung ist für die Unternehmen allerdings nicht das einzige Problem: Sie finanzieren auf diese Weise auch diese Content-Ersteller mit. Richtig erbost waren die Engländer: Denn Werbung der Regierung und des öffentlich-rechtlichen Senders BBC wurden im Umfeld bizarrer Youtube-Videos gezeigt. Google sei dafür verantwortlich, dass die hohen Standards, die für Werbung der Regierung gelten, eingehalten würden. So ließ es die britische Regierung verlauten und bestellte sogar Vertreter des US-Internetkonzerns in Theresa Mays Premierminister-Büro ein.

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