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Studien der Woche: Shopping, Elektroautos, Networking

Networking
Netzwerken ist für viele Deutsche nicht die größte Stärke. © Product School

Marktforschung und Wirtschaft veröffentlichen täglich neue Studien, die für Unternehmen und Marketer wichtig sein können. Die absatzwirtschaft liefert eine Zusammenschau der wichtigsten Ergebnisse der vergangenen Woche.

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Von Henning Eberhardt und Thomas Thieme

Top 1: Jeder zweite Deutsche achtet auf Nachhaltigkeit beim Online-Shopping

Nachhaltigkeit spielt beim Online-Shopping eine immer größere Rolle: Laut einer Yougov-Umfrage im Auftrag von Trusted Shops legen 60 Prozent der Deutschen Wert auf ökologische und soziale Nachhaltigkeitsaspekte beim Einkaufen im Internet.

Diese Einstellung zeigt sich zum Beispiel beim Versand: Würde ein Shop seinen Kunden die Wahl lassen, ob sie den herkömmlichen Versand oder eine nachhaltigere Lieferung präferieren, würden sich 86 Prozent der Deutschen für die umweltfreundliche Versandoption entscheiden. Etwa zwei Drittel machen diese Entscheidung jedoch vom Preis abhängig und würden sich nur für diese Lieferoption entscheiden, wenn dadurch keine Zusatzkosten für sie entstehen würde. Jeder fünfte Deutsche würde hingegen einen höheren Kaufpreis für eine nachhaltige Lieferung in Kauf nehmen. Die meisten von ihnen (66 Prozent) halten Mehrkosten in Höhe von fünf Prozent für gerechtfertigt.

Nachhaltigkeit beim Online-Shopping umfasst jedoch vielfältige Aspekte: Neben der Umweltfreundlichkeit von Verpackungen spielen auch faire Löhne und Arbeitszeiten, verantwortungsbewusster Umgang mit Retouren und klimaneutraler Transport eine Rolle. Am wichtigsten sind den Deutschen die Punkte, die sie direkt betreffen: So findet fast jeder Deutsche wenig Verpackungsmüll (94 Prozent) und umweltfreundliche Verpackungen (93 Prozent) wichtig. Neun von zehn legen zudem großen Wert auf faire Löhne und Arbeitszeiten für Zusteller und Lieferanten.

Den 94 Prozent, denen wenig Verpackungsmüll wichtig ist, stehen allerdings auch nur 73 Prozent entgegen, die diesen Aspekt bei ihrer letzten Bestellung tatsächlich berücksichtigt haben.

Methodik: Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage, an der 2061 Personen vom 5. bis 8. Juli 2019 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Top 2: Mietshäusern fehlt Strom für E-Autos

Auch wenn die Zahl der öffentlichen Ladesäulen für Elektroautos steigt: Die bequemste und meist auch günstigste Möglichkeit, den Stromer aufzuladen ist die eigene Steckdose. Hausbesitzer haben es vergleichsweise leicht, die nötige Infrastruktur einzurichten.

Ganz anders sieht es bei Mietern oder Eigentümern von Wohnungen in größeren Gebäuden aus. Das zeigt eine ADAC-Umfrage unter 310 Hausverwaltungen und anderen Unternehmen aus der Wohnungswirtschaft in elf Großstädten. Insgesamt kümmern sich die befragten Unternehmen um 4815 Objekte mit mehr als zehn Stellplätzen.

Das Ergebnis der Umfrage ist für Elektroauto-Interessenten in den Städten ernüchternd. Vier von fünf der befragten Unternehmen haben in keinem einzigen Gebäude eine Lademöglichkeit für Elektroautos. Nur einzelne Objekte verfügen über Stromanschlüsse. In der Endabrechnung gibt es deshalb nur in vier Prozent der Tiefgaragen Lademöglichkeiten. Eine Hälfte sind normale Steckdosen, die andere Wallboxen. Nur letztere sind aus Sicht von Technik-Experten für Elektromobile empfehlenswert.

Für die niedrige Ausstattung gibt es diverse Gründe. Die befragten Verwalter berichten von geringer Nachfrage durch Mieter und Eigentümer. Außerdem befürchten sie hohe Kosten für die Installation und damit eine geringe Wirtschaftlichkeit. Auch die Sorge vor technischen Problemen und grundsätzliche Zweifel an der Zukunft der Elektromobilität wurden geäußert.

Der Blick in die Zukunft sieht kaum besser aus. Nur ein Viertel der befragten Unternehmen geht in den nächsten drei Jahren von einem Ausbau der Ladeinfrastruktur in ihren Anlagen aus. Konkreter wird es bei 13 Prozent der Befragten: Sie planen, schon im kommenden Jahr aktiv zu werden.

Top 3: Streamen boomt

Immer mehr Internetnutzer streamen Videos im Netz. Das geht aus einer Untersuchung des Digitalverbands Bitkom hervor. Demnach schauen sich acht von zehn Onlinenutzern (79 Prozent) zumindest hin und wieder Videostreams an. Im Vorjahr waren es erst 76 Prozent. Mit jeweils 65 Prozent am beliebtesten sind Videoportale wie Youtube sowie Mediatheken der TV-Sender. Dahinter folgen Video-on-Demand-Portale wie Netflix und Amazon Prime sowie Live-Streams der linearen Fernsehprogramme.

„Video-Streaming ist eine einzige Erfolgsgeschichte und hat das Sehverhalten der Menschen nachhaltig verändert“, sagt Bitkom-Experte Sebastian Klöß.

Als Abspielplattform hat das Smartphone mittlerweile fast gleichgezogen mit dem Fernseher. Gut die Hälfte der Video-Streamer (48 Prozent) nutzt häufig oder sehr häufig den Fernseher für Videos, 45 Prozent geben dies für das Smartphone an. 39 Prozent lassen Videos häufig bis sehr häufig über den Laptop laufen, ähnlich viele über den Tablet-Computer (38 Prozent). Der stationäre Desktop-PC kommt nur bei 24 Prozent häufig oder sehr häufig dafür zum Einsatz. Im Gegensatz dazu sagen 23 Prozent: Ich nutze nie einen Fernseher, um Videos zu streamen.

Methodik: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1007 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt, darunter 822 Internetnutzer.

Top 4: Zwei Drittel netzwerken nicht

In einer repräsentativen Studie des Büromittellieferanten Viking in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut One Poll wurden 1000 deutsche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dazu befragt, ob sie Business Networking betreiben, was sie tun, wie aktiv sie sind und welche Chancen sich daraus für ihre Karriere ergeben haben.

Aus der Umfrage ging hervor, dass 65 Prozent der Deutschen nicht aktiv netzwerken. Allerdings geben 70 Prozent der Netzwerkenden an, dass sie Networking als ziemlich oder sehr wichtig für ihre Karriere einschätzen. Dabei sind die Hauptziele, Leute aus der gleichen Branche kennenzulernen (50 Prozent) und Gleichgesinnte zu treffen, die sich beruflich in einer ähnlichen Situation befinden (42 Prozente).

Die drei beliebtesten Arten zu netzwerken sind:

  • Arbeitskonferenzen (33 Prozent)
  • Mit Kontakten auf LinkedIn oder Xing sprechen (32 Prozent)
  • Soziale Events mit Kollegen (29 Prozent)

Unter Frauen und Männern gibt es auch beim Netzwerken Unterschiede. Am auffälligsten ist, dass fast drei Viertel der Frauen nicht aktiv netzwerken. Dass sind 15 Prozent mehr als bei den Männern. Die Männer und Frauen, die netzwerken, finden Networking aber gleich wichtig und haben auch ähnliche Gründe und Vorgehensweisen.

Top 5: Werbeumfeld ist entscheidend

Menschen sind empfänglicher für Werbung, die in einem besseren Umfeld gezeigt wird. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Untersuchung “The Halo Effect” von Integral Ad Science (IAS). Die Studie liefert messbare neurologische Belege dafür, dass die Wirksamkeit von mobilen Anzeigen direkt an ihr Umfeld gekoppelt ist. “In qualitativ hochwertigem Kontext werden inhaltlich identische Anzeigen um 74 Prozent positiver bewertet als in einem Werbeumfeld von niedriger Qualität”, so Tony Marlow, Chief Managing Officer von IAS. “Menschen reagieren auf den gesamten Kontext einer Werbung und nicht nur auf eine einzelne Komponente.” Das erzeuge einen sehr starken und positiven Halo-Effekt für Anzeigen, die in hochwertigeren Umfeldern gesehen werden.

Der positive Effekt im besseren Umfeld sorgt der Studie zufolge auch dafür, dass die Werbung um bis zu 20 Prozent mehr Engagement hervorrufen und um bis zu 30 Prozent häufiger erinnert werden.

Methodik: Für die Studie beobachtete das Marktforschungsunternehmen Euro-Insight 50 Personen während eines 30-minütigen, simulierten mobilen Nutzungserlebnisses mithilfe der Steady State Topography (SST). 

absatzwirtschaft Archiv: Studien der Woche

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