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Studien der Woche: E-Scooter, Social Media, Influencer

Seit Juni sind E-Scooter im deutschen Straßenverkehr erlaubt. © Fotolia

Marktforschung und Wirtschaft veröffentlichen täglich neue Studien, die für Unternehmen und Marketer wichtig sein können. Die absatzwirtschaft liefert eine Zusammenschau der wichtigsten Ergebnisse der vergangenen Woche.

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Von Henning Eberhardt und Thomas Thieme

Top 1: E-Scooter – eher Vergnügen als zum Umweltschutz

Seit einigen Wochen dominieren sie das Stadtbild in deutschen Metropolen: E-Scooter. Doch sind die kleinen Roller nur ein kurzer Hype, der mit dem Ende des Sommers wieder vorbeigeht – oder steckt dahinter eine kleine Revolution der Mobilitätsmarktes? Das Forschungsinstitut YouGov hat 5377 Personen ab 18 Jahren zu den Elektrorollern befragt.

Wenig überraschend zeigen sich vor allem die jüngeren Generationen offen für E-Scooter: Vier Prozent der 18- bis 24-Jährigen hatten die Roller am 1. Juli, zwei Wochen nach der offiziellen Straßenfreigabe, bereits getestet, 23 Prozent haben es noch vor. Bei den 25- bis 34-Jährigen sind es sechs und 21 Prozent. Dagegen konnten sich nur zwölf Prozent der Über-55-Jährigen vorstellen, auf einen E-Scooter zu steigen. Lediglich ein Prozent der Befragten in dieser Altersgruppe hatten das bereits getan.

Eine Befragung zum Nutzungsmotiv unter 1891 Personen ab 18 Jahren förderte ein erstaunlicheres Ergebnis zutage: Demnach sieht lediglich jeder fünfte Befragte (20  Prozent) in den Elektrorollern ein umweltfreundliches Verkehrsmittel. Für mehr als die Hälfte (53 Prozent) sind die kleinen Roller dagegen eher oder ausschließlich ein Fortbewegungsmittel zum Vergnügen.

Top 2: Youtube bleibt beliebtestes soziales Medium

Seit 2011 erfasst der Social-Media-Atlas auf der Basis einer repräsentativen Umfrage die Nutzung sozialer Medien in Deutschland. In der aktuellen Studie der Hamburger Kommunikationsberatung Faktenkontor und des Markforschers Toluca, für die im Dezember 2018 insgesamt 3500 Internetnutzer ab 16 Jahre befragt wurden, verteidigt die Videoplattform Youtube ihre Spitzenposition. 74 Prozent aller Befragten nutzen die Google-Tochter. Auf den Plätzen dahinter gab es einen Wechsel im Vergleich zum Vorjahr: Der Messenger-Dienst WhatsApp (71 Prozent) verdrängte seine “Mutter” Facebook (69 Prozent) auf den dritten Platz.

Mit deutlichem Abstand auf das Spitzentrio folgen der Fotodienst Instagram (37 Prozent), die klassischen Internet-Foren (33 Prozent) und die Online-Pinnwand Pinterest (30 Prozent). Blogs werden von 28 Prozent der Befragten genutzt, der Kurznachrichtendienst Twitter von 25 Prozent, das Karrierenetzwerk Xing kam auf 24 Prozent, Snapchat auf 18 Prozent, der Xing-Konkurrent Linked In und der Schulfreundewiederfinder auf 17 Prozent.

“Eine geringere Reichweite bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass ein Social-Media-Dienst für die Unternehmenskommunikation keine Rolle spielt”, sagt Roland Heintze, Geschäftsführender Gesellschafter und Social-Media-Experte des Faktenkontors. “Denn über diese Kanäle lassen sich häufig bestimmte Zielgruppen besonders fokussiert erreichen.” So nutzen zum Beispiel sieben von zehn Onlinern zwischen 16 und 19 Jahren Snapchat, und mit 22 Prozent verwenden überdurchschnittlich viele zwischen 50 und 59 Jahren Stayfriends.

Deutliche Unterschiede ergeben sich auch bei der Betrachtung der einzelnen Bundesländer: So nutzen in Nordrhein-Westfalen 91 Prozent der Onliner ab 16 Jahren soziale Medien. Am wenigsten verbreitet sind diese Kanäle in Sachsen-Anhalt (72 Prozent).

Top 3: Verbraucher bevorzugen das Shoppen im Ladengeschäft

Im Rahmen des Reports „The Real Retail Story: Evolving shopper behaviour in EMEA“ wurde herausgefunden, dass 60 Prozent der Käufer in der Geschäftsregion EMEA das Internet zur Produktrecherche nutzen (n = 4681), die endgültigen Einkäufe aber im realen Geschäft erledigen – 52 Prozent der deutschen Käufer handeln ebenso (n = 1007).

Eine weitere Erkenntnis ist, dass digitale Trends die Ansprüche der Verbraucher an die Nutzererfahrung und Einkaufsmöglichkeiten verändern. 57 Prozent der befragten Deutschen nutzen ihr Smartphone beim Shoppen, bei den 25- bis 34-Jährigen sind es sogar 80 Prozent.

Viele wünschen sich außerdem, dass Ladengeschäfte selbst digitaler werden: In Deutschland fänden es 29 Prozent der Befragten gut, wenn Geschäfte wie Websites kategorisiert wären, 26 Prozent  befürworten Self-Check-out Kassen für ein schnelleres Bezahlen und weitere 24 Prozent sehen sich bei In-Store-Käufen ermutigt, wenn beispielsweise digitale Probier-Funktionen zur Verfügung stehen, die das Einkaufserlebnis steigern. Die Kernbotschaft: Dort, wo die Gewohnheiten beim Offline- und Online-Shopping ineinander übergehen, sollten Marken ein neues hybrides Shopping-Erlebnis ermöglichen.

Mehr zum Report: Der Location-Daten-Spezialist Blis und Sapio Research haben insgesamt 4681 Verbraucher in Deutschland (n = 1007), Großbritannien (1057), Italien (1.062), den Niederlanden (508) und den Vereinigten Arabischen Emiraten (1047) befragt. Der Report gliedert sich in vier Abschnitte: „versierte Käufer und Schnäppchenjäger“, „wo digitale und reale Welt aufeinandertreffen“, „die Kraft des Impulses“, und „der Kaufabschluss“. Hier geht’s zum kompletten Report.

Top 4: Deutsche mit Influencer-Marketing vertraut

Nahezu drei Viertel aller Deutschen können, nach eigener Einschätzung, dem Begriff Influencer spontan eine inhaltliche Bedeutung beimessen. Weitere 22 Prozent zeigen sich unter Zuhilfenahme einer kurzen Beschreibung mit dem Konzept des Influencer-Marketings vertraut. Bei knapp einem Fünftel der Befragten führte die Empfehlung eines Influencers bereits zum Kauf der angepriesenen Produkte.

Das sind die Ergebnisse einer Studie des Hamburger Marktforschungsinstituts Splendid Research, das dafür im Dezember 2018 im Rahmen einer repräsentativen Umfrage 1221 Deutsche zwischen 15 und 69 Jahren online zum Thema Influencer-Marketing befragt hatte.

Besonders empfänglich für diese Form der Werbung zeigen sich die jüngeren Verbraucher und Frauen – gut zwei Drittel aller mit Influencern in Verbindung gebrachten Anschaffungen entfallen derzeit auf weibliche Personen. Bei den weiblichen Käuferinnen landen am häufigsten Artikel aus dem Bereich Beauty und Körperpflege (66 Prozent) sowie Kleidung (32 Prozent) im Warenkorb, während sich die Männer am ehesten zum Kauf von Technik-Produkten (45 Prozent) oder Computerspielen (29 Prozent) verführen lassen.

Ebenfalls auffällig: Personen zwischen 20 und 29 lassen sich überdurchschnittlich häufig in ihrer Beurteilung beeinflussen. Knapp ein Drittel kaufte schon einmal ein Produkt auf Empfehlung eines Influencers. Im Gegensatz dazu wurden lediglich fünf Prozent aller Personen über 60 auf diese Weise zum Kauf verleitet.

Trotz der steigenden Bedeutung des Influencer-Marketings hat die Studie abschließend noch eine weitere Erkenntnis herausgearbeitet: Die wichtigste Informationsquelle für Produktempfehlungen bleibt der eigene Freundeskreis. 77 Prozent der Deutschen haben bereits auf Anraten eines Freundes oder einer Freundin eine Kaufentscheidung getroffen.

Die vollständige Studie finden Sie hier.

Top 5: Kosten von Stellenanzeigen im Vergleich

Bei der Suche nach neuen Mitarbeitern unterscheiden sich die Preise für Online-Stellenanzeigen enorm. Dies ergab eine Kostenuntersuchung von Stellenausschreibungen der zehn beliebtesten digitalen Jobbörsen in Deutschland durch den  Personaldienstleister Zenjob. Hier die Ergebnisse in der Übersicht (zum Vergrößern auf die Tabelle klicken):

* branchenabhängig

Methodik: Der Personaldienstleister Zenjob hat die vom Jobbörsen-Kompass als zehn beste Generalisten-Jobbörsen 2019 gekürten digitalen Portale miteinander verglichen. Als Grundlage dienten die Preise für eine Standardanzeige und, falls angeboten, Anzeigen für Aushilfsjobs beziehungsweise Studierendentätigkeiten. Unter Berücksichtigung unterschiedlicher Anzeigen-Laufzeiten wurden die individuellen Preise auf die Kosten pro Tag heruntergerechnet. Die Preiserhebung erfolgte im Juni 2019.

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