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Versicherungen für Gamer: “Tonalität muss authentisch sein”

Gaming-Zielgruppe: Erst die Community, dann die Produkte.

Das Start-up Insurninja entwickelt Versicherungen, die sich an den Bedürfnissen der Gamer, E-Sportler und Streamer orientieren. Geschäftsführer Tim Schlawinsky erklärt, wie sich Versicherungen das Segment der Gamer als Zielgruppe erschließen können.

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Von Karsten Zunke

Coole Gamer und das oft als spießig wahrgenommene Thema Versicherungen – wie passt das zusammen?

Tim Schlawinsky: Ich habe einen Marketing- und mein Mitgründer Niklas Ex einen Versicherungsbackground. Als Hobby verbindet uns das Gaming. Für den Gaming-­Bereich gab es keine adäquaten Versicherungsangebote. Das wollten wir ändern und haben im vergangenen Jahr unser Unternehmen gegründet und in diesem Jahr die ersten Produkte gelauncht. Das Interesse ist groß, auch aus dem Ausland.

Wer steht hinter den Versicherungsprodukten?

Wir entwickeln die Produkte zusammen mit der Community und fungieren als Mehrfachagent. Für unsere Hardware-Versicherung arbeiten wir in Deutschland mit dem Versicherer Wertgarantie zusammen, eine Rechtsschutzversicherung kommt von der ARAG. In der Schweiz sind wir exklusiv mit der Baloise ebenfalls bestens aufgestellt. Für das „Digital Squad Protect“, ein Produkt, mit dem sich Einzel-Gamer, aber auch komplette E-Sports-Teams versichern können, konnten wir Markel gewinnen, einen amerikanischen Versicherer mit Europazentrale in München. Darüber sind wir sehr glücklich, denn für unser gänzlich neues Pro­dukt gab es keine historischen Schadensdaten. Das ist für die meisten Versicherungen ein Problem.

Wie spricht man Gamer an, um eine Versicherung zu verkaufen?

Wir haben nicht angefangen, sofort Versicherungen zu verkaufen, sondern wir haben zuerst eine Community aufgebaut. Dort haben wir die Leute gefragt, welchen Bedarf sie im Versicherungsbereich haben. Ein Jahr lang haben wir mit der Zielgruppe gesprochen, erst dann haben wir unser erstes Produkt gelauncht. Wichtig ist, dass man in der Gaming-Szene authentisch ist. Aus sich heraus würde das eine Versicherung nicht schaffen. Schon allein, weil sie die Sprache der Gamer nicht versteht. Um unsere Angebote bekannt zu machen, sind wir in den sozialen Medien aktiv, nutzen Streamer aus unserer Community, die für uns werben, und sind ebenfalls mit eigenen E-Sports-Teams in der Szene unterwegs.

Worauf kommt es bei der Ansprache an?

Die Tonalität muss authentisch und der Designstandard hoch sein. Außerdem muss man dort ansprechbar sein, wo sich die Gamer tummeln. Auf unserem Discord-Server haben wir beispielsweise 180 Follower, die intensiv mit uns interagieren. Dort, wie auch im Teamspeak, informieren wir natürlich über unsere Produkte. Wichtig ist es, eine passende Marke für die Gamer aufzubauen. Mittlerweile kaufen die Leute sogar ­unsere T-Shirts und drucken unse­re Logos auf ihre Jerseys – ein Umstand, der uns sehr stolz macht. Im Gaming-­Sektor ist die Community der Schlüssel zum Erfolg.

Mehr zum Thema Gaming und Anknüpfungspunkte für die Wirtschaft lesen Sie in der aktuellen Print-Ausgabe der absatzwirtschaft, die Sie hier bestellen können.

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