Elektromobilität: Wallbox-Marken kaum bekannt

Mit Wallboxen können E-Auto-Besitzer*innen ihre Fahrzeuge zuhause laden. Der Einzelhandel verkauft solche Ladestationen laut GfK immer häufiger. Die Herstellermarken kennt aber trotzdem kaum jemand.
Wallbox
Mit einer Wallbox lässt sich das E-Auto auch zuhause laden. (© Unsplash/Eren Goldman)

In Deutschland setzen Verbraucher*innen zunehmend auf E-Autos. Passende Ladestationen, auch Wallbox genannt, verkaufen sich aktuell immer besser. Dabei besteht hier insbesondere für den Einzelhandel großes Potenzial. Denn dieser verzeichnete dieser laut GfK-Handelspanel im letzten Jahr ein Absatzwachstum von 84 Prozent im Vergleich zu 2021. Im Elektrogroßhandel, der eher das B2B-Profisegment bedient, ging der Absatz 2022 um knapp drei Prozent zurück.

Die Marke der Wallbox scheint beim Kauf aber selten eine Rolle zu spielen. Für lediglich 16 Prozent der Kaufinteressenten und Wallbox-Besitzer*innen ist die Marke der Wallbox wichtig für die Kaufentscheidung. Das könnte unter anderem daran liegen, dass Herstellermarken wie Easee, ABL oder Innogy wenig Bekanntheit unter den Verbraucher*innen genießen. Weniger als fünf Prozent von ihnen kennen laut GfK die gängigsten Wallbox-Marken auf dem deutschen Markt.

Wallboxen: „Der Markt steckt noch in den Kinderschuhen“

Darüber hinaus ist der Markt für Wallboxen noch jung. „Der Markt für private Ladestationen steckt noch in den Kinderschuhen und wir sehen, dass die Akteure noch nicht in den Köpfen der Käufer verankert sind“, erklärt Florian Prockl, Experte für Consumer Insights bei GfK. Das könnte sich in Zukunft ändern. Laut der GfK Consumer Life Studie planen 34 Prozent der Deutschen, sich ein E-Auto als nächstes Fahrzeug anzuschaffen.

Diesen Umstand können Herstellermarken nun für sich nutzen. „Ein umfassendes Verständnis der Zielgruppe und ihrer Wünsche ist entscheidend für den Erfolg beim Aufbau der Bekanntheit der eigenen Marke“, sagt Prockl. Beispielsweise seien Konsument*innen offen dafür, ihr Elektroauto mittels der Wallbox auch als Stromspeicher für ihren Haushalt zu nutzen oder zum Ausgleich allgemeiner Schwankungen im Stromnetz anzubieten. In den meisten marktgängigen Herstellerangeboten seien diese Funktionen jedoch noch nicht berücksichtigt oder schlichtweg technisch nicht möglich.

(js, Jahrgang 2001) ist seit Juli 2023 freier Autor der absatzwirtschaft. Er ist fasziniert von neuen Technologien und der Frage, warum Konsumenten das tun, was sie tun. Außerdem ist er ein wahrer Espresso-Enthusiast.