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Praktiker und Forscher schmieden Allianz

Marketingwissenschaftler und -praktiker leben in getrennten Welten – so der Eindruck. Dabei herrscht Einigkeit, dass das Marketing enorm von einer engeren Zusammenarbeit von Wissenschaft und Unternehmen profitieren würde. Wege zu einem engeren Austausch diskutierte jetzt eine hochkarätig besetzte Expertenrunde auf Einladung der Marketingzeitschrift absatzwirtschaft – mit überraschender Übereinstimmung: Ein Institut nach dem Vorbild des 1961 in Cambridge/USA gegründeten Marketing Science Institutes (MSI) könnte auch in Deutschland die Lücke zwischen Forschung und Praxis schließen.

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Darin stimmten Franziska Völckner, Marketing-Professorin der Universität Köln, ihr Wissenschafts-Kollege Thorsten Hennig-Thurau, Professor für Marketing und Medien an der Universität Münster, Matthias Glotz, Geschäftsführer des Deutschen Marketing-Verbandes (DMV), Professor Björn Bloching, Senior Partner bei Roland Berger Strategy Consultants und Professor Hans-Willi Schroiff, Corporate Vice President Global Market Research der Henkel AG, überein.
„Es fehlt in Deutschland an Strukturen, wie wir Rigor und Relevance sowohl in der Lehre als auch in der Forschung kanalisieren und besser verbinden können“, findet Professor Franziska Völckner. Allerdings dürfe eine praxisnähere Ausbildung nicht auf Kosten der Wissenschaftlichkeit – des Rigor – gehen, warnt Professor Thorsten Hennig-Thurau: „Wir haben nicht nur Verantwortung für die Lehre, also für ihren Nachwuchs, sondern auch für die Forschung – und unseren akademischen Nachwuchs.“

Auf ein wissenschaftliches Fundament wolle auch ein Unternehmen wie Berger Strategy Consultants nicht verzichten, sagt Professor Björn Bloching: „Die Relevanz wird uns von den Marktanforderungen beziehungsweise unseren Kunden vorgegeben, das ‚being rigorous‘ können wir den Leuten nicht mehr beibringen.“ Dagegen beklagt Henkel-Marketer Hans-Willi Schroiff eine zu große Praxisferne der akademischen Ausbildung. Henkel könne es sich auf Dauer nicht leisten, Uni-Absolventen erst drei Jahre im Unternehmen auszubilden, bevor sie eine Marke führen könnten. Das sei zurzeit allerdings Realität. Für Matthias Glotz, der gut 1 500 Marketingjunioren im DMV zählt, stellen die ständig wachsende Menge an Wissen und die steigenden Erwartungen an den Nachwuchs das Hauptproblem dar. Früher hätten sich viele Unternehmen mehr Zeit für die Berufsanfänger nehmen können. Er plädierte für eine Trennung von Forschung und Lehre nach US-Vorbild, bei dem ausgewiesene Wissenschaftler forschten, während „Lecturers“ als Dozenten den Studierenden die praxisrelevanten Sachverhalte vermittelten.

Die Zusammenfassung des Expertengesprächs lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift absatzwirtschaft, Heft 6-2012.

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