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Herausforderungen 2018: Datenschutzgrundverordnung – Chance und Herausforderung zugleich

Viele Unternehmen sind verunsichert, was die kommende EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) für sie bedeutet. Sie stellt das Datenschutzrecht nicht grundlegend auf den Kopf, bringt aber zahlreiche Änderungen und zusätzliche Aufgaben mit sich.

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Von Gastautor Christian Schmoll, Director Privacy bei Sprinklr

Das Thema Datenschutz ist derzeit in aller Munde und wird im kommenden Jahr noch mehr an Relevanz und Aufmerksamkeit gewinnen, nicht zuletzt, weil ab dem 25. Mai 2018 mit dem Wirksamwerden der DSGVO in ganz Europa ein neues, einheitliches Datenschutzrecht Einzug hält. Betroffen sind sämtliche Unternehmen, die personenbezogene Daten von Kunden aus der EU erheben oder verarbeiten. Die Grundidee des neuen europäischen Datenschutzrechtes entspricht dabei in weiten Teilen dem aktuellen deutschen Datenschutzrecht. Schwerpunkte liegen in der Definition von klaren Prozessen und der Schaffung von mehr Transparenz. Unternehmen müssen detailliert dokumentieren, welche Daten sie wo, wie und warum verarbeiten. Wer sich nicht an die neuen Regeln hält, muss mit hohen Bußgeldern rechnen. Doch die Umsetzung der neuen Anforderungen ist gar nicht so aufwändig, wie viele befürchten.

DSGVO – ein Weckruf für Unternehmen

Die DSGVO ist als Weckruf zu verstehen und stellt gleichzeitig eine große Chance dar: Saubere Datenbestände und transparente Prozesse tragen maßgeblich zur Verbesserung des digitalen Marketings und zur Stärkung der Markenqualität bei. Zugleich lassen sich durch zielgerichtete und bewusste Ansprachen wesentlich bessere Ergebnisse und mehr Leads erzielen. Die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen ist die Grundlage für langfristige, gut funktionierende und starke Kundenbeziehungen. Hinzu kommt, dass die Regeln für alle Unternehmen – egal welcher Größe – in der EU und darüber hinaus auch weltweit gelten. Das schafft gleiche Rahmenbedingungen für alle und einen fairen Wettbewerb.

Insbesondere für das datengetriebene Marketing sind die Verschärfungen im Datenschutzrecht aber auch eine Herausforderung. Die DSGVO zwingt Unternehmen und Werbetreibende dazu, ihre vorhandenen Datenbestände zu sichten, aufzuräumen und zu prüfen. User müssen zudem stets die Möglichkeit haben, ihre Daten einsehen und ihre Zustimmung zur Verwendung widerrufen zu können. Generell müssen Unternehmen jederzeit darüber Rechenschaft ablegen können, woher die personenbezogenen Daten stammen, mit denen sie arbeiten.

Mit der ergänzend hinzukommenden ePrivacy-Verordnung, die noch nicht endgültig verabschiedet ist, werden auch die Anforderungen an das Online-Marketing weiter verschärft. Besonders dem Cookie-basierten Retargeting stehen mit dem jetzigen Entwurf schwere Zeiten bevor.

Vorsätze in die Tat umsetzen und nicht verunsichern lassen

Die initiale Umsetzung der Anforderungen der DSGVO ist ein umfangreiches Projekt und nicht allein Sache der Datenschützer. Das Commitment der Geschäftsführung und die Zusammenstellung eines schlagkräftigen Teams mit Vertretern aus allen Abteilungen bildet die Ausgangsbasis.

Auch wenn die DSGVO mit umfangreichen Hausaufgaben verbunden ist, sollten Werbetreibende und Unternehmen sie vor allem als Chance begreifen und zum Anlass nehmen, schon lange gehegte Vorsätze in die Tat umzusetzen: Vorhandene Datenbestände sichten und strukturieren sowie alte Daten löschen. Saubere Prozesse und aktuelle sowie relevante Daten verbessern nicht nur die Qualität des digitalen Marketings, sondern führen auch zu mehr Leads und steigern den Umsatz.

Anders, als es manche selbsternannten Datenschutzexperten prophezeien, ist es noch nicht zu spät, um im Mai 2018 datenschutzrechtlich “sauber” dazustehen. Jetzt loszulegen, lohnt sich!

Zum Autor: Christian Schmoll ist Director Privacy bei Sprinklr, eine der weltweit führenden Social-Media-Management-Plattformen. Er ist Certified International Privacy Professional (CIPP/E) und zertifizierter betrieblicher Datenschutzbeauftragter (TÜV). Zehn Jahre hat er als Rechtsanwalt im Bereich Datenschutz und Digital Marketing gearbeitet. 

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