Formel 1: Audi gibt auch in Sachen Employer Branding Gas

Nun ist es offiziell: Ab 2026 steigt Audi in die Königsklasse des Motorsports ein. Eine rasante Entwicklung legt der Konzern jetzt schon im Bereich Social Media – und bei der Ansprache einer jüngeren Zielgruppe – hin.
Audi wagt sich ab 2026 in die Königsklasse des Motorsports. ©Audi

Mit einer eigens entwickelten Antriebseinheit will sich Audi ab 2026 in der Formel 1 behaupten. Mit dieser Bekanntgabe im Rahmen des Großen Preises von Belgien bestätigte der Vorsitzende des Audi-Vorstands Markus Duesmann, worüber in den Medien schon seit Monaten spekuliert worden war.

„Motorsport ist fester Bestandteil der Audi DNA“, so Duesmann. „Die Formel 1 ist globale Bühne für unsere Marke und anspruchsvolles Entwicklungslabor zugleich. Die Kombination von High Performance und Wettbewerb ist in unserer Branche stets Treiber für Innovationen und Technologietransfer.“

Entscheidend für den Einstieg war für den Konzern, dass es in der Königsklasse künftig nachhaltiger und kosteneffizienter zugehen soll. Ab 2026 setzt das technische Reglement in der Formel 1 auf stärkere Elektrifizierung und nachhaltigen Kraftstoff.

Audi sucht Formel-1-Fahrer via Twitter

Mag die Diskussion, inwieweit Formel 1 und Nachhaltigkeit überhaupt in einem Satz genannt werden dürfen, gerade erst entbrennen – an einer Sache gibt es nichts zu rütteln: Aus Marketingsicht und im Zuge des Employer Brandings hat Audi die Aufmerksamkeit der Ankündigung äußerst klug genutzt und dafür vor allem auf Social Media gesetzt.

Schon kurz nach der offiziellen Bekanntgabe, dass Audi in die Königsklasse einsteigt, ging ein Tweet des Autobauers viral, der mit einem großen Augenzwinkern abgesetzt wurde:

In der nicht ganz ernst gemeinten Stellenanzeige heißt es: „Fahrer gesucht, Lebenslauf einschicken.“ Dazu posteten die Social-Media-Verantwortlichen das Bild eines futuristischen Rennwagens in den Farben des Konzerns. Mit aktuell über 66.900 Likes ist es bis jetzt der erfolgreichste Tweet des Jahres.

Humorvoller Tweet kommt auch bei den Jüngeren gut an

Und genau wie Audi selbst, bewiesen Tausende (vor allem jüngere) Twitter-Nutzer*innen in ihren Kommentaren jede Menge Sinn für Humor. „Ich fahre erfolgreich in Karachi Auto und habe großartige Reflexe. Darf ich mich bewerben?“, schreibt eine Nutzerin und fügt ein Tränen lachendes Emoji hinzu.

„Hallo, mein Name ist Bjarne. Ich habe etwas Erfahrung im Kartfahren und zocke derzeit F1-Games. Mindestens 20 Millionen Dollar pro Jahr, bitte“, schreibt ein anderer. Viele posten Clips ihrer Kleinkinder, die auf Spielzeugautos umherpesen und fragen nach der Möglichkeit, sie für das Nachwuchsprogramm anzumelden.

Lustiger Tweet holt potenzielle Fachkräfte ab

Der geniale Weiterdreh des „Fahrer gesucht“-Tweets von Audi folgte auf dem Fuße: „Wir freuen uns, zu sehen, dass so viele Teil unseres Teams sein möchten! Alle offenen Stellen findet ihr ab sofort in unserem Karriereportal.“

Freilich können sich Formel-1-Begeisterte dort nicht als Fahrer*in bewerben, wohl aber in anderen interessanten Motorsport-Bereichen. Unter anderem ist Audi auf der Suche nach „Entwickler*in für Berechnung CFD Formel 1“ oder „Entwickler*in für Grundmotor/Peripherie Formel 1“. Diese Stellenanzeigen dürften in den vergangenen Tagen viel Aufmerksamkeit erfahren haben.

Zu Zeiten des akuten Fachkräftemangels in Deutschland ein äußerst smarter Move von Audi, der das Unternehmen genau so positioniert, wie es sich jüngere potenzielle Arbeitnehmer*innen wünschen: authentisch, humorvoll und auf Augenhöhe. Zumindest in Sachen Social-Strategie hat sich Audi damit die Poleposition schon eingefahren.

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