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Bevorzugt die E-Privacy-Verordnung große Player? Publisher brauchen Chancengleichheit

Kleine Publisher werden es schwer haben in Zukunft

Auf der OWM-Tagung Ende November in Berlin stellten sich die Vorsitzenden der Organisation Werbetreibende im Markenverband (OWM) symbolisch auf die Bühne, um gegen die geplante ePrivacy-Verordnung Stellung zu beziehen. Volker Helm fragt sich in seinem Kommentar: Wo bleiben die Investitionen in die Online-Portale der vielen verschiedenen Medien, die unseren Alltag bestimmen?

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Ein Kommentar von Volker Helm, Managing Director DACH & Nordics bei Quantcast

Dass die ePrivacy-Verordnung in der momentanen Fassung das Internet, wie wir es kennen, drastisch verändern würde, wissen wir alle. Zahlreiche kleine und größere Publisher müssten um ihre Existenz bangen. Die Finanzierung ihrer Inhalte gerät zusätzlich unter Druck. Schon heute zeigen die Zahlen, dass Online-Werbegelder vor allem zu den großen Plattformen fließen – das bestätigte jüngst auch Zenith mit seiner jährlichen Studie „Advertising Expenditure Forecast“. Was ich mich bei solchen Zahlen dann immer frage: Was ist mit all den anderen Online-Werbeträgern? Besteht das Internet tatsächlich nur noch aus den ganz großen? Wo bleiben die Investitionen in die Online-Portale der vielen verschiedenen Medien, die unseren Alltag bestimmen?

Keine Angst: Das wird jetzt keine Neiddebatte.

Amazon, Facebook und Google machen einen Spitzenjob. Sie entwickeln faszinierende Produkte und sind zudem ein Hort für kreative Talente. Doch der Punkt ist: Das Internet wird immer größer. Ciscos Visual Networking Index aus dem Juni 2017 schätzt den weltweiten IP Traffic auf 1,2 Zettabytes pro Jahr (ein Zettabyte sind eine Billion Gigybytes) und sieht ein weiteres jährliches Wachstum um 24 Prozent voraus. Hinter diesen Datenmengen des Internets steht zu einem Großteil Content. Natürlich verbringen wir viel Zeit auf diversen Plattformen. Doch ohne die Inhalte der zahlreichen Publisher wären viele der hochgelobten Plattformen ziemlich platt. Wir lesen Artikel, nutzen Mediatheken, vertreiben uns die Zeit mit Buntem oder holen uns bei Bedarf Informationen zu nahezu jedem Thema aus dem Netz. Das ist nur möglich, weil über 90 Prozent des Internets aus den verschiedensten Inhalteanbietern bestehen.

Die Publisher hatten schon immer einen besonderen Bezug zu ihren Zielgruppen. Durch digitale Tools können Sie das heute noch viel besser. Wer als Werbetreibender nach wirklichen Insights sucht, um Bedürfnisse und Interessen vorab zu erkennen, wird sie daher eher im Surfverhalten der Nutzer auf den Seiten der Publisher aufspüren können als in geschlossenen Netzwerken. Daher sollten die Publisher gerade jetzt noch viel deutlicher machen, welchen Beitrag sie zu einem nutzenswerten Internet leisten.

Herzblut, Professionalität und Einfallsreichtum

Deshalb kann das Loblied auf die Publisher eigentlich gar nicht laut genug ausfallen. Die vielen kleinen und großen Content-Produzenten erschaffen mit Herzblut, Professionalität und Einfallsreichtum faszinierende Erlebnisse für ihre Nutzer, für die das Wort „Content“ im Deutschen eigentlich eine Beleidigung ist. Um diese Inhalte weiterhin finanzieren zu können, brauchen Publisher vernünftige und klare Rahmenbedingungen, die Chancengleichheit schaffen und nicht einzelne große Player bevorzugen. Außerdem verstehen die Publisher ihre Leser und Zielgruppen, wie sie ticken, was sie bewegt, so gut wie kaum jemand sonst. Oder warum lesen Sie gerade die Absatzwirtschaft?

 

Zum Autor: Volker Helm verantwortet als Managing Director DACH & Nordics die Geschäfte des Technologie-Unternehmens Quantcast im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) sowie in Skandinavien (Schweden, Dänemark, Finnland, Norwegen). Er war zuvor als CEO von Mediaplus, der Mediasparte der Serviceplan-Gruppe, für die Internationalisierung verantwortlich. Darüber hinaus arbeitete Volker über zehn Jahre für die WPP Gruppe, in deren Verlauf er drei Unternehmen der Agenturgruppe in Europa sowie international leitete: OgilvyOne, RMG Connect und Wunderman.

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