TV-Streaming legt weiter zu

Immer mehr Menschen nutzen ihren Fernseher für Streaming. Das ist das Ergebnis einer Studie von Kantar im Auftrag der AGF Videoforschung. Von dieser Entwicklung profitieren aber nicht alle Streaming-Angebote.
Streaming
Immer mehr Deutsche nutzen den Big Screen inzwischen fürs Streaming. ©Unsplash/Kelly Sikkema

In deutschen Haushalten wird der Fernseher zunehmend auch für Streaming genutzt. Einer Studie des Marktforschungsunternehmens Kantar zufolge gaben 56,2 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren in TV-Haushalten an, in den vergangenen vier Wochen mindestens einmal mit dem Fernseher online gewesen zu sein. In der Frühjahreswelle der Plattformstudie lag dieser Wert noch bei 52,0 Prozent.

Die meisten von ihnen verlassen sich jedoch nicht nur auf den großen Bildschirm im Wohnzimmer. Vielmehr nutzen zwei Drittel der Personen mittlerweile drei oder mehr Geräte, um online zu sein (63,7 Prozent). Zwei Geräte sind es bei 17,6 Prozent der Personen, nur eines bei 7,9 Prozent der Befragten.

„Mit steigender Durchdringung der smarten Endgeräte in den Haushalten werden auch die technologischen Möglichkeiten verstärkt genutzt, die internetfähige Fernsehgeräte bieten“, sagt Kerstin Niederauer-Kopf, Vorsitzende der Geschäftsführung der AGF Videoforschung in Frankfurt. Sie sieht darin den Erfolg des Fernsehers: „Der Big Screen hat an Relevanz nicht verloren. Im Gegenteil.“

Unabhängige Streaming-Angebote verzeichnen höchste Nutzungszahlen

Inzwischen warten auch die TV-Sender mit einem breiten Streaming-Angebot auf. Und das mit Erfolg: 34,6 Prozent der Befragten ab 14 Jahren nutzten die Online-Angebote der TV-Sender. Damit liegen sie allerdings unter den Nutzungszahlen von Netflix & Co. So nutzten 66,7 Prozent die unabhängigen Streaming-Angebote – ein Allzeithoch.

Einen Höchstwert erreichen auch die kostenpflichtigen Video-on-Demand-Angebote: Fast jede*r Zweite (48,4 Prozent) gab an, in den vergangenen vier Wochen ein solches Angebot genutzt zu haben – ein Plus von knapp 5 Prozentpunkten, denn in der Frühjahreswelle lag der Wert noch bei 43,5 Prozent.

Während Video-Streaming weiter ansteigt, geht der Anteil an Pay-TV-Haushalten leicht zurück. 11,5 Prozent gaben an, über ein Abo zu verfügen. In der Frühjahreswelle waren es noch 12,2 Prozent.

Methode

Für die Plattformstudie befragte Kantar im Auftrag der AGF Videoforschung mithilfe computergestützter persönlicher Interviews (CAPI) im Frühjahr knapp 2500 Deutsche ab 14 Jahren in TV-Haushalten. In der zweiten Welle waren es knapp 2400 Befragte. Mehr Informationen zur Stichprobe finden Sie hier.

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