Fünf Impulse zur Circular Economy

In regelmäßigen Abständen präsentieren wir Impulse und Entwicklungen auf dem Weg in die Circular Economy. Ein Potpourri aus aktuellen Studien über Aktivitäten von Marken im Bereich Kreislaufwirtschaft bis hin zu wichtigen politischen Weichenstellungen.
Leere Verpackungen aus Glas gehören in die Glascontainer – sofern kein Pfand auf sie erhoben wird. Doch wohin mit roten, gelben oder blauen Flaschen, wenn doch nur Grün-, Braun- und Weißglas zur Wahl stehen? (© Adobe Stock)

Altglas richtig Recyclen

Glasrecycling ist grundsätzlich in der Bevölkerung zwar anerkannt: Die große Mehrheit der Verbraucher*innen in Deutschland – gut 80 Prozent – entsorgt Altglas in Glascontainern, größtenteils auch nach den Farben Weiß, Braun und Grün sortiert. Doch wenn’s bunt wird, sind offenbar viele unsicher. Laut einer aktuellen YouGov-Umfrage werfen nur knapp ein Viertel der Verbraucher*innen (23 Prozent) Glasverpackungen, die nicht weiß, grün oder braun sind, richtig in den Container für Grünglas. Grün verträgt als Mischfarbe die meisten Unreinheiten im anschließenden Recycling. Die übrigen 77 Prozent der Befragten wussten nicht, dass außergewöhnlich gefärbtes Glas, wie blaue oder rote Flaschen, zum Grünglas gehören. Deckel müssen übrigens nicht abgeschraubt werden, da sie in den Glassortieranlagen separiert werden können.

Kriegsfolgen treiben Nachhaltigkeit in der Wirtschaft voran

Der Krieg in der Ukraine hat in der deutschen Wirtschaft dazu geführt, dass sich viele Unternehmen intensiver mit den Themen ökologische Nachhaltigkeit und regenerativer Energieversorgung beschäftigen. Für gut jedes dritte Unternehmen in Deutschland ist der Krieg Anlass, Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit anzustoßen oder diese zu verstärken (34 Prozent). Und fast jedes vierte Unternehmen gibt an, als Folge des Krieges verstärkt auf regenerative Energien zu setzen (24 Prozent). Das hat eine repräsentative Ipsos-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands unter 504 Unternehmen ab 25 Mitarbeitenden ergeben.

Rücknahmepflicht von Elektroschrott: Praxistests belegen zahlreiche Verstöße

Die seit Juli 2022 für größere Supermärkte und Drogerien geltende Rücknahmepflicht von Elektroschrott wird schlecht oder gar nicht umgesetzt. Das ist das Ergebnis durchgeführter Testbesuche der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Im Zeitraum von Juli bis August 2022 hat der Umwelt- und Verbraucherschutzverband stichprobenartig 34 Märkte, darunter Aldi, Lidl, Müller, Rewe und Norma, in neun Bundesländern getestet. In keinem einzigen der getesteten Märkte konnte ein gutes Informations- und Rücknahmekonzept für Elektroschrott festgestellt werden.

Bundesverband E-Mobilität erwartet nachhaltigen Technologie-Umbau

Die Unternehmen im Branchenumfeld der „Neuen Mobilität“ lassen sich nicht ausbremsen. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen im zurückliegenden Jahr – sei es durch die Energiepreis-Explosion oder Schwierigkeiten in den Lieferketten – werden 2023 zahlreiche Innovationen im System der Elektromobilität, der Erneuerbaren Energie und der Digitalisierung erwartet. Wie der Bundesverband E-Mobilität (BEM) mitteilte, wird die Marktbelebung durch neue Angebote in den Bereichen Fahrzeuge, Infrastruktur und Technologie-Lösung hoch bleiben.

Plastikabfall-Export sinkt auf niedrigsten Wert seit 2005

Deutschlands Entsorgungsbranche hat in diesem Jahr schätzungsweise so wenig Plastikmüll exportiert wie seit 2005 nicht mehr. Etwa 727.000 Tonnen Kunststoff-Abfall seien ins Ausland gebracht worden und damit elf Prozent weniger als im Vorjahr, teilte der Entsorgungsbranchenverband BDE auf Anfrage mit. 2005 hatte der Wert mit 689.000 niedriger gelegen, 2012 war er mit 1,51 Millionen Tonnen besonders hoch. Der Verband begründete die Entwicklung in diesem Jahr damit, dass die Inlandsnachfrage nach Plastik gestiegen sei. Das wichtigste Abnehmerland waren die Niederlande, gefolgt von der Türkei und Polen. Die Zahlen für den Zeitraum Januar bis Oktober 2022 stammen vom Statistischen Bundesamt, die letzten zwei Monate des Jahres hat der BDE hochgerechnet und kommt damit auf einen geschätzten Gesamtwert.

Menge der verwerteten Verpackungen steigt weiter

Die dualen Systeme können ihre Verwertungsmengen weiter erhöhen: 2021 wurden über sämtliche Materialfraktionen hinweg insgesamt rund 5,9 Millionen Tonnen Verpackungen aus dem privaten Endverbrauch einer Verwertung zugeführt – rund drei Prozent mehr als im Vorjahr. Damit erfüllen die dualen Systeme für das Jahr 2021 alle gesetzlich vorgegebenen Verwertungs- und Recyclingquoten. Diese Zahlen veröffentlichte die Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) am 15. Dezember 2022.

(tht, Jahrgang 1980) ist seit 2019 Redakteur bei der absatzwirtschaft. Davor war er zehn Jahre lang Politik- bzw. Wirtschaftsredakteur bei der Stuttgarter Zeitung. Er hat eine Leidenschaft für Krimis aller Art, vom Tatort über den True-Crime-Podcast bis zum Pokalfinale.