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Was macht eigentlich Andreas Gahlert – Gründer von Neue Digitale/Razorfish

Andreas Gahlert

Mit seiner Agentur Razorfish und Kunden wie Audi und McDonald’s war er einer der meistdekorierten Digitalkreativen. Dann stieg er aus und gründete später das Start-up CoBi für Connected-Bike-Technologie. Nach viel Zeit mit Kiten, Snowboarden und 911er-Fahren wollte Gahlert wieder „mehr Sinn“ im Leben haben.

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Von Anja Sturm

Seit Ihrem Ausstieg bei Razorfish 2013 hat sich die Branche extrem verändert. Hätten Sie heute überhaupt noch Lust auf Digital­agentur?
Andreas Gahlert: Nein, aber die hatte ich ja auch schon 2013 nicht mehr. Vom Typ her war und bin ich immer schon weniger Agenturwerber als digitaler Unternehmer. Die Goldgräberstimmung am Anfang der Digitalagenturenzeit war für mich sehr inspirierend. Irgendwann aber wurde das alles für meinen Geschmack viel zu viel Commodity, alle haben irgendwie nur noch das Gleiche gemacht.

Kurzer Rückblick: Sie haben 1996 die Agentur Neue Digitale gegründet und 2006 an Razorfish/Publicis verkauft. Bis 2013 sind Sie als Razorfish-CEO an Bord geblieben. Heute ist Razorfish mit Sapient unter dem Publicis-Dach verschmolzen. Wie fühlt sich das an?
Ich beobachte das ja nur noch aus der Ferne. Durch verschiedenste Fusionen ist erwartungsgemäß viel von der einstigen Neue Digitale/Razorfish auf der Strecke geblieben. Andererseits ist es schön, dass viele der damaligen Talente in der Branche gut untergekommen sind und sich teils durch Neugründungen neu definiert beziehungsweise spezialisiert haben.


Steckbrief Andreas Gahlert

Heutiger Job: Leiter Digital Business Bosch eBike Systems

Erster Job: Brotverkäufer im Supermarkt

Lebensmotto: No risk, no fun

Beste Entscheidung im Job bislang: Der Verkauf der Neue Digitale an Razorfish

Größtes Learning: Innovationen dauern immer länger, als man denkt


Vermutlich müssen Sie seit dem Razorfish-Ausstieg nicht mehr arbeiten. Trotzdem haben Sie 2014 das Start-up CoBi (Connected Bike) gegründet. Warum?
In der ersten Zeit nach dem Ausstieg habe ich die Tage tatsächlich überwiegend mit meiner Familie, mit Snowboarden und Kiten verbracht. Und ich habe mir einen 911er gekauft, der wurde mir aber relativ schnell langweilig. Inzwischen ist der Porsche wieder verkauft, ich fahre lieber ­E-Bike. Irgend­wann wurde mir klar: Mein Leben bekommt viel mehr Sinn, wenn ich mit einem coolen Team etwas neues Revolutionäres aufbauen kann.

Ganz so cool war es anfangs aber nicht. CoBi soll – mithilfe spezieller Software und Halterung – aus Fahrrädern Smartbikes machen. Drei Jahre nach Gründung sagten Sie: „Der Weg vom Prototyp zum Massenprodukt ist länger und steiniger als gedacht.“ Was war los?
Wir haben das Hardware-Thema massiv unterschätzt. Als Digitalmensch ist man es ja gewohnt, Prototypen sehr schnell verändern und verbessern zu können. Bei der Hardware aber, also in unserem Fall der CoBi-Halterung, war das ein extrem aufwendiger Prozess. Ich habe in dieser Zeit gefühlt mit jedem zweiten Investor auf der Welt gesprochen, doch wenn das Wort Hardware fiel, winkten die meisten ab. Letztlich waren wir aber sehr erfolgreich und haben in mehreren Finanzierungsrunden 20 Millionen Euro eingesammelt.

Trotzdem haben Sie CoBi Ende 2017 an Bosch eBikes Systems verkauft. Warum?
Es sind zwei Gründe. Erstens: Der Verkauf ist bei einem Venture-Capital-­finanzierten Start-up ja immer Teil des Plans, und 2017 war für CoBi der richtige Zeitpunkt. Zweitens: Der Markt­zugang in die Fahrradbranche ist durch den Einstieg von Bosch für uns erheblich einfacher geworden.

Bosch eBikes Systems hat CoBi zu 100 Prozent übernommen. Wie viel hat der Konzern gezahlt?
Genug. 

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