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Verbraucher sollen Recht auf Reparatur bekommen

Bei kaputten Smartphones lohnt sich oft nur ein Neukauf. Die EU will nun ein Recht auf Reparatur gesetzlich verankern. © Ali Abdul Rahman / Unsplash

Die EU-Kommission will die Tech-Wirtschaft zu mehr Nachhaltigkeit bewegen und damit den riesigen Berg an Elektroschrott begrenzen. Verbraucher sollen ein Recht auf Reparatur von defekten elektronischen Geräten erhalten. Das wäre insbesondere für Apple ein Rückschlag.

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Gemäß einer neuen Initiative der Europäischen Union sollen Verbraucher automatisch das Recht bekommen, ihre Geräte reparieren zu lassen. Handys, Laptops und andere Geräte sollen künftig so konstruiert sein, dass sie zu einem adäquaten Preis repariert werden können und so länger nutzbar sind, etwa durch austauschbare Akkus und immer zur Verfügung stehenden Software-Updates.

Ab 2021 verpflichtet die EU die Hersteller bestimmter Elektrogeräte, Ersatzteile und Anleitungen bis zu sieben Jahre ab Stopp der Produktion vorrätig zu halten und binnen zwei Wochen etwa an Reparaturdienste zu versenden. Das soll Reparaturkosten senken und Elektroschrott mindern. Ein erster wichtiger Schritt im Kampf gegen die Wegwerfgesellschaft, so heißt es aus Brüssel. In der ersten Reaktion begrüßen größere Hersteller den Vorstoß. Apple beispielsweise kündigte bereits im August 2019 an, unabhängige Reparaturdienstleister mit Ersatzteilen, Werkzeug und Anleitungen zu beliefern. Und das zu denselben Preisen, wie die US-Amerikaner sie für die von Apple autorisierten Händler und Reparaturdienste aufrufen.

EU kämpft an vielen Fronten gegen zu viel Müll

Elektroschrott ist der Europäischen Union schon länger ein Dorn im Auge. Sie kämpft an vielen Fronten gegen zu viel Müll. Aktuell am meisten diskutiertes Unterfangen ist dabei die USB-C-Pflicht für Smartphones. So sollen Verbraucher Geräte unterschiedlicher Hersteller mit universellen Netzteilen und Kabeln aufladen können.

Ein weiterer Plan der EU nimmt jetzt Akkus ins Visier. Sie möchte den Akkutausch bei Geräten erleichtern, damit Nutzer die Handys länger nutzen. Verbrauchern ist bei ihrem Smartphone die Akkulaufzeit besonders wichtig. Bislang ist für viele Verbraucher bei abnehmender Akkustärke der Kauf eines neuen Smartphones die wirtschaftlich bessere Option, denn der Austausch des Akkus ist umständlich und Fachleute sowie Originalteile teuer. Das ist besonders ärgerlich, wenn das Gerät ansonsten technisch einwandfrei läuft und den Bedürfnissen des Verbrauchers weiterhin gerecht wird.

Hersteller gegen Akku-Vorschlag und USB-C-Pflicht

Im Frühjahr möchte die EU deshalb einen Vorschlag vorantreiben, der vorsieht, dass sich Akkus bei Smartphones leichter tauschen lassen. Bei diesem Punkt ist der Widerstand aus der Industrie groß. Die Hersteller von Smartphones behaupten, dass die Bauweise ihrer Geräte auch dem Schutz vor Spritzwasser und Staubkörnchen diene. Das führe zu einer längeren Lebenszeit der Geräte während des alltäglichen Gebrauchs. Vorgaben eines leicht austauschbaren Akkus könnten der Langlebigkeit eines Gerätes also schaden. Auch gegen die USB-C-Pflicht wehren sich Hersteller. Sie argumentieren, dass sie die Anschlussart in ihren Smartphones verbauen, die geeignet für das jeweilige Ökosystem ist. Apple erklärt darüber hinaus, dass auch ein Umstieg ihrer Lightning-Stecker auf USB-C unnötig Elektroschrott produziere, da viele alte Ladegeräte dann überflüssig wären.

Wenngleich die Vermeidung von Müll bei den Unternehmen und Verbänden grundsätzlich begrüßt wird, pflichtet Bitkom pflichtet den Herstellern nicht nur bei, er ist tendenziell sogar noch strenger. Der Elektro-Branchenverband kritisiert unter anderem die Pläne für ein “Recht auf Reparatur”: “Eine Verpflichtung, eine Vielfalt von Ersatzteilen für lange Jahre auf Vorrat zu produzieren und einzulagern, dürfte mehr Müll erzeugen als vermeiden”, so der Verband. Außerdem könnten etwa Smartphones, die flach, leicht, leistungsfähig, wasser- und staubdicht sein sollten, nicht so konstruiert werden, dass jeder Nutzer sie einfach aufschrauben könne.

absatzwirtschaft+

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