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Studien der Woche: Influencer 4.0, Shoppingtrends vor Weihnachten

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Influencer 4.0: Die Glaubwürdigkeit nimmt ab. © Ankit Pareek / Unsplash

Marktforschung und Wirtschaft veröffentlichen täglich neue Studien, die für Unternehmen und Marketer wichtig sein können. Die absatzwirtschaft liefert eine Zusammenschau der wichtigsten Ergebnisse der vergangenen Woche.

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Top 1: Influencer sind in der Marketing-Realität angekommen

Influencer sind mit ihrem Einfluss und ihrer Reichweite für viele Marken längst zu wichtigen Kommunikatoren geworden. Im permanenten Werbeeinsatz zeigen sich jedoch auch erste Abnutzungserscheinungen, wie die Studie „Spotlight Influencer 4.0“ zeigt.

Mehr als jeder zweite deutsche Kenner von Influencern (55 Prozent) nimmt diese inzwischen vor allem in ihrer kommerziellen Rolle als Werbefigur wahr und verbindet sie direkt mit bezahlter Werbung. Die direkte Folge: Im Vergleich zum Vorjahr nimmt die Glaubwürdigkeit von Influencern um 13 Prozentpunkte auf 54 Prozent ab.

Die veränderte Influencer-Wahrnehmung spiegelt sich zudem in der Nutzung wider. So ist das generelle Interesse an Influencer-Beiträgen insgesamt rückläufig. Bei den Fans und Followern bleibt die Nutzung über alle Altersklassen hinweg zwar noch recht stabil (-3 Prozentpunkte gegenüber der Vorjahresstudie 2018). Bei den Nicht-Followern sinkt das Interesse an einer Nutzung jedoch um deutliche 12 Prozentpunkte.

Weitere ausgewählte Erkenntnisse zur Wahrnehmung von Influencer-Marketing:

  • Kooperationen zwischen Influencern und Marken werden von 38 Prozent grundsätzlich abgelehnt (2018: 33 Prozent).
  • Dennoch behalten Influencer ihre Berechtigung für das Marketing: Knapp jeder Zweite (44 Prozent) sieht in Influencern nach wie vor eine gute Möglichkeit, neue Produkte kennenzulernen. Für über ein Drittel werden Marken durch sie auch heute noch greifbarer (38 Prozent).
  • Jeder zweite Follower (52 Prozent, 2018: 50 Prozent) hat schon einmal ein Produkt oder eine Dienstleistung in Anspruch genommen, nachdem ein Influencer dafür geworben hatte.
  • Fast die Hälfte der Nutzer (45 Prozent, 2018: 53 Prozent) kann sich vorstellen, sich weiter über das beworbene Produkt zu informieren.
  • Am häufigsten werden immer noch Produkte und Dienstleistungen aus dem Beautybereich gekauft (41 Prozent).

Methodik: Die Studie „Spotlight Influencer 4.0“ wurde vom 9. bis 13. August 2019 durch [m]Science als zentrale Forschungsunit der Group M für Wavemaker durchgeführt. In einer Online-Umfrage wurden in diesem Zeitraum 1497 Nutzer von sozialen Netzwerken ab 14 Jahren befragt.

Top 2: Konsumgüterhersteller schöpfen Potenzial nicht aus

“Deutsche Konsumgüterunternehmen hinken bei der Umsetzung der Digitalisierung im internationalen Vergleich oft hinterher. Sie tun sich nach wie vor schwer, neue Trends in ihren Geschäftsmodellen und Wertschöpfungsketten umzusetzen.” Das sind zentrale Ergebnisse der aktuellen Analyse “Global Digital Transformation Study in Consumer Products” von Alix Partners.

In der Studie befragte das globale Beratungsunternehmen 1100 Entscheider der Konsumgüterindustrie aus Deutschland, China, Frankreich, Indien, Großbritannien und den USA, die für das Thema Digitalisierung verantwortlich waren oder noch sind.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: 69 Prozent der Entscheider deutscher Konsumgüterunternehmen schätzen digitales Marketing als effektiver als traditionelles Marketing ein. „Digitalisierung als universalen Heilsbringer zu sehen, funktioniert jedoch nicht“, heißt es von Alix Partners. Denn nur rund 33 Prozent aller entsprechenden Ausgaben dieser Unternehmen im vergangenen Jahr hätten einen messbaren positiven ROI. Zwei Drittel aller Investitionen, rund 245 Millionen Euro, gingen verloren. Damit stünden deutsche Konsumgüterunternehmen laut Alix Partners deutlich schlechter da als der globale Durchschnitt, wo der positive ROI rund 42 Prozent betrage.

Top 3: Shoppingtrends und Prognosen zum Weihnachtsgeschäft

Salesforce hat aktuelle Zahlen und Trends zum Thema Onlineshopping vorgestellt. Neben Prognosen zum Thema Weihnachts-Shopping 2019 zeigt der “Connected Shopper Report” aktuelle Einkaufstrends rund um Marken, den Einzelhandel und Online-Marktplätze.

Trotz einer kürzeren Verkaufssaison in den USA (Thanksgiving und damit die Cyberwoche finden dieses Jahr später statt) sagt Salesforce ein globales Umsatzwachstum beim E-Commerce von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr voraus. Der Gesamtumsatz soll dabei in den USA einen Rekordwert von 136 Milliarden US-Dollar und weltweit 768 Milliarden US-Dollar erreichen. Weitere wichtige Erkenntnisse für Händler sind zudem:

  • Das mobile Shopping wird das Einkaufsverhalten mit 70 Prozent des E-Commerce Traffics und 52 Prozent der Bestellungen dominieren. Die Prognosen gehen zudem davon aus, dass zehn Prozent der mobilen Einkäufe am Mittwoch vor Thanksgiving direkt über soziale Kanäle getätigt werden. Dieser Höchstwert übertrifft sogar Spitzeneinkaufstage wie den Black Friday.
  • Mehr Umsatz durch “Click and Collect”: Die Vorhersagen zeigen, dass Einzelhändler, die “Click and Collect” anbieten, in den fünf Tagen vor Weihnachten 28 Prozent mehr Umsatz erzielen als Anbieter, die dies nicht im Portfolio haben. Dies liege laut Salesforce hauptsächlich daran, dass die Käufer um 48 Prozent aktiver auf denjenigen Websites sind, die während dieses Zeitraums “Click and Collect” anbieten.
  • Cyber Monday bleibt der beste Tag für digitale Rabattaktionen: 47 Prozent der Käufer nennen Rabatt- oder Promotion-Codes als die wichtigste Einflussfaktoren für ihre Kaufentscheidungen. Prognostiziert werden Rabattraten, die in der Woche vor der Cyber Week um neun Prozent steigen. Cyber Monday bleibt dabei mit durchschnittlichen Ermäßigungen von 29 Prozent der beste Tag des Jahres für digitale Rabattaktionen.

Konsumentenverhalten in Deutschland

Für Deutschland sind im “Connected Shoppers Report” folgende Trends enthalten:

  • Das Einkaufsverhalten hat sich nicht grundlegend verändert: 90 Prozent der Kunden in Deutschland kaufen gleichermaßen im Einzelhandel, bei Marken direkt und auf Online-Marktplätzen ein.
  • Höhere Kundenerwartungen verändern das Einkaufserlebnis: Der Einzelhandel muss heute mehr bieten als nur Ware gegen Geld. Kunden bleiben Händlern treu, wenn sie sich verstanden und besonders zuvorkommend behandelt fühlen. Als besonders probate (und gewinnbringende) Mittel zur Kundenbindung gelten laut Studie exklusive Shoppingerlebnisse und Rabattaktionen.
  • Die digitalen Einkaufskanäle diversifizieren sich: Die Befragung zeigt, dass die Verbraucher inzwischen acht Wege zum Einkaufen verwenden: beispielsweise nutzen in Deutschland 21 Prozent mobile Bezahlverfahren (global: 29 Prozent), 10 Prozent nutzen beim Shopping soziale Medien (global: 19 Prozent) und 5 Prozent Messaging-Apps (global: 11 Prozent).

Für den Connected Shoppers Report” wurden über 10.000 Personen aus mehr als 20 Ländern – darunter 500 aus Deutschland – zu aktuellen Themen rund um Marken, den Einzelhandel und Online-Marktplätze befragt.

absatzwirtschaft Archiv: Studien der Woche

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