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Ericsson-Chef Ekholm warnt: Fokus auf Huawei könnte Europa beim 5G-Ausbau bremsen 

Ericsson-Chef Ekholm © © Picture Alliance/ imago/Christian Ohde/ Montage: MEEDIA

Der Chef des Huawei-Konkurrenten Ericsson sieht in der aktuellen Debatte um Einschränkungen für den chinesischen Netzausrüster eine Gefahr für den zügigen 5G-Netzausbau in Europa. „Wir riskieren, uns auf nur eine Frage zu fokussieren. Alle unsere Kunden versuchen zu verstehen, was das bedeutet - und das schafft Unsicherheit“, sagte Börje Ekholm der „Financial Times“.

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Die Diskussion und ein potenzieller Ausschluss von Huawei könnten die Kosten für Netzbetreiber und Nutzer erhöhen, die heutigen LTE-Netze gefährden und den Start des superschnellen 5G-Datenfunks „auf Jahre“ verzögern, warnte Ekholm. Zugleich dränge die Debatte wichtige Probleme wie eine weitreichende Regulierung und die hohen Kosten von Mobilfunk-Frequenzen in den Hintergrund.

Im Westen wird derzeit diskutiert, ob Huawei vom Aufbau von 5G-Netzen ausgeschlossen werden sollte. Als Argument wird genannt, das Unternehmen könne angesichts chinesischer Gesetze unter politischen Druck geraten und zur Erfüllung von Anweisungen der Regierung gezwungen werden. Huawei weist das unbegründet zurück. Der Netzwerkausrüster spielt bereits eine wichtige Rolle in Netzen diverser europäischer Telekommunikations-Anbieter.

Ausschluss von Huawei ein Politikum

Ekholm habe betont, dass er nicht für einen Ausschluss von Huawei sei. Zugleich wies er die gängige Darstellung zurück, dass die Chinesen technisch weiter seien. Ericssons Technik werde bereits in aktiven 5G-Netzen genutzt. Der schwedische Konzern gilt als ein potenzieller Gewinner eines Ausschlusses von Huawei neben dem finnischen Konkurrenten Nokia. Nach einer Welle von Übernahmen gibt es in dem Markt nur noch wenige große Anbieter, die nicht aus China kommen. Neben Huawei ist vor Allem auch der chinesische Konzern ZTE präsent.

Der Ausschluss ist zu einem Politikum geworden: So wollen die Cyberwächter des Bundes öffentlich keine Empfehlung für oder gegen den Ausschluss des chinesischen Mobilfunkausrüsters Huawei vom Aufbau des 5G-Netzes aussprechen. „Das ist eine politische Entscheidung“, sagte Arne Schönbohm, Chef des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), am Donnerstag in München. Aufgabe des BSI sei es, eine sichere Netzwerkarchitektur zu gewährleisten. Ein sogenannten „Kill Switch“ bei Huawei-Produkten, der den Chinesen die Abschaltung eines Telekom-Netzes ermöglichen würde, ist nach Schönbohms Worten aber bislang nicht gefunden worden.

Zusammenarbeit mit chinesischen Geheimdiensten?

Die USA, Japan, Neuseeland und mehrere andere Länder haben Huawei wegen Sicherheitsbedenken ganz oder teilweise von sicherheitsrelevanten Telekom-Netzen ausgeschlossen. Anlass ist die Annahme, dass Huawei mit der chinesischen KP kooperiert und im Zweifel den chinesischen Geheimdiensten zuarbeiten würde. Der Bund hatte im vergangenen Sommer bereits den Einstieg des staatlichen chinesischen Stromnetzkonzern SGCC in das deutsche Stromnetz blockiert.

dpa

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