Von den beliebtesten Arbeitgebern lernen – Folge 1: Flaixible

Das zum „Most Wanted Employer“ gekürte Unternehmen Flaixible aus Aachen zeigt, wie eine gesunde Work-Life-Balance auch in Always-on-Zeiten gewährleistet werden kann – und zur Motivation der Mitarbeitenden beiträgt.
Wie man als Arbeitgeber eine richtig gute Work-Life-Balance ermöglichen kann, zeigt Flaixible. ©Unsplash/Jon Tyson

Spätestens seit der Corona-Pandemie verschwimmen durch Remote Work und Homeoffice die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben immer mehr. Die Work-Life-Balance gerät schnell ins Wanken – etwa durch berufliche E-Mails, die nach Feierabend eintrudeln oder Projekte, die permanent Überstunden erfordern.

Bei Flaixible sind die Angestellten mit der Vereinbarkeit von Job und Privatleben zufrieden. Im Ranking „Most Wanted Employer“ – entstanden aus einer Kooperation der Zeit-Verlagsgruppe und der Arbeitgeber-Bewertungsplattform Kununu – wurde das das Software-Entwicklungs- und Dienstleistungsunternehmen zum besten Arbeitgeber Deutschlands 2022 gewählt. Besonders gute Bewertungen erhielt Flaixible im Bereich Work-Life-Balance.

Das Team von Flaixible profitiert von einer familiären Arbeitskultur. ©Flaixible

Im Interview spricht Martin Kettner, Marketing-Manager bei Flaixible, darüber, was das Unternehmen in dieser Hinsicht auszeichnet.

Herr Kettner, „A place where work feels like home“ – so lautet das Flaixible-Firmenmotto. Wie verwandeln Sie den Arbeitsplatz in einen Ort, der sich für Ihre Mitarbeiter*innen wie ein Zuhause anfühlt?

Bei Flaixible legen wir sehr viel Wert auf den Umgang miteinander. Täglich arbeiten wir daran, unsere Firma zu einem beruflichen und menschlichen Safespace zu machen. Durch unseren offenen Umgang freuen wir uns über jeden Mitarbeitenden – egal welcher Herkunft, Religion, Sexualität, Genderidentität, etc. Alle sind herzlich willkommen und das zeigen wir ihnen tagtäglich. Zusätzlich erschaffen wir eine angenehme, familiäre Arbeitskultur durch die Abschaffung von Hierarchien, denn hier kommunizieren und arbeiten alle auf Augenhöhe. Das sogenannte Feel-Good-Management trägt ebenfalls seinen Teil zu einem gemeinsamen „Zuhause“ bei.

Was genau ist unter einem „Feel-Good-Management“ zu verstehen?

Wir versuchen, durch übliche Annehmlichkeiten wie kostenloses Obst, Wasser und Kaffee unseren Mitarbeitenden ein gutes Gefühl zu geben. Dazu gehören auch Benefits wie vergünstigte Fitnessstudio- Mitgliedschaften oder exklusive Konditionen mit Versicherungsgesellschaften, die unsere Mitarbeitenden wahrnehmen können. Oft sind es auch die kleinen Dinge, die zählen, wie die Bücherecke in der Kaffeeküche, das schwarze Brett im Eingangsbereich und die Kuscheldecken im Winter – kleine Gesten, die unseren Mitarbeitenden zeigen sollen, dass wir sie wertschätzen und sie sich wohlfühlen können.

Regelmäßige Team-Events runden das „Zuhause“ ab und schweißen die Flaixible-Familie immer näher zusammen. Zuletzt ist es auch unsere Feedback-Kultur. Wir nehmen alle Feedbacks unserer Mitarbeiter*innen ernst, versuchen gemeinsam Lösungen zu finden und jeden Tag zu nutzen, um zusammen besser zu werden.

Neben diesen Formen der Wertschätzung geht es auch um ein ausgewogenes Verhältnis von Job und Privatleben. Wie tragen Sie dazu bei, Ihren Angestellten dies zu ermöglichen?

Unsere Kolleg*innen können frei entscheiden, wann sie arbeiten möchten. Auch die Stundenanzahl im Monat ist variabel und kann frei entschieden werden. Das ist nicht nur für Studierende und berufstätige Eltern ideal, sondern für alle Menschen, die eine perfekte Symbiose zwischen Job und Privatleben kreieren wollen. Je nach Erfahrungsstand besteht für unsere Mitarbeitenden die Möglichkeit, dauerhaft ins Homeoffice zu gehen. Diese Lösung bietet gerade für unsere Eltern im Team viel Freiraum, den Job und das Privatleben miteinander zu vereinbaren. Dafür werden sie im Vorfeld optimal gecoacht und natürlich mit der nötigen Technik bestens ausgestattet. Sollte es dennoch Fragen oder Anliegen geben, stehen ihnen immer innerhalb kürzester Zeit Ansprechpartner*innen digital zur Verfügung.

Auch Homeoffice kann zum Problem werden. Die „Avantgarde Experts Corona-Studie 2021 ergab, dass durch das Arbeiten im Homeoffice 42 Prozent der Arbeitnehmer*innen eine klare Trennung von Privat- und Berufsleben fehlte.

Natürlich wurden auch wir bei Flaixible mit den Herausforderungen der Pandemie konfrontiert. Wir haben weitestgehend alle Mitarbeitenden ins Homeoffice geschickt und diese optimal darauf vorbereitet. Da wir die Herausforderungen schon sehr früh erkannt haben, konnten wir unsere Mitarbeitenden bereits im Vorfeld auf diese Situation optimal coachen und diese mit dem nötigen Equipment ausstatten, um optimal auf die neue Situation vorbereitet zu sein.

Zudem waren wir mit allen Kolleg*innen im regelmäßigen Austausch, um zu erfahren, wie diese mit der Homeoffice-Situation zurechtkommen und was wir als Unternehmen tun können, um es ihnen so angenehm wie möglich zu machen. Wir haben aktiv zugehört und gemeinsam Lösungen gefunden, durch die wir als Team gemeinsam gewachsen sind und diese Zeit durchgestanden haben.

Gibt es bei Flaixible eine Feierabendgarantie?

Wir bestehen in unserem Unternehmen auf eine Work-Life-Separation. Unsere Arbeitnehmer*innen sind nicht verpflichtet, außerhalb der Arbeitszeiten erreichbar zu sein. Natürlich gibt es auch bei uns Schichten, die spontan frei werden. Diese können dann von unseren Kolleg*innen spontan und freiwillig angenommen werden. Umgekehrt können sie auch spontan ihre Schichten freigeben, die dann von anderen Personen, die Zeit und Lust haben, angenommen werden können. Wir unterstützen uns also auch alle gegenseitig dabei, unseren Work-Life-Zyklus zu optimieren.

Wie steht es um Teambuilding-Maßnahmen?

Wir veranstalten mit der Weihnachtsfeier und dem Sommerfest zweimal im Jahr größere Firmenfeiern, die über den ganzen Tag verlaufen, damit sich auch jeder die Zeit zur Teilnahme nehmen kann. Darüber hinaus finden bei uns mehrmals im Jahr Team-Events und Kaminabende statt. Diese Events sind nicht nur bloße Teambuildingmaßnahmen. Gemäß dem Motto „Work hard – play hard“ feiern wir zusammen mit unseren Mitarbeitenden ihren Einsatz und ihre Mühen. Wir haben die Erfahrung machen können, dass gerade der soziale Aspekt im Beruf gefördert werden sollte. Bei all dem ist uns dennoch bewusst und wir sind überzeugt, dass Arbeit auch Arbeit bleiben darf!

Die „EY Jobstudie 2021“ zeigte, dass eine Mehrheit der Deutschen eine Verbesserung der Work-Life-Balance in den letzten fünf Jahren sehen. In der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen war der Anteil derjenigen, die eine Verschlechterung bemerkten, am höchsten. Wie kommt dieser Wert bei jungen Mitarbeitenden Ihrer Meinung nach zustande und wie definieren diese eine gute Work-Life-Balance?

Das 9-to-5-Arbeitszeitmodell wird unserer Meinung nach für junge Menschen immer unattraktiver. Junge Menschen wollen nicht nur eine Nummer im Unternehmen sein, sondern als Mensch wahrgenommen werden. Wenn Unternehmen versuchen, ihre Arbeitnehmer*innen in ein Konstrukt zu zwängen, in dem eine flexible Arbeitszeit nicht möglich ist, wird dies vermutlich als Verschlechterung der Work-Life-Balance wahrgenommen.

Junge Mitarbeitende empfinden es als eine gute Work-Life-Balance, wenn sie frei entscheiden können, wann sie arbeiten möchten und wie viel sie arbeiten wollen. Für moderne Unternehmen zählt das Ergebnis und nicht, wann dieses genau erzielt wurde. Man muss den Mitarbeitenden das Gefühl geben, dass diese ihre Work-Life-Balance durch flexible Arbeitszeiten mitgestalten können und es selbst in der Hand haben, um sie glücklich zu machen.

Was können andere Arbeitgeber noch von Flaixible lernen?

Zuhören ist wie so oft im Leben der Schlüssel zum Erfolg. Arbeitgeber müssen ihren Mitarbeitenden genauestens zuhören und versuchen, auf ihre Anregungen und Wünsche einzugehen sowie gemeinsame Lösungen zu finden. Nur so kann die Arbeitsstelle zu einem „Zuhause“ werden. Unternehmen sollten in den Menschen und nicht in die Arbeitskraft investieren. Wir leben eine aktive Fehlerkultur, was bedeutet, dass Fehler bei uns offen angesprochen werden und wir gemeinsam aus Fehlern lernen wollen. Dadurch nehmen wir unseren Kolleg*innen die Angst, Fehler anzusprechen. Als Fazit kann man sagen, dass bei uns der Mensch im Vordergrund steht und eine gute Arbeitsatmosphäre und eine gewisse Unternehmenskultur alles im Unternehmen besser macht und dafür sorgt, dass man „Zuhause“ ist und man gerne zur Arbeit geht.

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