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Warum heißt die Marke so? Heute: Melitta

Der Klassiker der Kaffeezubereitung: Das ist die aktuelle Generation der Filterkaffeemaschinen von Melitta. © Melitta

In der Zeit um die Jahrhundertwende war es ein Trend, Marken nach Frauennamen zu benennen. Melitta Bentz und ihr Ehemann Hugo betrieben damals ein Haushaltwarengeschäft in Dresden. Die Firma ist noch heute in Familienhand und die Marke fast 110 Jahre alt.

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Am 30. September 1911 wurde Melitta als Wortmarke angemeldet, und zwar für Kaffeefilter und “Überkochverhüter aus Metall”. Vorausgegangen war 1908 die Patentierung eines Gebrauchsmusters als “Kaffeefilter mit nach unten gewölbtem, mit einem Abflussloch versehenem Boden und lose einliegendem Siebe” auf Basis einer Erfindung von Melitta Bentz, deren Ehemann Hugo Bentz ein Haushaltswarengeschäft in Dresden betrieb.

Melitta Bentz experimentierte zunächst mit Löschpapier aus den Schulheften ihres Sohnes, um zu verhindern, dass Kaffeesatz beim Trinken in den Mund geriet. Dabei gab es zwar bereits vorher erste Kaffeefilter aus Stoff, aber Melitta Bentz war die Erste, die daraus – zunächst mit einer perforierten Blechbüchse – ein einfaches und funktionierendes System machte.

Frauennamen als Marken entsprechen dem Zeitgeist

Dass Hugo Bentz, der die Geschäfte gemeinsam mit seiner Frau führte, ihren Vornamen zum Markennamen erkor, entsprach dem Zeitgeist: Etwa zur gleichen Zeit entstanden auch Marken wie Mercedes und Victoria (Motorrad).

Die Firma, die sich heute noch in Familienbesitz befindet, expandierte nach dem Ersten Weltkrieg und zog 1929 nach Minden um. Erst 1936 entstand der heute noch vielfältig benutzte konische Schnellfilter mit schlitzförmigem Boden. 1959 wurde das Erscheinungsbild des darauf basierenden Papierfilters als Wort-/ Bildmarke geschützt, aber das 1x-Filtersystem setzte sich erst in den 60er-Jahren flächendeckend durch.

Renaissance des Filterkaffees

Seit 1962 bietet das Unternehmen unter der Marke auch Kaffee an, gefolgt von Kaffeemaschinen und zahlreichen Kaffee-Serviceprodukten. Nachdem der Filterkaffee in den letzten Jahren immer weitere Marktanteile an Kaffeevollautomaten, Kapselkaffee und Kaffeepads (die es inzwischen auch von Melitta gibt) abtreten musste, erleben wir in jüngster Zeit eine Renaissance dieser Art der Kaffeezubereitung. In Ländern des Balkans heißt Filterkaffee in der Gastronomie übrigens häufig “Deutschkaffee”.

Ganz zum Synonym für Filterkaffee hat es Melitta nicht geschafft, dafür ist das Filtergeschäft nur ein kleiner Teil der heutigen Melitta Group, zu der inzwischen viele weitere Haushaltsmarken wie etwa Toppits und Swirl zählen.

Der Artikel ist im Rahmen der monatlichen Kolumne “Warum heißt die Marke so?” auch in der Print-Ausgabe der absatzwirtschaft erschienen. Einzelne Ausgaben oder ein Abo der absatzwirtschaft können Sie hier bestellen.

Alle Kolumnen von Bernd M. Samland lesen.

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