Ströer profitiert von Digitalisierung der Werbung

Der Außenwerbedienstleister und Digitalvermarkter setzt seine Wachstumsstory fort und legt im ersten Halbjahr in allen Bereichen zu. Auch der Ausblick der Unternehmenschefs Udo Müller und Christian Schmalzl fällt positiv aus.
Außenwerbung von Ströer an einer Bahnstation in Köln (© Imago)

Der Werbevermarkter Ströer ist im ersten Halbjahr in allen Geschäftsbereichen deutlich gewachsen. Der Gesamtumsatz stieg um acht Prozent auf 787 Millionen Euro, wie das im S-Dax notierte Unternehmen am Donnerstag in Köln mitteilte. Das bereinigte Ergebnis zog um sieben Prozent auf 84 Millionen Euro an.

„Die positiven Kennzahlen belegen den Erfolg der OHH plus Strategie“, sagte Gründer und Co-Chef Udo Müller. Maßgeblich zum Erfolg hätten Investitionen in die Digitalisierung der Werbeträger, ein weiter ausgebauter Lokal- und Regionalvertrieb sowie eine steigende Nachfrage nach digitalen Außenwerbeprodukten beigetragen.

Die Umsätze im Kerngeschäft mit klassischer Außenwerbung (Out of Home, OHH) legten im ersten Halbjahr um neun Prozent auf 324 Millionen Euro zu. Das Unternehmen geht davon aus, dass sich der vor allem durch die fortlaufende Digitalisierung getriebene strukturelle Aufwärtstrend für OOH mit Wachstumsraten von rund fünf Prozent für mindestens zehn weitere Jahre fortsetzen wird.

Verkäufe mehr als ausgeglichen

Daneben konnte auch die Sparte der digitalen Werbung und Inhalte (Digital OOH & Content) etwa mit der Nachrichten-Webseite t-online.de zulegen. In diesem Bereich stieg der Umsatz im Zeitraum von Januar bis Juni zwar nur um 1,1 Prozent auf 266 Millionen Euro. Das organische Wachstum lag allerdings bei zehn Prozent und konnte somit weggefallene Umsätze durch Verkäufe mehr als ausgleichen. Im Rahmen seiner „Out-of-Home plus“-Strategie hat sich der Werbevermarkter unter anderem von einer Beteiligung am norwegischen E-Learning-Unternehmen Conexus, vom Lebensmittelversender Foodist und seinem Mobile-Performance-Geschäft getrennt.

Am stärksten legte der dritte und bislang kleinste Geschäftsbereich von Ströer, die Telefon- und Direktvermarktung (Direct Media), zu: Der Umsatz machte im ersten Halbjahr einen Sprung um gut 24 Prozent auf 215 Millionen Euro.

Positive Prognose für das zweite Halbjahr

Ströer bestätigte seine Prognose für das Gesamtjahr. „Durch die strategische Fokussierung und die damit verbundenen Veräußerungen von Randgeschäften konnten wir noch mehr Energie auf die Weiterentwicklung unseres Kerngeschäfts legen“, sagte Co-CEO Christian Schmalzl. Für das zweite Halbjahr erwartet der Werbevermarkter weiterhin ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Das Unternehmen mit Sitz in Köln ist in den vergangenen Jahren von Rekord zu Rekord geeilt. So hat sich der Jahresumsatz zwischen 2009 und 2018 mehr als verdreifacht – er lag zuletzt bei knapp 1,6 Milliarden Euro, der Gewinn bei 200 Millionen Euro. Zu Ströer, das rund 12.500 Mitarbeiter beschäftigt, gehören unter anderem das Online-Newsportal Watson, der Statistikdienstleister Statista, die Schulfreunde-Community Stayfriends und die Internenportale Kino.de und Giga.de.

(tht, Jahrgang 1980) ist seit 2019 Redakteur bei der absatzwirtschaft. Davor war er zehn Jahre lang Politik- bzw. Wirtschaftsredakteur bei der Stuttgarter Zeitung. Der Familienvater hat eine Leidenschaft für Krimis aller Art, vom Tatort über den True-Crime-Podcast bis zum Pokalfinale.