Wieso Lego künftig auch auf Erwachsene baut

In Zukunft stellt Lego nicht mehr nur Bausteine und Accessoires für Kinder her, sondern erweitert das Sortiment um Interior-Produkte für Erwachsene. Welche Strategie steckt dahinter?
Das Design der Lego-Wohnaccessoires ist von den Original-Bausteinen inspiriert – die Regale mit Schubladen lassen sich ebenso stapeln.
Das Design der Lego-Wohnaccessoires ist von den Original-Bausteinen inspiriert – die Regale mit Schubladen lassen sich ebenso stapeln. ©Lego/Room Copenhagen

Die durchschnittliche Zielgruppe von Lego ist im Kindesalter. Seit 90 Jahren begeistert das dänische Unternehmen mit bunten Bausteinen, die beliebig oder innerhalb unterschiedlicher Themenwelten-Sets zusammengesetzt werden können und sich an unterschiedliche Altersgruppen richten.

Die Traditionsmarke ist also Jung und Alt bekannt – was die perfekte Grundlage darstellt, um an diese emotionale Bindung anzuknüpfen und eine neue Zielgruppe zu erschließen: Erwachsene.

Zum einen gelingt das durch sogenannte „Creator Expert“-Baustein-Sets, die für Menschen ab 18 Jahren geeignet sind und ihre Fähigkeiten beim Bau des Kolosseums oder verschiedener Harry-Potter-Orte erweitern möchten. Zum anderen will Lego auch Einzug in die Lebenswelten und Zuhause halten, in denen nicht (mehr) gespielt wird. Und so hat die Marke ihr Sortiment um Interior-Produkte für Erwachsene erweitert.

Wohnaccessoires aus Holz

Für die Sortimentserweiterung hat Lego Wohnaccessoires aus Holz in Zusammenarbeit mit der dänischen Interior-Marke Room Copenhagen entworfen. Die Kollektion beinhaltet Bilderrahmen, Wandhaken, Bücherregale und Regale mit Schubladen in unterschiedlichen Größen.

Beim Design bleibt Lego seinen spielerischen Grundprinzipien treu: Alle Elemente sind in Baustein-Optik, im proportionalen Größenverhältnis zu den kleinen Original-Bausteinen und lassen sich dank der Noppen ebenso wie die Spielsachen teilweise stapeln. Lediglich das Material unterscheidet sich: Alle Produkte sind aus hellem oder dunklem Eichenholz, was das Design eindeutig erwachsener und angepasster macht als die bunten Farben der Bausteine. Ursprünglich waren alle Lego-Produkte aus Holz, bis im Jahr 1960 auf Plastik umgestiegen wurde. Es ist das erste Mal, dass der dänische Spielwarenhersteller wieder auf Produkte aus Holz setzt – und das in Zukunft auch verfolgen möchte. Lediglich eine Holzfigur im Jahr 2018 stellt eine Ausnahme beim verwendeten Material dar.

Room Copenhagen entwirft schon lange Produkte für Lego

Lego und Room Copenhagen kooperieren bereits seit 2010. Das Interior-Unternehmen erweitert das Angebotsportfolio des Spielwarenherstellers regelmäßig um Produkte für das alltägliche Leben wie beispielsweise bunte Aufbewahrungsboxen in Form von Lego-Bausteinen, Trinkflaschen oder Lunch-Boxen. Room Copenhagen setzt dabei immer auf spielerisches und gleichzeitig simples, nordisches Design.

Mehr Konzentration durch Lego-Sounds

Und wer als Erwachsener den spielerischen Charakter im Alltag manchmal vermisst, kann ihn durch einen altbekannten Sound nachempfinden. Lego hat im vergangenen Jahr eine Playlist kreiert, in der man das sanfte Klappern der Bausteine hört. Die White-Noise-Sounds sollen die Konzentration fördern und uns in den transzendentalen Zustand zurückversetzen, den wir als Kinder beim Spielen mit den Bausteinen hatten.

absatzwirtschaft+

Sie wollen tägliche Insights für Ihre Arbeit im Marketing? Dann abonnieren Sie jetzt hier unseren kostenfreien Newsletter.