Big Screen für alle

Connected TV (CTV) ist dieser Tage ein wichtiges Gesprächsthema in der Marketing-Tech-Szene. Neue Zahlen, neue Kampagnen und ein aufgedeckter Betrugsversuch sorgen für Aufsehen.
Vor allem die 16- bis 49-Jährigen nutzen Connected-TV-Angebote. ©Unsplash

„Das Internet ist in Deutschland erstmals der meistgenutzte TV-Empfangsweg.“ Bähm! Das ist eine Ansage. Sie stammt aus dem neuen Zattoo-TV-Streaming-Report und verdeutlicht die rasante Digitalisierung der TV-Nutzung . Weitere Erkenntnis: Zwei von drei TV-Streaming-Nutzern (64 Prozent) schauen die bewegten Bilder auf dem Smart-TV an. Das sind acht Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Die wachsende Online-Euphorie der Fernsehzuschauer darf Marketer freuen: Kommt die Unterhaltung per Internet auf das TV-Gerät, können sie die Zuschauer auf dem „Big Screen“ mit digitalen Kampagnen ansprechen. Vor allem die 16- bis 49-Jährigen nutzen solche Connected-TV-Angebote (über 70 Prozent). In Haushalten mit Kindern sind es sogar 77 Prozent der Personen. Das geht aus der brandneuen Advanced TV-Studie hervor, die Goldbach am Montag für die DACH-Region veröffentlichte.

Und noch ein Aspekt lässt dieser Tage aufhorchen: Laut dem aktuellen „Media Quality Report“ von Integral Ad Science bietet CTV die weltweit beste Video-Ad-Sichtbarkeit. Die Viewability beträgt hier 93,1 Prozent und liegt damit vor Mobile App Video, Mobile Video Web und Desktop Video.

Vodafone pusht Reichweite mit CTV

Warsteiner, McDonald‘s, die Telekom und einige andere haben hierzulande bereits gute Erfahrungen mit CTV-Kampagnen gesammelt. In UK hat nun Vodafone Vollzug gemeldet. Die Marke wollte Verbraucher dazu ermutigen, von ihrem derzeitigen Breitbandanbieter zu Vodafone zu wechseln. Durch eine Partnerschaft mit Samsung Ads konnte der Telko-Anbieter auf Samsung-Fernsehern Gamer und Streamer mit CTV-Ads ansprechen, die seine lineare TV-Kampagne nicht gesehen hatten. 320.000 Haushalte wurden via CTV zusätzlich erreicht und eine inkrementelle Reichweite von zwölf Prozent erzielt.

Doch wenn viel Geld in einen Kanal fließt, zieht dies leider auch Betrüger an. DoubleVerify hat jetzt ein globales, millionenschweres Betrugssystem aufgedeckt, von dem Connected TV und Mobile Video betroffen sind. „ViperBot“ entfernt den Code, der die Werbeeinblendungen verifiziert und schickt die Anzeigen auf billige Werbeplätze. Auf diese Weise werde versucht, Werbetreibende jeden Monat um mehr als acht Millionen Dollar zu betrügen. Bis zu 85 Millionen Anzeigen-Anfragen pro Tag sollen allein durch dieses Tool gefälscht sein.

Falls Sie also demnächst neue Kampagnen in vielversprechenden Kanälen starten, sollten Sie unbedingt die Binsenweisheit berücksichtigen: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Ad Verification wird für den Marketing Tech Stack immer wichtiger.

Schon gehört?

Transparenz und Datenschutz sind auch international bestimmende Marketing-Tech-Themen, insbesondere wenn es um Cookie-Einwilligungen geht. Während bei uns das klassische Consent Management diskutiert wird, widmet man sich in UK bereits der Consent Orchestration. „Martech Aliance“ erklärt den Unterschied.

Nichts zu diskutieren gab es im vergangenen Jahr für Betrüger im Werbenetzwerk von Microsoft. Wie „Search Engine Land“ berichtet, wurden wegen verschiedener Richtlinienverstöße mehr als drei Milliarden Anzeigen entfernt, fast doppelt so viele wie im Jahr 2020. Außerdem sperrte Microsoft 270.000 Konten und verbannte rund 400.000 Websites aus seinem Netzwerk.

Etablierte Player wie Microsoft oder Google erzielen seit Jahren üppige Einnahmen durch die Vermarktung von Suchanzeigen. Nun entdecken Social Networks den Markt. Auf Twitter sind jetzt Bilder eines angeblichen Beta-Test von TikTok aufgetaucht. Sie sollen belegen, dass die Kurzvideo-Plattform damit beginnt, Anzeigen in seinen Suchergebnissen zu schalten.

Übrigens: Haben Sie die Themen Nachhaltigkeit, Mitgestaltung durch Markenfans und Kryptowährungen auf dem Schirm? Nein? Sollten Sie aber. Denn das sind die Trend-Themen für Marketer, die sich aus dem aktuellen „The Conversation Twitter Trends 2022“- Report ableiten lassen.

In diesem Sinne. Bleiben Sie inspiriert!