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Beth Comstock eröffnet die Inbound 2018: Marketer sind Geschäftsentwickler

Auf der Main Stage der Inbound lauschen 12 000 Zuhörer der Eröffnungsrede von Beth Comstock

Beth Comstock entwickelte für NBC den Videoservice Hulu und zeichnete verantwortlich für die spektakuläre Kampagne Ecomagination von General Electric. Auf der Inbound 2018 hielt sie ein Plädoyer dafür, dass Marketer eine führende Rolle im Digitalen Wandel einnehmen sollen.

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Mit 24.000 Teilnehmern an vier Tagen gehört die Inbound in Boston zu einem der größten Tech-Events in der Marketingbranche. Dennoch ist das Event deutlich weniger bekannt als die Dreamforce von Salesforce, der Adobe Summit oder gar die SXSW in Austin. Das mag damit zu tun haben, dass Hubspot den deutschen Markt bisher nur verhalten adressiert. Aus Sicht des Marketers ist das zweifellos ein Manko, denn die Inbound – die ursprünglich als kleine Hausmesse von Hubspot gestartet war – steht für eine Marketing-Methode, die gerade in Zeiten von immer schärferem Datenschutz, mehr und mehr in den Fokus rückt. Inbound-Marketing versucht die eigene Website so stark zu machen, dass die Nutzer von allein kommen und sich freiwillig für Informationen und Services registrieren. Ab dann greift klassisches CRM und das ist die Keimzeile der integrierten Hubspot-Suite.

„Marketing gehört an die Spitze der Geschäftsentwicklung“

Mit 24 000 Teilnehmern und 300 Vorträgen zählt die Inbound zu den großen Tech-Events der Marketingbranche

Das Soft-Opening der Veranstaltung stieg am Dienstag: Autor, Philosoph und Stresstrainer Deepak Chopra lud die Vorabendteilnehmer zum Meditieren ein. Den „richtigen“ Auftakt aber stellt die Keynote von Beth Comstock am frühen Mittwochmorgen dar. Die gestandene Journalistin und Marketerin trieb bis Ende 2017 als Vice President das Marketing und die die Innovation von General Electric voran. „Es ist eine Schande, dass Marketing dazu benutzt wird, irgendwelche Produkte zu verkaufen. Marketing gehört an die Spitze der Geschäftsentwicklung. Wir haben die kreativen Ideen“, lautete ihr Appell, der von tosendem Applaus begleitet wurde.

Comstock begreift sich als Change Maker. „Wir kommen mit dem Wandel nicht mehr mit“, bekennt die 58-Jährige, die sich selbst als introvertiert beschreibt. „Deshalb haben wir viel an Maschinen ausgelagert und die stellen in einigen Unternehmen richtig gehend ein schwarzes Loch dar“. 65 Prozent alle Marketer fühlen sich nicht kreativ erfüllt, meint Comstock und fragt kritisch ins Publikum, ob man sich angesprochen fühlt.

Wissbegierige FlipFlop-Träger

Die Reaktion ist verhalten, denn es herrscht allenthalben Euphorie im Kongresscenter in Boston. Anzüge und Kostümchen Fehlanzeige: Hoodies, FlipFlops und Sommerkleider bestimmen den Dresscode. Im Vergleich zu europäischen Events zeigt die Inbound einen sehr hohen Frauenanteil und einen deutlich praktisch ausgerichteten Fokus. „Wir haben deutlich weniger C-Level-Publikum,“ meint Hubspots Marketing-Leiter Kipp Bodnar. „Das sieht man daran, dass die Pausenzonen komplett leer sind, während die Sessions laufen. Die Leute sind hier, um zu lernen.“ Bodnar ist sichtlich stolz auf diese Positionierung.

Praktische Themen mit Alltagsrelevanz

Die große Mehrzahl der Sessions widmet sich der praktischen Umsetzung von Digitalthemen, die vor allem die eigene Website betreffen. Wie sieht ein gutes Whitepaper aus? Wie gehe ich richtig mit den Performancedaten der Seite um? Wie erstelle ich Videos, die auch über Social Media geteilt werden? Und 2018 neu: Wie erzeuge ich einen spannenden Chatbot.

Energien richtig einsetzen

Eingerahmt werden die drei Tage aber von zahlreichen Querdenkern. Beth Comstock ist eine davon und sie redet das Marketing stark, möchte es wieder kreativer sehen. „Das Wort „Nein“ ist der magische Fluch gegen den Wandel. Wenn ich „Nein“ höre, ist das für mich wie eine Einladung. Wenn ich Nein höre heißt das: Noch nicht.“ Beth Comstock wünscht sich, das Marketer 70 Prozent ihrer Energie in das „Heute“ stecken, 20 Prozent sind für das „Nächste“ und 10 Prozent für das „Neue“. „Und wer jetzt einwendet, er habe keine Zeit, dem sage ich: Garantiert verschwendest Du 10 Prozent der Ressourcen mit Dingen, die Du längst weißt. Die musst Du umwandeln“.

Der Marketer als Change Maker ist nicht dazu da, seine eigenen Ideen zu treiben, sondern Ideen zu sammeln, zu moderieren, mit Dritten zu diskutieren und den Ideengebern auch mal Widerstand zu bieten. Denn ohne Durchsetzungsvermögen gibt es keinen Digitalen Wandel.

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