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Studien der Woche: KI, Instagram, Smart Speaker

Die Mehrheit der Deutschen vertraut auf künstlich generierte Wetterberichte und Verkehrsmeldungen.

Marktforschung und Wirtschaft veröffentlichen täglich neue Studien, die für Unternehmen und Marketer wichtig sein können. Die absatzwirtschaft liefert eine Zusammenschau der wichtigsten Ergebnisse der vergangenen Woche.

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Von Henning Eberhardt und Thomas Thieme

Top 1: Vertrauen in künstliche Intelligenzen wächst 

Das Vertrauen der Deutschen in künstliche Intelligenz ist deutlich gestiegen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Next Media Hamburg für Statista. Demnach können sich 83 Prozent der Studienteilnehmer vorstellen, mit künstlicher Intelligenz zu kommunizieren. Bei der letzten Untersuchung vor einem Jahr lang der Wert mit 58 Prozent noch deutlich darunter.

Denkbar ist für die Befragten vor allem der Konsum von Wetterberichten (63 Prozent) und automatisierten Verkehrsnachrichten (51 Prozent). Immerhin rund jeder Dritte kann sich auch vorstellen, KI-generierte Musik zu hören (34 Prozent) oder ein KI-generiertes Buch zu lesen (30 Prozent). Deutlich skeptischer waren die Befragten bei künstlich generierten politischen Inhalten – derartige Nachrichten würden nur 13 Prozent konsumieren. Die überwiegende Mehrheit (77 Prozent) wünschen sich, dass mit Unterstützung von KI generierte Inhalte auch als solches gekennzeichnet werden

Obwohl sich die meisten Menschen wünschen, dass KI-generierte Inhalte erkennbar bleiben, fällt vielen doch die Unterscheidung schwer: So glauben nur 24 Prozent der Befragten, einen Text der von einer KI stammt, von einem Text, der von einem Menschen verfasst wurde, unterscheiden zu können. 50 Prozent wissen nicht, ob sie einen Unterschied erkennen können.

Auch die Glaubwürdigkeit von automatisch erstellten Texten führt zu Verunsicherung: Während 43 Prozent KI-Nachrichten für glaubwürdig halten, hegen 57 Prozent Zweifel.

Methodik: Die online-repräsentative Studie wurde von Statista im Auftrag von Next Media Hamburg zwischen dem 25. und 30. Juni 2019 durchgeführt. Insgesamt haben 1000 Personen teilgenommen, die zu 50,4 Prozent männlich und zu 49,6 Prozent weiblich sind. 

Top 2: Funktioniert Instagram ohne Likes?

Die knappe Mehrheit der Influencer begrüßt die geplante Abschaffung der Likes auf der Fotoplattform Instagram. Das ergab eine Blitzumfrage der Influencer Marketing Plattform Hashtag Love unter 501 Influencern. Demnach fänden es knapp 54 Prozent gut, wenn die Facebook-Tochter künftig keine “Gefällt mir”-Angaben mehr ausweisen würde. Rund 46 Prozent sind anderer Meinung. Hinter Hashtag Love steht die Hamburger Online-Kommunikation-Agentur Inpromo. 

Die Influencer wurden auch gefragt, was ihrer Meinung nach passiert, wenn es keine Likes mehr gibt: Dabei nannten jeweils etwa 50 Prozent folgende Folgen:

  • Vergleichen/Konkurrenzkampf wird weniger
  • Authentizität/Kreativität rückt mehr in den Fokus
  • Vermarktung durch bezahlte Kooperationen wird schwieriger

Generell glauben 72 Prozent der Befragten, dass sich die Abschaffung der Likes auf Kooperationen auswirkt. Für Influencer, die im Auftrag von Unternehmen Produkte bewerben oder testen, sind die “Gefällt mir”-Angaben unter ihren Fotobeiträgen bislang so etwas wie die digitale Währung. Sie signalisieren, wie viel Reichweite ein Post auf der Fotoplattform generiert.

Marlis Jahnke, Gründerin und Geschäftsführerin von Inpromo: „Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die Influencer verunsichert sind, weil Instagram angekündigt hat, die Likes nicht mehr öffentlich auszuweisen. Aus unserer Sicht ist dies überbewertet und wird keinen Einfluss auf professionell gemanagte Influencer Marketing Kampagnen haben. Bei bezahlten Kooperationen sind die Influencer schon heute verpflichtet, uns ihre Insights samt Likes zu übermitteln.“

Aktionismus löste die Ankündigung unter den befragten Influencern dennoch nicht aus. So gaben 84 Prozent an, als Reaktion ihre Aktivitäten auf anderen Netzwerken nicht ausbauen zu wollen. Lediglich knapp 15 Prozent haben dies vor.

 

Top 3: Nur 13 Prozent der Deutschen sind kreativ im Beruf

Eine repräsentative Umfrage unter 1000 Erwachsenen des Marktforschungsinstituts Innofact im Auftrag des Nürnberger Kreativwarenherstellers Staedtler ergab, dass das kreative Schaffen bei Erwachsenen eine große Rolle im Alltag spielt. 65 Prozent der Deutschen betätigen sich mindestens einmal im Monat kreativ, 39 Prozent der Frauen und 34 Prozent der Männer mindestens einmal pro Woche.

Die Kreativität wird der Studie zufolge hauptsächlich in der Freizeit gelebt. Nur 13 Prozent der Deutschen können auch im Beruf kreativen Tätigkeiten nachgehen.

Die Umfrage zeigt, dass neben dem Spaß an erster Stelle (73 Prozent), die Befragten Entspannung (67 Prozent) und den Ausgleich zum Alltag (47 Prozent) als weitere Gründe angeben, kreativ zu werden. Die Freude an kreativen Ergebnissen motiviert rund 46 Prozent.

13 Prozent der Befragten gaben dagegen an, höchstens einmal im Jahr oder nie kreativ zu sein. Als häufigster Grund, sich nicht kreativ betätigen zu können, wurden fehlende Ideen genannt (44 Prozent). 31 Prozent vermuten, dass sie nicht kreativ sein können oder einfach nicht gut darin sind. Insgesamt können sich aber 86 Prozent der Nicht-Kreativen vorstellen, mit Hilfestellungen häufiger künstlerisch tätig zu werden.

Top 4: Smarte Lautsprecher sind im Kommen

Smart TV hat sich durchgesetzt, mit allen anderen intelligenten Geräten im Haushalt haben die Deutschen noch gewisse Berührungsängste. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie “Wohnen und Leben 2019” der Creditplus Bank. So gaben rund 41 Prozent der Befragten an, bereits einen mit dem Internet verbundenen Fernseher zu Hause zu haben.

Grafik: Welche smarten Geräte besitzen die Deutschen?

Deutlich gestiegen im Vergleich zu vor einem Jahr ist die Nutzung von smarten Lautsprechern wie Echo von Amazon, dem HomePod von Apple oder Google Home. Die intelligenten Assistenten gehören bereits bei zwölf Prozent der Befragten zum Inventar. Damit hat sich die Nutzerzahl verdoppelt. Vor allem Besserverdiener und Wohnungseigentümer gehören häufiger zu den Nutzern. Rund ein Viertel der Befragten kann sich die Anschaffung eines Smart Speakers in Zukunft vorstellen.

Auf der anderen Seite haben zwei Drittel der Bevölkerung kein Interesse an diesen Lautsprechern. Damit liegen die Lautsprecher sogar noch unter dem Schnitt aller smarten Haushaltsassistenten wie Beleuchtung, Heizungssteuerung oder Alarmanlage. Insgesamt zeigten sich rund 40 Prozent der Befragten generell offen für den Einsatz von Smart-Home-Anwendungen.

Die jüngeren Generationen sind – wenig überraschend – aufgeschlossener gegenüber den digitalen Helfern. So sind beispielsweise 28 Prozent aller 30- bis 39-Jährigen an einer smarten Heizung interessiert, aber nur sechs Prozent der Über-60-Jährigen.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier.

absatzwirtschaft Archiv: Studien der Woche

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