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Was Millennials wirklich wollen – und Chefs oft nicht kapieren

Wie wollen die Top-Talente von morgen arbeiten?

Wenn es um so genannte Millennials geht, drehen Personaler regelmäßig durch. Was fordert die neue Generation nicht alles von ihrem Arbeitgeber. Dabei liegt der Schlüssel zu Zufriedenheit oft in den banalen Dingen. Eine aktuelle Studie zeigt: Es gibt eine Sache, die junge Menschen am Arbeitsplatz besonders wichtig ist – und ihre Chefs meistens unterschätzen.

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Dabei geht es nicht um Freizeitausgleich, kostenloses Mittagessen oder Kinderbetreuung. Laut der Studie „When the Walls come down“ des Marktforschungsunternehmens Oxford Economics wollen Millennials genau das Gleiche wie andere Angestellte, nur noch stärker: Ruhe.

Für die Untersuchung sollten Arbeitnehmer verschiedener Altersklassen ranken, welche Kriterien ihnen am Arbeitsplatz am wichtigsten sind. Für mehr als zwei Drittel der Teilnehmer gehörte „die Möglichkeit, sich ohne Unterbrechung zu konzentrieren und zu arbeiten“ zu den drei wichtigsten Faktoren. Gerade mal sieben Prozent bewerteten Dinge wie kostenloses Essen oder Kinderbetreuung als ebenso wichtig.

Die blinde Religion der Unternehmer

Millennials, so die Studie, fühlten sich von Lärm tendenziell eher genervt und von der Arbeit abgelenkt. Mit anderen Worten: Das Großraumbüro führt nicht etwa zu besserer Kommunikation und Team-Arbeit sondern zu Unproduktivität und Unzufriedenheit.

Die Erkenntnis ist nicht gänzlich neu, zahlreiche Studien belegen inzwischen die negativen Folgen von Großraumbüros. Trotzdem pferchen immer noch allzu viele Unternehmen ihre Mitarbeiter in diese ein. Warum? Weil ein Großteil noch immer dem Irrglauben erlegen ist, dass Kollaboration davon lebt, nebeneinander zu sitzen. Geoffrey James vom Magazin Inc. nennt dies auch die „blinde Religion“ der Unternehmenskultur.

Tatsächlich aber würden Großraumbüros Menschen eher dazu zwingen, sich geistig von Kollegen zu distanzieren – weil sie einen sonst ständig ablenken würden. Das aber erschwere die Zusammenarbeit sogar, schreiben die Autoren der Studie und fügen hinzu: „Führungspersonen neigen dazu, den negativen Effekt von Umgebungslärm zu unterschätzen.“

Tatsächlich liege hier das zentrale Problem. Weil die Führungsriege meistens in privaten Büros unterkomme, können sie die Lärm-Beschwerden nicht nachvollziehen. Im Gegenteil: Sie denken, das stetige Tumult sei ein Symbol von „Kollaboration.“

Die effektivste Lösung: Regeln aufstellen

Laut Oxford Economics-Studie wissen sich Millennials aber auch am besten zu helfen: Sie hören Musik oder suchen sich einen anderen Platz zum Arbeiten. Manager könnten dabei helfen, indem sie den Mitarbeitern erlauben, ortsunabhängig zu arbeiten, und technische Möglichkeiten nutzen, um den Lärm zu minimieren.

Die einfachste Lösung aber sei innerhalb einer Minute erledigt und koste gar nichts: Eine offizielle Regel aufstellen, nach der

  1. Kopfhörer und Ohrstöpsel erlaubt sind und,
  2. wer immer sie trägt als „beschäftigt“ behandelt und nicht gestört wird.

Wer trotzdem mit einem Kollegen kommunizieren möchte, schickt eine Mail oder Nachricht über einen Messaging-Dienst wie Skype oder ein Team-Tool wie Slack. Auf diese Weise könne jeder sein eigenes, virtuelles, privates Büro errichten – und werde dadurch nicht nur produktiver sondern vor allem auch zufriedener.

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