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Periscope und Co: Livestreaming für Unternehmen

Livestreaming-Anwendungen wie Periscope schaffen neue Möglichkeiten für Marketing und Journalismus

Livestreaming bietet für Unternehmen eine Riesen-Chance, die noch unzureichend genutzt wird, sagt Patrick Klingberg. Der Geschäftsführer der Hamburger Agentur Artaxo erklärt in einem Gastbeitrag, wie Periscope und Co. Teil der Marketingstrategie werden

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Von Patrick Klingberg, Geschäftsführer Artaxo GmbH

Social-Media-Nutzer teilen immer mehr Bilder und Videos, allein das reichweitenstärkste soziale Netzwerk Facebook verzeichnete im vergangenen Jahr einen weltweiten Anstieg von Video-Posts um 75 Prozent pro Person. Bewegtbild gewinnt dadurch auch für Unternehmen an Bedeutung, insbesondere für solche, die jüngere Zielgruppen erreichen wollen. Denn diese weichen immer stärker auf andere Anwendungen aus, die ihre Bedürfnisse besser bedienen.

Livestreaming macht Unternehmen nahbar

Gerade Livestreaming-Plattformen gewinnen bei Nutzern an Popularität, kommen in Unternehmen bislang jedoch selten zum Einsatz. In Deutschland etwa ist Persicope bislang ein weniger verbreitetes Medium. Obwohl die deutsche Periscope-Community noch relativ überschaubar ist, steckt jedoch enormes Potenzial in der App, denn Periscope ist Firmen als wichtige Informationsquelle dienlich. Mehrere Großereignisse haben gezeigt, dass die App einer der ersten und aktuellsten Informationskanäle überhaupt ist. Spätestens seit „Bild“-Reporter Daniel Cremer mit Hilfe der Streaming-App live über den Abbruch des Finales von Germany’s Next Topmodel berichtete, ist Periscope zumindest in den Fokus der Journalisten und Medienmacher geraten.

Unternehmen im deutschsprachigen Raum haben gute Chancen, sich als Early Adopter zu positionieren und eine zunächst kleine, aber engagierte Community aufzubauen. So können Unternehmen das Bild eines Up-to-date-Unternehmens aufrechterhalten. In Deutschland ist der Fernsehriese RTL mit aktuell 2.479 Followern ein aktiver Periscope User. RTL gewährt seinen Zuschauern einen Blick hinter die Kulissen und nutzt die Plattform für Live-Berichterstattungen oder Interviews. Dem Fußballverein Borussia Dortmund folgen sogar 40.945 Fans bei Periscope. Der BVB setzt die Livestreaming-App regelmäßig bei Pressekonferenzen, Vorberichterstattungen und Interviews ein.

Auch im Rekruting oder Employer Branding kann der Einsatz von Livestreaming äußerst wirksam sein. Hmmh, eine seit über 20 Jahren führende Agentur aus dem Bereich E-Commerce nutzt Periscope, um potenziellen Mitarbeitern ihr Unternehmen als Arbeitgeber näher zu bringen. Mit ihren Periscope-Streams gewährt die Agentur Einblicke hinter die Kulissen. Über Livestreams von Events vermittelt sie dem Zuschauer Authentizität, sodass er das Gefühl hat, direkt am Geschehen teilzunehmen.

Nicht alle Themen eignen sich für Echzeitvideos

Mit Live-Berichterstattungen haben Firmen die Möglichkeit, sich persönlicher darzustellen, indem sie direkt auf Fragen ihrer Kunden, Follower oder Netzwerkpartner antworten, Echtzeit-Videos können Einblicke in die Markenkultur von Unternehmen bieten. Jedoch ist bei der Content-Produktion darauf zu achten, dass die Video-Inhalte sorgfältig ausgewählt werden. Beispielsweise können politische und ethische Themen für enormes Diskussionspotenzial sorgen, die nicht mit einfachen und kurzen Antworten abgehandelt werden können. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass die am Livestreaming beteiligten Mitarbeiter bestens auf die jeweilige Thematik vorbereitet sind und schnell sowie konstruktiv auf Kommentare reagieren können. Andernfalls wird die Unternehmenskompetenz in Frage gestellt.

Essentiell bei der Berichterstattung über Livestreams ist zudem eine dezidierte Zielgruppen-Analyse. Besonders wichtig ist dabei die Evaluierung des richtigen Zeitpunktes der Ausstrahlung. Um im Bereich Livestreaming erfolgreich zu sein, ist es notwendig, regelmäßig und für das Publikum vorhersehbar Inhalte zu produzieren, sodass die Follower wissen, wann sie einschalten sollen.

Inhalte für die spätere Verwendung sichern

Periscope-Nutzern stehen Video-Inhalte nur 24 Stunden zur Verfügung. So verhält sich auch die Funktion des Instant-Messaging-Dienstes Snapchat. Die Selbstzerstörung der Inhalte setzt einen kompetenten Umgang mit der Plattform sowie der produzierten Inhalte voraus. Hierbei empfiehlt es sich, die erstellten Videoformate neben der lokalen Aufzeichnung auch für eine spätere Verwendung sicher zu stellen. Dabei kann der externe Online-Dienst Katch.me Abhilfe leisten, indem er produzierte Periscope-Livestreams automatisch aufzeichnet. Die Dateien können anschließend heruntergeladen oder automatisch auf Twitter und Facebook publiziert werden. Alternativ ist es möglich, in den Einstellungen der Periscope-App die automatische Speicherung der Livestreams auf dem Smartphone zu aktivieren.

Für eine reichweitenstarke Content-Verbreitung ist es zudem sinnvoll, die Scopes (Periscope-Videoaufzeichnungen) bei Twitter anzukündigen. Um das volle Potenzial von Persicope-Streams auszuschöpfen, empfiehlt es sich weiterhin, die Inhalte entsprechend aufbereitet, etwa auf YouTube, Instagram oder in Blogartikeln. So wird erfolgreicher Content nicht ausschließlich auf einem Kanal platziert.

Ausblick: 360 Grad in Echtzeit

Neben Twitter und Persicope investiert beispielsweise auch Facebook kräftig in Echtzeit-Streaming-Formate und Tools. Beispielsweis führte Facebook im Dezember 2015 eine Live-Funktion für verifizierte Seiten ein. Das neue Feature ermöglicht es Nutzern, einen Livestream aus dem eigenen Profil heraus zu starten. Ein Funktions-Highlight des neuen Features ist das Anzeigen eingehender Kommentare in Echtzeit während der Live-Übertragung. Besonders spannend bleibt zu beobachten, wie sich der Livestreaming-Trend durch Facebooks Virtual-Reality-Brille Oculus Rift verändern wird, die ab März 2016 an die Vorbesteller ausgeliefert wird. Nach der 360 Grad-Video-Freischaltung auf YouTube im letzten Jahr werden auch 360-Grad-Livestreams nicht lange auf sich warten lassen.

Patrick KlingbergÜber den Autor: Patrick Klingberg ist Geschäftsführer der artaxo GmbH, einer Hamburger Agentur für Suchmaschinenoptimierung und Content Marketing.Als Dozent für Online Marketing unterrichtet Klingberg an verschiedenen Bildungseinrichtungen wie der Hamburg Media School (HMS) und der Europäischen Medien- und Business-Akademie (EMBA). Als Mentor des Axel Springer Plug & Play Accelerator Programms gibt er sein Wissen an die Unternehmer von morgen weiter.

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