Bund und Länder unterstützen Messen mit Sonderfonds

Gerade ist läuft das Messegeschäft nach vielen Monaten des Corona-Lockdowns wieder an. Doch längst nicht alle Veranstalter wollen die Risiken tragen und fürchten neuerliche Einschränkungen und Messeabsagen. Ein millionenschwerer Fonds soll Anreize setzen, damit Messen organisiert werden.
Der Messestandort Deutschland fährt in diesen Tagen wieder hoch. Doch die Gefahr von neuerlichen Einschränkungen ist noch nicht gebannt. ©Koelnmesse

Bund und Länder unterstützten die Messewirtschaft in Deutschland angesichts anhaltender Corona-Risiken mit einem neuen Sonderfonds. Wie das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin mitteilte, sollen Vorbereitungskosten von Messen und Ausstellungen gegen das Risiko einer Corona-bedingten Veranstaltungsabsage abgesichert werden. Ziel ist es demnach, Anreize zu geben, damit Messen organisiert werden und dann auch stattfinden.

Derzeit würden entsprechende Versicherungslösungen für Pandemierisiken am Markt nicht angeboten, hieß es. „Veranstaltende Unternehmen sind daher aufgrund der langen Vorbereitungszeit und hohen Investitionen von einem enormen Kostenrisiko betroffen.“ Über das Programm könnten veranstaltungsbezogene Kosten von insgesamt bis zu 600 Millionen Euro abgesichert werden.

Spitzenposition des Messeplatzes Deutschland sichern

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erklärte: „Bund und Länder setzen sich gemeinsam dafür ein, dass der Messeplatz Deutschland auch in Zukunft international eine Spitzenposition einnimmt. Das erfordert gerade jetzt neue Konzepte sowie umfangreiche Investitionen. Daher ist die Ausfallabsicherung gerade jetzt ein wichtiges Instrument zur Stärkung unserer Messewirtschaft.“

Der Hamburger Wirtschaftssenator Michael Westhagemann nannte die Absicherung einen wichtigen Baustein zur Stärkung der Messewirtschaft. Hamburg stelle für die Umsetzung für alle Länder eine für die Hilfen des Sonderfonds erforderliche und darauf zugeschnittene IT-Plattform bereit. NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart als Vorsitzender der Wirtschaftsministerkonferenz erklärte: „Mit der Ausfallabsicherung unterstützen wir unsere Messeveranstalter dabei, wieder dauerhaft und sicher ‘Back to Business‘ zu gelangen. Messen bieten nach der schwierigen Zeit der Corona-Pandemie wieder wichtige Branchenplattformen zur Kommunikation und zum Networking.“

Maximal acht Millionen Euro Entschädigung pro Veranstaltung

Der Bund stellt laut Mitteilung die notwendigen Haushaltsmittel zur Verfügung, die Antragsbearbeitung und Auszahlung liegt in der Verantwortung der Länder.

Konkret können den Angaben zufolge im Falle einer pandemiebedingten Absage einer Messe maximal 80 Prozent der dadurch entstandenen veranstaltungsbezogenen Kosten von dem Fonds übernommen werden. Die maximale Entschädigungssumme betrage acht Millionen Euro pro Veranstaltung. Abgedeckt seien Betriebs- und Personalkosten, Anmietungen, Wareneinsätze sowie beauftragte Dienstleister.

tht/dpa

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