The Boomer Papers: Marken zwischen NFTs und Memes

Die Agentur Brandneo hat in ihren "Boomer Papers" untersucht, wie es um die deutsche Internet-Kultur bestellt ist – und dabei abgefragt, wie Marken sich im Web verhalten sollten. Ein Online-Streifzug von Streamer*innen über NFTs bis Memes.
Boomer
Boomer Papers: Besonders Humor kann im Internet ein wichtiger Hebel für Marken sein. ©Brandneo

Für die „Boomer Papers“ haben die Agentur Brandneo mit ihrer auf Internet-Kultur spezialisierten Einheit „Agentur Boomer“ und das Marktforschungsinstitut Appinio 1006 Menschen (je 50 Prozent Frauen und Männer) im Alter von 18-44 Jahren in Deutschland befragt.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

36 Prozent der Befragten sind ihren Angaben zufolge seit der Corona-Pandemie „deutlich häufiger online pro Tag“. Das Gros (29 Prozent) verbringt zwei bis vier Stunden am Tag im Internet, 26 Prozent sogar vier bis sechs Stunden und 17 Prozent surfen täglich sechs bis acht Stunden. Nur kumuliert zwölf Prozent der befragten 18- bis 44-Jährigen verbringen pro Tag weniger als zwei Stunden im Internet.

Die bekanntesten Streamer*innen

Ein Grund für eine lange Aufenthaltsdauer im Netz sind Streamer*innen, deren Bekanntheit innerhalb der Internet-Community sich bei einer gestützten Abfrage wie folgt darstellt („Welche der folgenden Streamer*innen kennst Du, wenn auch nur dem Namen nach?“):

  1. MontanaBlack88 – 48 Prozent
  2. Gronkh – 40 Prozent
  3. TheRealKnossi – 37 Prozent
  4. UnsympathischTV – 30 Prozent
  5. Trymacs – 29 Prozent
  6. Ungespielt – 29 Prozent
  7. INSCOPE21TV – 29 Prozent
  8. Rewinside – 26 Prozent
  9. Papaplatte – 26 Prozent
  10. ELoTRIX – 24 Prozent

Memes glaubwürdig nutzen

Auch Memes sind aus dem Internet mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Sie sind in fast allen Nischen zu finden und funktionieren als allgemeingültige Sprache, die von vielen aktiv gesprochen oder zumindest verstanden wird. 67 Prozent der von Agentur Boomer und Appinio befragten 18- bis 44-Jährigen gaben an, bereits selber ein Meme erstellt zu haben.

44 Prozent haben indes schon ein Meme geteilt, 76 Prozent der Befragten zwischen 18 und 35 Jahren sogar mehr als einmal.

Memes werden in der Kommunikation zunehmend auch für Marken bedeutender. „Wer ihren mal einfachen, mal komplexen Code versteht und mit ihnen umgehen kann, bestätigt sich als Teil der Culture und ist glaubwürdig“, heißt es in den „Boomer Papers“. Memes würden „von einem stetig wachsenden Teil der Gesellschaft verstanden und offenbaren schnell, wer aus der Culture kommt und deshalb vertrauenswürdig ist“. Sei ein neues Meme-Template auf Plattformen wie Reddit besonders präsent und passe die Aussage des Memes zur Marke, dann hätten Marken sogar eine gute Chance, mit einer Adaption viral zu gehen.

Unternehmen sollten laut „Boomer Papers“ bei der Verwendung von Memes allerdings generell vorsichtig sein: „Memes entwickeln sich wie jede Sprache ständig weiter und sind für unterschiedliche Communities unterschiedlich relevant.“ Wer Nutzer*innen authentisch mit Memes erreichen und sich seine Community nicht verbrennen möchte, müsse den richtigen Ton anschlagen.

Marken sollten im Internet …

Unter anderem im Umfeld von Streamer*innen und Memes tummeln sich unlängst viele Marken, die insbesondere jüngere Zielgruppen im Internet erreichen wollen. Doch das ist bekanntlich gar nicht so leicht, wie es sich in der Theorie anhört. Denn: „Die zahlreichen Subkulturen des Internets stehen für progressive Werte wie Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Solidarität, kommunizieren in eigenen Codes und verteidigen ihre digitalen Spaces gegen Einflüsse von außen“, wie es in den „Boomer Papers“ heißt. Marken hätten deshalb nur eine Chance: „Sie müssen genau zuhören, die Culture verstehen und von ihr lernen.“

Schaffen es Marken also, sich durch authentische Ansprache und Content mit Mehrwert für die Community zu etablieren, ist das Potenzial für sie im Internet sehr groß. „Die Loyalität der Internet Culture zu gewinnen bedeutet, im täglichen Leben von Millionen Menschen einen festen Platz zu haben“, schreiben die Macher*innen der „Boomer Papers“.

Besonders Humor kann im Internet ein wichtiger Hebel für Marken sein: In der Umfrage gaben 56 Prozent der Befragten an, dass Marken mit lustigem Content kommunizieren sollten. 42 Prozent fanden es außerdem essenziell, dass Marken Talente im Internet fördern. 27 Prozent sind derweil der Meinung, dass Marken eine Haltung zu politischen Themen haben sollten.

Top3-Trends: Krypto, KI, NFTs

Gefragt nach den derzeit spannendsten Trend-Themen im Internet, lauteten die drei Top-Antworten:

  1. Krypto und Bitcoin
  2. Künstliche Intelligenz
  3. NFTs

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