mediathek: Empfehlungen von Eva Hanf von Elbkind Reply

Hier stellen Marketing- und Agenturentscheider*innen Fundstücke aus der Welt der Medien vor, die sie inspirieren. Heute: Eva Hanf, Mitglied der Geschäftsleitung bei Elbkind Reply.
Eva Hanf ist nicht ganz unbefangen bei ihren Empfehlungen. ©Elbkind Reply (Montage: Olaf Heß)

Education mit Augenschmaus

Wenn eine Sprachnachricht mit den Worten „lots of black fat belly love“ endet, ist sie höchstwahrscheinlich von einer Person, die seit dem Studium zu meinem engsten Kreis gehört und ihr (gelebtes) Wissen in den Feldern Rassismus, Körperdiskriminierung, Solidarität und die Liebe zu Fashion nicht nur mit mir teilt, sondern dankenswerterweise auch auf dem Instagram-Account @body_mary, bei Workshops, Panels und in der Arbeit in der Antidiskriminierungsberatung. Education mit Augenschmaus, denn die hier gezeigte Black Fatshion ist ein ganz exquisiter Farbklecks auf der Retina. Wenngleich ich bei dieser Empfehlung womöglich etwas befangen bin.

Historische Deep Dives

Ein Tipp aus gegebenem Anlass: Dan Carlin’s Hardcore History war der erste Podcast, der mir selbst gezeigt hat, dass Longform Audio Content funktioniert, ­unterhaltsam, hochwertig und edukativ sein kann. Wer auf historische Deep Dives steht, etwas für Zugfahrten braucht und alle „Alles gesagt“-Episoden der „ZEIT“ schon gehört hat. Output zwar nur sehr unregel­mäßig, aber qualitativ anspruchsvoll.

Arabische Schrift positiv aufladen

Um das Aufbrechen von Sprache und damit verbundene Ängste geht es auch bei der Marke Habibi, gestartet als Instagram-Shop @habibi.you.know. Ziel der Köpfe hinter der jungen Modemarke (Imad El Rayess und Jessica Rees) ist es, die oft negativ assoziierte arabische Schrift positiv aufzuladen. Grandiose Idee, simpel und effektvoll, tolles Marketing und ästhetisch zeitgeistige Kampagnen. Full disclosure: Ich bin auch hier nicht ganz unbefangen, denn Imad ist Ex-Elbkind und sein Engagement für die Sache haben wir vehement unterstützt.

Die Macht von Sprache

Vor einigen Jahren entbrannte bei einem ­Geburtstagsdinner eine Diskussion zwischen einem Bekannten der Familie und mir, wieso es sich in meinen – leider nicht in seinen – ­Augen verbietet, gewisse Begriffe als Bezeichnung einer anderen Person zu verwenden. Ich wünschte, ich hätte damals schon Kübra Gümüşays Buch „Sprache und Sein“ zur Hand gehabt, in dem sie mit eingängigen Bildern und prägnant die Macht von Sprache zur Ausgrenzung anderer Menschen vermittelt.

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