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Business-News: Flaschenpost, Iglo vs. Appel, VW-Vorstand

Flaschenpost
Beim Einzelhandel mit alkoholischen und alkoholfreien Getränken kommen die Radeberger-Gruppe und Flaschenpost laut Kartellamt "auch gemeinsam nur auf unbedenkliche Marktanteile". © Flaschenpost

Täglich prasseln unzählige Nachrichten auf die Marketingbranche ein, die je nach Aufgabengebiet mehr oder weniger Interesse wecken. Wir fassen die wichtigsten Business-News kompakt zusammen. Diesmal im Angebot die Flaschenpost-Übernahme, ein Abgang im VW-Vorstand sowie weitere Staatshilfen für Tui.

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Die neuesten ausgewählten Business-News drehen sich heute um die folgenden Themen:

  1. Kartellamt gibt Oetker grünes Licht für Flaschenpost-Übernahme
  2. Iglo verliert Prozess um Käpt’n Iglo
  3. Elektroauto-Vorstand Ulbrich verlässt Volkswagen
  4. Pischetsrieder soll neuer Daimler-Aufsichtsratschef werden
  5. Tui bekommt weitere Staatshilfen

Nachfolgend die Details im kompakten Überblick:

Kartellamt gibt Oetker grünes Licht für Flaschenpost-Übernahme

Das Bundeskartellamt hat der zum Oetker-Konzern gehörenden Brauereigruppe Radeberger grünes Licht für die Übernahme des Online-Getränkelieferdienstes Flaschenpost gegeben. “Beim Einzelhandel mit alkoholischen und alkoholfreien Getränken kommen die Radeberger-Gruppe und Flaschenpost auch gemeinsam nur auf unbedenkliche Marktanteile”, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt am Mittwoch in Bonn.

Oetker hatte seine Pläne zur Übernahme des schnell wachsenden Getränkelieferdienstes Anfang November bekanntgegeben. Nach Auskunft des Informationsdienstes “Deutsche Startups.de” beträgt der Kaufpreis eine Milliarde Euro. Oetker selbst machte dazu keine Angaben.

Oetker stärkt mit dem Zukauf seine Getränkesparte. Zum Konzern gehören unter anderem Deutschlands größte Brauereigruppe Radeberger und die Sektmarken Henkell und Freixenet. Zudem ist die Radeberger-Gruppe der größte vom Lebensmitteleinzelhandel unabhängige Betreiber von Getränkeabholmärkten. Das Unternehmen betreibt mehr als 500 Getränkeabholmärkte und den eigenen Online-Getränkelieferdienst durstexpress.de. Das 2016 gegründete Start-up Flaschenpost liefert nach eigenen Angaben mittlerweile in 23 Städten Getränke innerhalb von 120 Minuten an die Kunden aus.

Der Einkauf bei Getränke-Lieferdiensten, der zunehmend über Online-Bestellungen und bargeldlose Zahlungen erfolgt, ist zurzeit stark. Wettbewerbsprobleme durch die Übernahme sieht das Bundeskartellamt dennoch nicht. Denn in Deutschland würden nach wie vor mehr als 80 Prozent der alkoholischen und alkoholfreien Getränke von den Kunden im allgemeinen Lebensmitteleinzelhandel einschließlich der Discounter gekauft. Oetker und Flaschenpost kommen auch nach dem Zusammenschluss den Wettbewerbshütern zufolge nur auf einen Marktanteil von weniger als fünf Prozent.

Iglo verliert Prozess um Käpt’n Iglo

Bart und Mütze sind keine Exklusivmerkmale von Käpt’n Iglo: Der Hamburger Tiefkühlkosthersteller Iglo ist vor Gericht mit dem Versuch gescheitert, dem Cuxhavener Konkurrenten Appel Feinkost eine ähnliche Werbefigur verbieten zu lassen. Das Münchner Landgericht wies die Iglo-Klage am Donnerstag ab. Iglo hatte Appel Feinkost vorgeworfen, die Verbraucher wegen Verwechslungsgefahr beider Figuren in die Irre zu führen. Dem folgten die Richter nicht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Denn laut Urteil hat Appel Feinkost Käpt’n Iglo nicht kopiert, auch wenn es sich bei beiden Werbefiguren um ältere Herren mit Bart handele, die Mützen tragen. Die Richter wiesen auf die Unterschiede hin: Die Mützen sind unterschiedlich – in einem Fall eine Kapitänsmütze, im anderen eine Elblotsenmütze.

Die Appel-Figur trägt demnach auf den meisten Bildern keinen blauen Anzug wie Käpt’n Iglo, sondern einen grauen Anzug, wie das Gericht nach der Urteilsverkündung mitteilte. Und anders als Käpt’n Iglo trägt die Appel-Figur laut Gericht auch keinen weißen Rollkragenpullover und kein weißes T-Shirt, “sondern eine karierte Weste mit Krawatte sowie einen Seidenschal”. Die Appel-Figur ist demnach kein Seemann, sondern ein “gut situierter Herr in einem eleganten Dreiteiler”. Dementsprechend sehen die Richter keine Verwechslungsgefahr und damit auch keine Irreführung der Käufer tiefgekühlter Fischprodukte.

VW-Elektroauto-Vorstand Ulbrich verlässt den Konzern

Der Elektroauto-Vorstand der Kernmarke VW Pkw, Thomas Ulbrich, verlässt den Autobauer. Ausschlaggebend dafür seien rein private Gründe “nach einer extrem intensiven Arbeitsphase”, sagte ein Konzernsprecher am Mittwoch. Ulbrich hatte bei den Wolfsburgern die Anstrengungen zur Elektromobilität zu verantworten, unter anderem die Modellreihe ID, die jüngst mit dem ID.3 startete und den Aufbruch von VW in den Massenmarkt markieren soll. Zuvor hatten einige Medien über den bevorstehenden Absprung von Ulbrich berichtet, so etwa das Online-Wirtschaftsmagazin “Business Insider” und das “Handelsblatt”. Darstellungen, wonach Konzern-Vorstandschef Herbert Diess die Abberufung betrieben haben soll, wies das Unternehmen zurück.

Der Start des in Zwickau produzierten ID.3 war nicht ohne Ruckler abgelaufen. So erwiesen sich Software und Elektronik für das von VW mit vielen Hoffnungen versehene Projekt als komplex, die ersten Fahrzeuge gingen ohne einige ursprünglich vorgesehene Funktionen zu den Kunden. Ein Software-Update in der Werkstatt soll die noch fehlenden Features aber künftig nachrüsten. Um den Jahreswechsel soll auch der Kompakt-SUV ID.4 an den Start gehen.

Ulbrich hatte auch den Umbau des Werks Zwickau zum reinen Elektrostandort zu verantworten. Der Ingenieur ist seit 1992 im Konzern, im Februar 2018 übernahm er den Posten des Elektroauto-Vorstands bei der Kernmarke. Vorher war er fast vier Jahre lang ihr Produktionschef. Die gesonderte Position des E-Mobilitäts-Vorstands bei der Marke dürfte mit dem Start der ID-Reihe und dem Abgang von Ulbrich nun wegfallen. Zwischenzeitlich war auch spekuliert worden, ob der Manager in China den mit dem Joint-Venture-Partner JAC geplanten Elektrokleinwagen auf den Weg bringt.

Pischetsrieder soll neuer Daimler-Aufsichtsratschef werden

Der frühere BMW- und Volkswagen-Chef Bernd Pischetsrieder soll neuer Vorsitzender des Daimler-Aufsichtsrates werden. Der 72-Jährige soll nach der Hauptversammlung Ende März Manfred Bischoff ablösen, dessen Amtszeit abläuft, wie der Autobauer am Donnerstag mitteilte. Pischetsrieder war von 1993 bis 1999 Vorstandsvorsitzender bei BMW und danach von 2002 bis 2006 Chef von VW. Von 2013 bis 2019 leitete er zudem den Aufsichtsrat des Rückversicherers Munich Re. Im Daimler-Aufsichtsrat sitzt er seit 2014.

Als neue Mitglieder für das Kontrollgremium wurden die Cisco-Managerin Elizabeth Centoni, Shell-Chef Ben van Beurden und BASF-Chef Martin Brudermüller nominiert. Als Nachfolger von Bischoff war ursprünglich der langjährige Vorstandschef Dieter Zetsche gehandelt worden, der jedoch nach anhaltender Kritik von Investorenseite im September einen Rückzieher gemacht hatte.

Tui-Konzern bekommt weitere Staatshilfen

Der Tui-Konzern bekommt weitere Staatshilfen gegen einen möglichen finanziellen Absturz in der Corona-Krise. Wie der weltgrößte Reiseanbieter aus Hannover am Mittwoch mitteilte, einigte sich Tui mit dem Bund sowie privaten Investoren und Banken auf ein Finanzierungspaket im Gesamtvolumen von 1,8 Milliarden Euro. Die Tourismusbranche ist neben Luftverkehr und Gastronomie besonders stark vom Nachfragerückgang in der Pandemie betroffen.

Das Finanzierungspaket stärke die Position der Tui und stelle ihr ausreichende Liquiditätsreserve zur Verfügung, hieß es. “Diese gleicht auch die bis zum Beginn der Sommersaison 2021 angenommenen Reisebeschränkungen aus.” Das Paket sei notwendig geworden aufgrund der zunehmenden Reisebeschränkungen durch wieder ansteigende Infektionszahlen und ein damit verbundenes kurzfristigeres Buchungsverhalten einiger Kunden.

Das Paket sieht laut Tui konkret eine Kapitalerhöhung über rund 500 Millionen Euro vor, die von privaten Investoren geschultert wird. Daneben geht es um eine in Aktien der Tui wandelbare stille Einlage des staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) in Höhe von 420 Millionen Euro. Daneben geht es um eine nicht wandelbare stille Einlage des WSF in Höhe von 280 Millionen Euro.

mit Material von der dpa

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