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Studien: So verändert Corona das Einkaufsverhalten

Lieferung nach Hause oder Abholung: Mit neuen Ideen versuchen Händler, die Umsatzeinbußen im Lockdown abzufedern. © Imago

Während des Lockdowns sind viele Verbraucher zum Onlineshopping gezwungen. Zwei Studien haben genauer untersucht, wie nachhaltig dieser Corona-Shift ist und was das für den stationären Einzelhandel bedeutet.

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Eine der spannendsten und gleichzeitig am schwierigsten zu beantwortenden Fragen im Zusammenhang mit dem Siegeszug des Onlinehandels ist, ob es Grenzen des Booms gibt und wo diese liegen. Wird irgendwann, sei es bei 30, 50 oder 70 Prozent Anteil des Online-Geschäfts am Gesamtumsatz im Einzelhandel eine Marke erreicht sein, an dem bei den Konsumenten eine Sättigung einsetzt?

Oder bestellen sich die Kunden irgendwann alle Waren aus allen Bereichen – mit anderen Worten, sterben nicht nur noch viel mehr Händler, sondern stirbt irgendwann der stationäre Handel an sich? Und hat Corona dieser unabwendbaren Entwicklung zusätzlichen Schwung verliehen? Experten sehen den Strukturwandel in der Branche durch die Folgen der Pandemie immerhin um rund zehn Jahre beschleunigt.

Kunden sehnen sich nach realer Shoppingtour

Zwei Studien haben sich in jüngster Zeit damit befasst, wie sehr die Kunden sich nach einer realen Shoppingtour sehnen und wie nachhaltig der Corona-Shift hin zu noch mehr Online sein wird.

Der IT-Konzern IBM hat im Rahmen einer Verbraucherumfrage 15.000 Menschen in neun Ländern befragt, welche Gewohnheiten sie in der Pandemie am stärksten zurückstellen müssen und was sie sich nach einer möglichen Impfung am ehesten wünschen. Hier die wichtigsten Ergebnisse mit Bezug auf den Handel:

  • Verbraucher sind bereit in Einkaufszentren zurückzukehren, sobald sie geimpft sind. 76 Prozent der Befragten in Deutschland, die vor der Pandemie typischerweise Einkaufszentren besuchten, gaben an, dass sie nach der Impfung in diese Geschäfte zurückkehren werden.
  • Jeder fünfte Kunde in Deutschland gibt an, dass er sich beim Einkaufen in Geschäften nicht sicher fühlt und dass er das persönliche Einkaufserlebnis nicht mehr als angenehm empfindet.
  • Die größten Verschiebungen bei persönlichen Einkäufen vor und nach einer Impfung gibt es für Deutschland bei Spielwaren und Hobbys (plus 187 Prozent) sowie bei Bekleidung, Schuhen und Accessoires (plus 173 Prozent).  
  • Bei der Generation Z, die um die Jahrtausendwende Geborenen, gibt es die geringsten Zuwächse. Möglicherweise weil diese Zielgruppe diese Produkte bereits vor der Pandemie häufiger online gekauft hat.

Deutsche streben weniger in die Onlinewelt

Das Marktforschungsinstitut YouGov hat das Einkaufsverhalten von Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs untersucht und dazu rund 19.000 Konsumenten in 17 Märkten auf mögliche Verhaltensänderungen befragt. Kernergebnis: Ein Viertel der Deutschen will nach der Pandemie vermehrt Online-Shopping nutzen – im internationalen Vergleich sind das wenige.

Hier sind weitere für die Marketingbranche relevante Ergebnisse:

  • 47 Prozent der Deutschen geben an, dass sich ihre Kaufgewohnheiten aufgrund der Pandemie verändert haben. Nur Franzosen (46 Prozent) und Dänen (44 Prozent) treffen diese Aussage noch seltener als Deutsche.
  • Dagegen sagt in elf der untersuchten 17 Märkte jeweils mehr als die Hälfte der Verbraucher, dass sie ihre Kaufgewohnheiten aufgrund von Corona geändert haben. Der Durchschnittswert liegt international bei 59 Prozent.
  • Auch sagen deutsche Befragte im internationalen Vergleich eher selten (26 Prozent), vermehrt Online-Shopping/Online-Lieferungen nutzen zu wollen, sobald die Pandemie vorbei ist. Franzosen sagen dies in der gleichen Häufigkeit wie Deutsche, nur Dänen sagen dies noch seltener (24 Prozent).
  • Am häufigsten treffen Inder (67 Prozent) und Chinesen (64 Prozent) diese Aussage. Der internationale Durchschnittswert liegt bei 42 Prozent.

absatzwirtschaft+

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