Agentur-Kunden-Beziehung: Agenturen blicken skeptisch in die Zukunft

Nur noch etwa die Hälfte der Agenturen erwartet eine positive Entwicklung der Beziehungen zu ihren Kunden. Das geht aus eine Studie des Gesamtverbandes Kommunikationsagenturen hervor.
Agenturen gehen von einer zunehmenden Komplexität der Marketing-Kommunikation aus

87 Prozent der Agenturen und 83 Prozent der Unternehmensvertreter bewerten ihre persönlichen Agentur-Kunden-Beziehungen der letzten drei bis fünf Jahre positiv. Der Ausblick in die Zukunft fällt dagegen wesentlich schlechter aus: nur noch 50 Prozent der Agenturen und 60 Prozent der Kunden erwarten eine positive Entwicklung ihrer Beziehungen. Dies belegt die Studie Agentur-Kunden-Beziehungen von Morgen des Gesamtverbandes Kommunikationsagenturen (GWA). Im Rahmen eines mehrmonatigen Think-Tanks beschäftigte sich der GWA mit den Fragen, welchen Herausforderungen Agenturen und Kunden sich in ihrer Zusammenarbeit zukünftig stellen müssen und welche Wege es zur Stärkung der Agentur-Kunden-Beziehung gibt. Die Ergebnisse der Studie zeigen die sieben wesentlichen Entwicklungen auf, die dafür sorgen, dass die gemeinsame Arbeit konfliktreicher und spannungsgeladener wird: „Die Skepsis mit Blick auf die Zukunft hat sehr viel mit der zunehmenden Komplexität der Marketing-Kommunikation und weniger mit erwarteten Qualitätseinbußen seitens der Agenturen zu tun. Agenturen, die neben kreativer Exzellenz auch strategisch und prozessual führen können, sind im Vorteil.“ sagt Nina Rieke, GWA Vorstand (Ressort Kunden) und Chief Strategy Officer der DDB Group Berlin.

Fremdbestimmter Agentur-Kunden-Beziehungen

Dabei wird besonders deutlich, in welchen Kernthemen bezihungsweise Entwicklungen es Unterschiede in den Erwartungen gibt. So befürchten vor allem Agenturvertreter (77 Prozent), dass Agentur-Kunden-Beziehungen zukünftig fremdbestimmter und komplexer werden. Nur 58 Prozent der Unternehmensvertreter bestätigen diese These. Einigkeit herrscht darüber, dass der Preis- und Effizienzdruck weiter zunimmt. Dies ist aber nur bedingt ausschlaggebend auf die Lebensdauer der Beziehungen: 58 Prozent der Agentur- und 51 Prozent der Kundenvertreter erwarten kurzfristige Beziehungen. Dieser Annahme stellt sich jedoch auch eine beachtliche Anzahl Befragter (24 Prozent bzw. 30 Prozent) gegenüber, die gar eine erhöhte Chance auf längerfristige Partnerschaften erwarten. Diese sollen durch einen vermehrten Bedarf an einer stabilen und vertrauensvollen Zusammenarbeit entstehen, die aus der wachsenden Komplexität und dem stetigen Wandel in der Branche resultieren.

Drei Empfehlungen füreine erfolgreiche Zukunft

Für erfolgreiche Agentur-Kunden-Beziehungen in der Zukunft lassen sich drei Gestaltungsempfehlungen zusammenfassen: eine klare Positionierung der Agentur in ihrer täglichen Rolle mit den jeweiligen Kunden, Steigerung der Beratungskompetenz und eine weitere Professionalisierung in den Arbeitsprozessen, nicht nur um kosteneffizienter, sondern auch schneller die eigenen PS auf die Straße zu bringen.

Die Ergebnisse dieses Think-Tanks basieren auf 30 persönlichen Interviews mit Agentur- und Marketingverantwortlichen, einer quantitativen Befragung mit insgesamt 462 Teilnehmern sowie einem Workshop mit 16 Experten aus Agenturen und Marketing. Die gesamten Ergebnisse der Studie Agentur-Kunden-Beziehungen Von Morgen – In der Sackgasse oder Sprungbrett zu neuen Möglichkeiten? finden Sie hier: www.gwa.de/GWAStudien

Die Autoren der Studie

Dirk Bathen und Jörg Jelden begleiten Unternehmen und Agenturen bei Innovations-, Strategie- und Organisationsentwicklungsprozessen. Sie haben die Think-Tanks „Agenturen der Zukunft“ (2012) und „Marketingorganisation der Zukunft“ (2014) initiiert und geleitet. Sie bloggen auf www.komfortzonen.de zu Themen rund um Moderation, Prozessbegleitung und Workshop-Konzeption.