Event-Veranstalter fordern Ende aller Corona-Auflagen

Die Veranstalter von Messen und Konzerten machen Druck auf Bund und Länder: Jetzt sei die Zeit gekommen, die Corona-Auflagen aufzuheben. Sie verweisen auf den Verlauf der Krankheitsfälle.
230.000 Arbeitsplätze in Deutschland hängen laut Auma an der Messewirtschaft, 165.000 davon seien inzwischen akut gefährdet. ©Koelnmesse

Die Veranstalter von Konzerten und Messen in Deutschland dringen auf ein schnelles Ende aller Corona-Beschränkungen. Vor der Ministerpräsidentenkonferenz zur Corona-Lage an diesem Mittwoch forderte der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft eine „sofortige und vollständige Öffnung“. Auch die Messewirtschaft sieht keinen Grund mehr, Branchentreffen absagen zu müssen.

„Wir müssen jetzt entscheiden, ob unsere Veranstaltungen im Herbst stattfinden werden oder nicht“, sagte der Präsident des Bundesverbands, Jens Michow, der Funke-Mediengruppe. Für viele hänge das wirtschaftliche Überleben davon ab. „Kulturveranstaltungen benötigen Vorlauf und müssen planbar sein, auch für die Zuschauer. Sie wollen keine Karten von Konzerten mit dem Risiko kaufen, dass die drei Tage vorher doch wieder abgesagt werden.“

Michow nannte es vertretbar, dass Bund und Länder am Mittwoch die Aufhebung aller Corona-Auflagen beschließen. „Wir sehen ja, dass dem Gesundheitssystem derzeit keine Überlastung droht.“ Wegfallen müssten alle Kapazitätsbeschränkungen, die Überprüfung von Impfnachweisen bei Veranstaltungen und die Maskenpflicht. „Wer ein Konzert oder einer Veranstaltung besuchen will, muss künftig selbst bestimmen, ob er das Risiko einer Infektion zu tragen bereit ist“, meinte Michow.

Auma: Messen sind machbar

Für die Messewirtschaft ist die Wiederbelebung des Messelebens in allen 16 Bundesländern nötig. „Und zwar jetzt“, sagte Philip Harting, Vorsitzender des Verbands der deutschen Messewirtschaft (Auma), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Weitere Wochen des Wartens bringen die Messebranche ohne jede Schuld in noch größere Nöte, die tief nachwirken werden“.

Messen seien „machbar“, hob Harting hervor. Die Messewirtschaft habe die Einschränkungen lange solidarisch mitgetragen. „Angesichts von 85 Prozent doppelt geimpfter und 65 Prozent geboosterter Erwachsener, bestens erprobter Hygienekonzepte der Messen und immer mehr Öffnungen der Länder um uns herum haben wir aber kaum noch Verständnis für eine ratlose Politik auf Kosten der übergroßen Mehrheit“, fügte er hinzu. „Unser Geduldsfaden ist am Reißen“. 230.000 Arbeitsplätze in Deutschland hängen laut Auma an der Messewirtschaft, 165.000 davon seien inzwischen akut gefährdet.

he/dpa

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