Wer trödelt, verliert

Dort ein Video, hier ein Klick, E-Mail gecheckt und schnell eine neue Hose bestellt: Wer agile Zielgruppen ansprechen möchte, darf nicht trödeln. Marketing Tech schaltet daher verstärkt in den Realtime-Modus – auch bei Segmentierung und Personalisierung.
Segmentierung in Echtzeit: Marketing Tech trödelt nicht. ©Unsplash

Ach, waren das noch Zeiten, als Kampagnen wochenlang geplant, Zielgruppen handverlesen und die Anzeigenpreise in echten Gesprächen ausgehandelt wurden. Das Agieren der Konsument*innen war leicht vorhersehbar, sie wechselten nicht ständig Kommunikationskanäle und nutzen die immer gleichen Medien. Ja, das waren Zeiten – voller gähnender Langeweile. Zumindest was die Möglichkeiten der Werbeansprache betrifft. Wer heutzutage seinen Kund*innen positive Marken-Erlebnisse bescheren möchte, muss sich beeilen – und präzise sein, denn die Uhren im Marketing ticken heute schneller. Insbesondere im Internet.

Wird eine URL aufgerufen, arbeiten im Hintergrund diverse Marketing-Technologien rasant zusammen, um den Content mit relevanter Werbung zu garnieren. Kampagnen werden angefragt, Profile (noch) mit zusätzlichen Daten präzisiert, mitunter wird eine Auktion durchgeführt und schließlich die passende Anzeige ausgewählt und ausgeliefert. Etwa 0,36 Sekunden dauert der Spaß. Doch für echte Kundenerlebnisse reicht das nicht. Andere Inhalte müssen sich ebenfalls anpassen.

Mehr Präzision durch Echtzeit-Segmentierung

McKinsey & Company zufolge erwarten 71 Prozent der Verbraucher*innen personalisierte Interaktionen; 76 Prozent sind frustriert, wenn dies nicht der Fall ist. Zu Recht, denn niemand möchte beispielsweise Werbung oder gar Rabattangebote für ein kürzlich bereits gekauftes Produkt erhalten. Darum legt Marketing Tech immer öfter den Turbo ein, so wie Optimizely: Der Martech-Anbieter hat jetzt eine Lösung gelauncht, mit der es möglich ist, Kund*innen bereits im Moment der Kontaktaufnahme zu segmentieren, um ihnen personalisierte Inhalte zu liefern. Daten-Aktualisierungsintervalle sind damit nicht mehr nötig. Eine aufdringliche oder gar überflüssige Kund*innen-Ansprache wird so ebenfalls vermieden. Die „Real-Time Segmentation“ ist derzeit für ausgewählte Firmen als Beta-Version verfügbar.

Man darf davon ausgehen, dass der Hochgeschwindigkeits-Trend weiter Fahrt aufnimmt. Denn nur mit Highspeed ist es möglich, die wieselflinken Konsument*innen über alle Kanäle hinweg konsistent anzusprechen. Marketing Tech erkennt Verhaltensweisen blitzschnell; es kann automatisiert geschlussfolgert und relevanter geworben werden. Bitte anschnallen und weitermachen.

Schon gehört?

Die Zeit für die Planung von Weihnachtskampagnen wird knapp: Jeder siebte Deutsche kauft Weihnachtsgeschenke wegen möglicher Lieferprobleme in diesem Jahr früher. Das geht aus einer Befragung von Civey im Auftrag von Ebay Ads hervor. 15 Prozent wollen die Geschenke umweltbewusster auswählen.

Diese Zeit wäre gut investiert: In einer Umfrage des Tech-Anbieters Anteriad sagten 93 Prozent der befragten B2B-Vermarkter*innen in den USA und UK, dass ihr Tech Stack effizienter funktionieren würde, wenn man Tools ersetzen, aktualisieren oder konsolidieren würde.

Diese Zeit kann man sich sparen: Anstatt eigene Lösungen neu zu entwickeln, vertrauen Marketingfachleute beim Tech Stack eher dem Best-of-Breed-Ansatz. Das hat eine Studie des Data Cloud Unternehmens Snowflake ergeben. Die große Mehrheit setzt auf Tools aus den Bereichen „Integration & Modellierung“ und „Business Intelligence“. Für den Report wurden Nutzungsmuster von mehr als 6.000 Firmen untersucht. Ein paar Beispiele, wie Unternehmen ihre Marketing-Tech-Stacks organisieren, hat erst kürzlich Klaus Janke für die absatzwirtschaft zusammengetragen.

Keine Zeit verliert Netflix: Bereits am 3. November startet in Deutschland das neue, werbefinanzierte Streaming-Angebot (4,99 Euro pro Monat). Mit Integral Ad Science und DoubleVerify wurden bereits Technologie-Partner an Bord geholt, die ab dem ersten Quartal 2023 den Traffic und die Sichtbarkeit der Anzeigen verifizieren.

Übrigens: Haben Sie schon mal über Werbung im Weltall nachgedacht? Laut einer aktuellen Studie könnten Satelliten so in Mustern angeordnet werden, dass sie das Sonnenlicht reflektieren und dabei Buchstaben oder einfache Grafiken anzeigen. Wie viel eine kosmische Anzeige kosten würde und ob das rentabel wäre, können Sie bei den Kollegen von Futurezone.at nachlesen.

In diesem Sinne. Bleiben Sie inspiriert!

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