Fünf Trends, die Werbende auf der Agenda haben sollten

Welche Werbeformen werden in Zukunft relevant sein? Sicher ist: Trotz drohender Cookiecalypse wird das nächste große Ding der Werbebranche erst noch auf sich warten lassen. Langweilig wird es bis dahin aber auf keinen Fall. Diese fünf Trends sollten Werbetreibende auf ihrer Agenda haben.
Marken sollten technologische Trend-Themen wie NFTs im Blick behalten. ©Imago

Display Advertising, Content-, Suchmaschinen-, E-Mail-, Influencer*innen-, Affiliate- und Social-Media-Marketing werden auch in den nächsten Jahren die wichtigsten digitalen Werbeformen sein. Langweilig wird es bis dahin aber auf keinen Fall. Diese fünf Trends sollten Werbetreibende auf ihrer Agenda haben:

Purpose-driven Marketing – Werben mit Haltung

„Bei uns kannst du kein braun wählen!“ Damit brachte der Bonner „Saft-Laden“ True Fruits sich 2017 in die Schlagzeilen und polarisierte die Nation. Was einigen sicher zu weit ging, ist ein gutes Beispiel, wie Haltung Aufmerksamkeit erzeugen kann.

Doch muss es nicht immer politisch sein. Eine Haltung bezüglich Nachhaltigkeit, Umweltschutz und soziales Engagement zu kommunizieren, eignet sich hervorragend, um Kund*innen zu binden. Das zeigt auch eine Studie des Marktforschungsunternehmens Ipsos, nach der Kund*innen dreizehn Mal mehr für Marken ausgeben, wenn sie sich emotional verbunden fühlen.

Non-Fungible Tokens – Werben mit dem Crypto-Hype

Ja, NFTs sind umstritten: Sie benötigen noch viel Energie, sind kompliziert und sind vor allem ein Spekulationsobjekt. Aber es steckt viel Zukunftserzählung und noch mehr Geld in der kryptographischen Technologie.

Um was geht es? Marken sichern sich bei technologischen Trend-Themen früh Sichtbarkeit. So hat beispielsweise Coca-Cola eine Kooperation mit der NFT-Plattform Decentraland vereinbart, auf der sich mit Coca-Cola gebrandete virtuelle Güter nutzen lassen. Damit gehört der Konzern neben Adidas und Nike zu den ersten Marken, die dort sichtbar sind.

ASMR – entspannen mit der Marke

Influencer*innen-Marketing auf Youtube gehört mittlerweile zu den Klassikern. Die Nische Autonomous Sensory Meridian Response – kurz: ASMR – wird dabei immer beliebter. Vor Jahren noch als Flüster-Videos für Hochsensible belächelt, brauchen sich ASMR-Influencer*innen längst nicht mehr verstecken.

ASMR bezeichnet ein angenehmes Kribbeln auf der Haut, sogenannte Tingles, die helfen sollen, sich zu entspannen. Ausgelöst wird dieses Gefühl durch akustische Reize: Fingernägel klopfen leicht auf das Mikrofon, das Streichen über eine Oberfläche oder Schmatzen. Ein bekanntes Beispiel ist das „Oddly Ikea“-Video, in dem eine Influencerin die akustischen Eigenschaften von Ikea-Produkten demonstriert. Ein ASMR-Werbeclip für Bier hat es sogar mal in die Superbowl-Werbepause geschafft. Wenn Entspannung also zur Marke passt, sind ASMR-Influencer*innen zu empfehlen.

Podcast-Marketing – Aus der Nische in den Mainstream

Das iPhone sorgte mit seinem Launch vor genau 15 Jahren dafür, dass Podcasts in der breiten Masse ankamen. Spätestens seit der Corona-Pandemie weiß wirklich jeder, was ein Podcast ist: Noch nie haben so viele Deutsche Podcasts gehört wie im Jahr 2021. Laut einer Studie von Audible sind es immerhin 26 Millionen Menschen regelmäßig.

92 Millionen Euro werden in Deutschland schätzungsweise schon in Audiowerbung für Podcasts ausgegeben. Tendenz steigend. Im Jahr 2022 sollen es 110 Millionen Euro sein. Zu den Stärken des Audio-Mediums gehört die vom Podcast-Host selbst eingesprochene Werbenachricht. Das wirkt nahbar, glaubwürdig und authentisch. Besonders wenn das werbende Unternehmen zum Thema des Podcasts passt. Oder auch gar nicht. So warb einer der erfolgreichsten Podcaster*innen, Matze Hielscher, in seinem Podcast „Hotel Matze“ lange Zeit für eine Biermarke, obwohl er gar kein Bier trinkt.

Metaversum – das unentdeckte Werbeland

Meta, die Firma hinter Facebook, WhatsApp und Instagram, kündigte vergangenes Jahr an, zehn Milliarden US-Dollar in die Entwicklung des Metaversum zu stecken. Die Zukunftserzählung: Das nächste Internet wird eine „spatial Experience“, also eine räumliche Erfahrung, in der Nutzer*innen drin sind, statt von außen auf einen 2D-Monitor zu gucken.

Die nötige Hardware stellt Meta praktischerweise auch zur Verfügung: Die Virtual-Reality-Brille „Quest 2“. Und die war dieses Weihnachten ein Verkaufsschlager, obwohl sie aufgrund datenschutztechnischer Gründe noch nicht mal in Deutschland zu kaufen gibt.

Noch existiert so etwas wie ein Metaverse nicht und selbst Meta-Gründer Marc Zuckerberg spricht von fünf bis zehn Jahren, bis es so weit sein könnte. Aber wenn es dann mal so weit ist, haben wir viele vernetzte virtuelle Welten, in denen Werber*innen ihre bewehrten Formate ausprobieren, aber auch neue Formate entwickeln können.

absatzwirtschaft+

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