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Corona-Konsumbarometer: die Lage der Verbraucher

Die Beunruhigung aufgrund der Corona-Krise hat bei Verbrauchern in Deutschland leicht abgenommen. © Unsplash/Adrien Delforge

Wie verändert das Coronavirus den Konsum? Andreas Fürst, Marketingprofessor an der Universität Erlangen-Nürnberg, und sein Team erheben für die absatzwirtschaft im regelmäßigen "Corona-Konsumbarometer", wie sich die Konsumlaune und das Kaufverhalten im Zeitverlauf verändern. Hier sind die Ergebnisse der jüngsten Abfrage.

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Das Corona-Konsumbarometer der absatzwirtschaft liefert als regelmäßige Verbraucherbefragung des Marketinglehrstuhls von Professor Andreas Fürst von der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg und dem Deutschen Marketing Excellence Netzwerk e.V. (mex-netzwerk.de) Anhaltpunkte, welche nachhaltigen Auswirkungen die Corona-Pandemie auf das Kauf- und Konsumverhalten hat. Hier die Ergebnisse der siebten Welle von Ende Juni 2021:

Beunruhigung wegen Corona-Krise nimmt ab

Die Beunruhigung aufgrund der Corona-Krise hat im Vergleich zu den ersten sechs Wellen des Corona-Konsumbarometers aus dem Jahr 2020 abgenommen. Ende Dezember gaben noch 38 Prozent der Befragten an, (sehr) stark beunruhigt zu sein (n = 1020). Ein halbes Jahr später sind es nur noch deren 26 Prozent (n = 1013). Der Wert liegt allerdings noch etwas höher als vor zwölf Monaten. Im Juni 2020 hatten nur 22 Prozent angegeben, “sehr beunruhigt” zu sein.

Quelle: absatzwirtschaft/FAU Erlangen-Nürnberg

Zum Vergleich noch einmal die Zahlen des Corona-Konsumbarometers zum Start der Pandemie im März 2020:

  • (sehr) stark beunruhigt: 50 Prozent
  • etwas beunruhigt: 38 Prozent
  • gar nicht/kaum beunruhigt: 12 Prozent

Sorge um Einkommensverluste gleichbleibend

Genau wie die allgemeine Beunruhigung wegen der Corona-Krise hat auch die Sorge um Einkommensverluste im Vergleich zur letztjährigen Dezember-Erhebung leicht abgenommen: von 16 auf 13 Prozent.

Insbesondere Selbständige befürchten allerdings – wie auch in den vorherigen sechs Erhebungswellen – weiterhin deutliche Einkommensverluste. Zudem sind die Befürchtungen auch je nach Branche weiterhin unterschiedlich stark ausgeprägt. Besonders stark sind die Befürchtungen nach wie vor im Bereich Tourismus/Gastgewerbe.

Quelle: absatzwirtschaft/FAU Erlangen-Nürnberg

Abwägung in der Corona-Krise: Gesundheit oder Wirtschaft?

Bei der Abwägung, ob bei der Corona-Krise gesundheitliche oder wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund stehen sollten, zeigt sich bei den befragten Verbrauchern in der jüngsten Erhebungswelle eine gesteigerte Balance. Die Bedeutung gesundheitlicher Aspekte sank dabei im Vergleich zum Dezember 2020 leicht auf 42 Prozent (-4 Prozent). Ebenso rückläufig waren wirtschaftliche Aspekte (fünf Prozent im Juni 2021 vs. sieben Prozent im Dezember 2020)

Eine Balance zwischen wirtschaftlichen und gesundheitlichen Aspekten rückt bei der Bewältigung der Krise wieder in den Vordergrund (53 Prozent). Diese Tendenz ist bei Führungskräften und in einigen Branchen – unter anderem im Bildungssektor und der öffentlichen Verwaltung etwas ausgeprägter.

Einkaufsverhalten in der Corona-Krise

Ein weiterer Abschnitt des Corona-Konsumbarometers beschäftigt sich mit dem aktuellen Einkaufsverhalten der Konsumenten – auch im Vergleich zur Zeit vor der Corona-Krise. Die Ergebnisse (siehe auch Grafik unten):

  • Weiterhin werden Desinfektionsmittel und Hygieneartikel vermehrt gekauft.
  • Im Vergleich zur letzten Welle im Dezember werden weniger Nudeln/Reis, Backzutaten, Konservendosen und Toilettenpapier gekauft.
  • Weiterhin werden Gebrauchsgüter (unter anderem Kleidung, Sportartikel) deutlich weniger gekauft als vor der Corona-Krise.
Quelle: absatzwirtschaft/FAU Erlangen-Nürnberg

Anteil der Online-Shopper steigt sukzessive

Beim Einkaufsverhalten bezogen auf den Kanal fällt auf, dass der Anteil der Online-Shopper in den zurückliegenden Erhebungswellen des Corona-Konsumbarometers stetig gestiegen ist. Gaben im März 2020 noch 23 Prozent an, (sehr) viel häufiger im Internet einzukaufen, waren es im Dezember 2020 schon 43 Prozent. In der Juni-Abfrage 2021 stieg der Anteil der Online-Shopper gar auf 49 Prozent an.

Quelle: absatzwirtschaft/FAU Erlangen-Nürnberg

Das Corona-Konsumbarometer der absatzwirtschaft

Die wissenschaftlich fundierte, bevölkerungsrepräsentative Erhebung, für die in der sechsten Befragungswelle Ende Juni 1013 Personen befragt wurden, soll im Zeitverlauf zeigen, wie sich Konsumlaune und Kaufverhalten verändern. Die Untersuchung ist auf den kompletten Zeitraum der Corona-Krise angelegt, die Ergebnisse fassen wir regelmäßig für Sie zusammen. Die nächste Welle ist im quartalsweisen Zyklus für Ende des Jahres geplant.

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