Equal Pay Day: Es mangelt weiter an Transparenz

Eine aktuelle Studie zum Equal Pay Day zeigt, dass Frauen deutlich weniger Selbstvertrauen am Arbeitsplatz zu haben scheinen als männliche Kollegen, wenn es darum geht, über Gehalt zu sprechen. Auch das Lohngefälle zwischen Frauen und Männern ist längst nicht gelöst.
Nichtmals die Hälfte der Arbeitnehmerinnen in Deutschland glaubt, dass ihr Arbeitgeber genug tut, um das geschlechtsspezifische Lohngefälle zu beseitigen. ©Imago

Am 7. März ist der Equal Pay Day 2022. Der internationale Aktionstag rückt das Lohngefälle zwischen den Geschlechtern in den Fokus und markiert den Zeitpunkt, bis zu dem Frauen im Vergleich zu Männern durchschnittlich unentgeltlich im jeweiligen Jahr die gleiche Arbeit geleistet haben.

Insbesondere Frauen fällt es oft schwer, am Arbeitsplatz selbstsicher zu sein und die eigenen Leistungen anzuerkennen. Dieses Empfinden wird als „Confidence Gap“ bezeichnet. Im Rahmen einer aktuellen Studie stimmen 53 Prozent der Frauen und 41 Prozent der Männer zu, dass es ein Selbstvertrauensdefizit zwischen Mann und Frau am Arbeitsplatz gibt.

Bei der von One Poll im Auftrag von Glassdoor durchgeführten Studie wurden vom 10. bis 16. Februar 1000 Arbeitnehmer*innen aus Deutschland befragt, die in Vollzeit erwerbstätig waren, Selbstständige ausgenommen.

Frauen zurückhaltender bei Gehaltsverhandlungen

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Während ganze 66 Prozent der Männer selbstsicher in Verhandlungsgespräche zu Gehalt, Boni oder Teuerungszulagen hineingehen, legen gerade einmal 47 Prozent der Frauen eine vergleichbare Selbstsicherheit an den Tag. Jedoch sind 73 Prozent der Frauen der Ansicht, dass sie aktuell eine Gehaltserhöhung verdient hätten und 41 Prozent sagen, dass ihre Zurückhaltung bei Gehaltsverhandlungen ihr Einkommen in der eigenen Karriere beeinflusst habe.

Die Umfrage zeigt zudem, dass Unternehmen mehr tun könnten, um den Arbeitnehmer*innen zu helfen, Gespräche über Geld zu führen. Nur eine*r von zwei Arbeitnehmer*innen glaubt, dass ihr Arbeitgeber die Gehaltsstruktur transparent darstellt. Dennoch sind 63 Prozent der Meinung, dass eine Gehaltstransparenz gut für das Geschäft ist. Und 67 Prozent glauben, dass sie gut für die Zufriedenheit der Mitarbeitenden ist.

Gender-Pay-Gap noch immer spürbar

„Bis heute ist das Thema Gehaltsverhandlungen vielen Menschen und hauptsächlich Frauen unangenehm. Unsere Umfrage hat ergeben, dass die anhaltende mangelnde Transparenz um das Gehalt Frauen am Arbeitsplatz benachteiligt“, sagt Jill Cotton, Karriere-Expertin bei Glassdoor.

Das Problem: Laut Studie trauen sich 40 Prozent der Arbeitnehmerinnen nicht, über ihr Gehalt zu verhandeln, und nur 46 Prozent glauben, dass ihr Arbeitgeber genug tut, um das geschlechtsspezifische Lohngefälle zu beseitigen. Darüber hinaus ist eine von vier Frauen der Ansicht, ihr Unternehmen lege bis heute keinen Wert auf einen Ausgleich des Lohngefälles.

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