Durchblick statt Buchstaben-Bingo 

Immer neue Marketing-Tech-Lösungen, nie gehörte Abkürzungen, unklare Möglichkeiten. Wer steigt da noch durch? Zum Glück gibt es kreative Köpfe, die helfen. Das Ergebnis ist eine freie Sicht auf die Marketing Tech-Landschaft.
Die Marketing Technology Landscape 2022 bringt Übersicht in den Marketing-Tech-Dschungel.

Sie wollen Ihr Marketing automatisieren und wissen nicht, welche Lösung dafür in Frage kommen könnte? Verständlich, denn Sie haben schließlich die Wahl zwischen 9932 Marketing-Tech-Lösungen. CRM braucht jeder und eine DMP sollte nicht fehlen oder vielleicht besser eine CDP? Wie wäre es noch mit einem DAM, einem MRM oder einem PIM? Benötigen Sie noch Tools für SEO, BI oder eher etwas zum Visualisieren? Die Vielfalt der Einsatzgebiete ist ebenso riesig wie die Anzahl der Anbieter passender Lösungen. Es gibt kaum einen Arbeitsbereich im Marketing, der nicht technologiegestützt arbeiten kann. Was als reine Kreativ-Leistung begann, wird zunehmend auf Performance getrimmt.  

MarTech-Guru Scott Brinker hat jetzt zusammen mit Frans Riemersma von MartechTribe versucht, Ordnung in das Tool-Chaos zu bringen. Das Ergebnis ist eine völlig neue Supergrafik, die „Marketing Technology Landscape 2022“. Statt verstreuter Technologie-Inseln gibt es nun Struktur und eine Suchfunktion; statt Buchstaben-Bingo übersichtliche Kategorien und Filter. Eine durchaus gelungene Umsetzung, um den Marketing-Tech-Dschungel transparent zu machen.  

Die neue Supergrafik macht nicht nur die Vielfallt transparenter, sondern sie verdeutlicht auch die hohe Dynamik, mit der sich die Marketing-Technologie-Landschaft entwickelt. Waren im Jahr 2020 noch 8.000 Tools gelistet, sind es heute 24 Prozent mehr. Getrieben vom Wunsch nach Effizienz und Performance treiben Marketer die Technologieanbieter vor sich her und diese wiederum lassen sich mit neuen Angeboten nicht lumpen. Was soll das erst werden, wenn das Metaverse sich ausbreitet? 

Technologisch kein Ende in Sicht 

Dass sich das Metaverse ausbreitet, gilt als ausgemachte Sache. Und zwar in allen Bereichen. Jeff Wong, Global Chief Innovation Officer bei EY, schreibt auf Forbes bereits davon, dass sogar ein Metaverse-Einzelhandel kommen wird – wenn auch nicht über Nacht. Da Metaverse Retail digital stattfinden wird, dürften zahlreiche Technologien vonnöten sein, um den Vogel zum Fliegen zu bringen. Der ohnehin vorhandene Datenhunger wird sein Übriges zum Technologiewachstum beitragen. Einer aktuellen Studie des Bitkom zufolge gehen deutsche Firmen davon aus, dass ein Geschäftserfolg immer stärker auf Daten basiert. Jedes siebte Unternehmen hierzulande will demnächst sogar sein Kerngeschäfte auf Daten aufbauen. Damit wird die technologische Latte höher gehängt, auch für die Marketingorganisationen. 

Schon gehört? 

Big Tech sorgt in diesen Tagen wieder für reichlich Gesprächsstoff. So möchte Google seine Datenerhebung über Apps transparenter machen. App-Entwickler*innen für Google Play müssen künftig Angaben hinzufügen, wie eine App Nutzerdaten erhebt, weitergibt und schützt. Nutzer*innen sehen künftig auch, ob die App diese Daten benötigt, damit sie ordnungsgemäß funktioniert oder ob die Daten-Erhebung optional ist.  

Mitbewerber Apple hat unterdessen die Aufmerksamkeit der EU-Kommission auf sich gezogen. Die Kommission vermutet, dass Apple den Zugang Dritter zu Schlüsseltechnologien beschränkt hat, die für die Entwicklung konkurrierender mobiler Geldbörsen für Apple-Geräte benötigt werden, wovon die eigene Lösung, Apple Pay, profitiert. Bestätigt sich der Verdacht, würde dies gegen die Wettbewerbsvorschriften der EU verstoßen und eine saftige Kartellstrafe drohen. 

Keine Strafe, sondern eine Ausgleichzahlung muss LinkedIn leisten. Wie die New York Times berichtet, zahlt die Business-Plattform rund 1,8 Millionen US-Dollar an 686 weibliche Angestellte, die an einigen US-Standorten von 2015 bis 2017 weniger Vergütung als ihre männlichen Kollegen erhalten hatten. Eine entsprechende Vereinbarung hat LinkedIn mit dem US-Arbeitsministerium getroffen. 

Übrigens: Bei allem Technologie-Wahn müssen Feingeister nicht auf der Strecke bleiben. Sogar mit Robotern lassen sich Marken kreativ in Szene setzen. Zumindest, wenn ein Künstler-Duo wie Rob und Nick Carter im Hintergrund die Strippen zieht.  

In diesem Sinne. Bleiben Sie inspiriert!