Pfeifer & Langen übernimmt Mehrheit an Rügenwalder

Das Unternehmen ist bekannt für die rote Mühle als Markenzeichen. Jetzt bekommt die Rügenwalder Mühle einen neuen Mehrheitseigner, der bisher vor allem für Zucker und Kartoffelchips steht.
Das Familienunternehmen setzt seit fast zehn Jahren auch auf vegetarische und vegane Produkte. (© Rügenwalder)

Der Wursthersteller Rügenwalder Mühle bekommt einen neuen Mehrheitseigentümer: Der Lebensmittelkonzern Pfeifer & Langen (Diamant Zucker, Funny-Frisch) steigt bei dem bisherigen Familienunternehmen ein und will dort die Mehrheit übernehmen, wie beide Firmen am Dienstag in Bad Zwischenahn (Landkreis Ammerland) und Köln mitteilten.

Die zuständige Kartellbehörde in Brüssel müsse der Übernahme noch zustimmen. Zuvor hatte die „Lebensmittel Zeitung“ berichtet.

Marke, Unternehmen und Jobs bleiben erhalten

Zur Höhe der Mehrheitsbeteiligung machte die Kölner Familienholding Pfeifer & Langen auf Nachfrage keine Angaben. Rügenwalder Mühle bleibe aber als Marke und Unternehmen erhalten, ein Abbau von Arbeitsplätzen sei nicht geplant, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Auch das bisherige Management soll im Amt bleiben.

Rügenwalder Mühle sprach von einer „aktiv gesuchten Partnerschaft“. „Mit der Beteiligung wollen wir die Chance nutzen, dieses Portfolio fortzuentwickeln, insbesondere über den deutschen Markt hinaus“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates, Christian Rauffus. „Wir betrachten dies als große Chance für unser Unternehmen und sehen uns so exzellent für die Zukunft aufgestellt.“ Vor allem den Bereich vegane Lebensmittel wolle man weiter ausbauen.

1834 im pommerschen Rügenwalde gegründet

Rügenwalder könne künftig auch auf das Know-how von Pfeifer & Langen zurückgreifen, sagte Guido Colsman, Geschäftsführender Gesellschafter der Pfeifer & Langen Industrie- und Handels-KG. Zur Holding gehören neben dem gleichnamigen Zuckerhersteller bereits Marken wie Funny-Frisch und Chio Chips sowie das Start-up Endori für vegane Lebensmittel.

Rügenwalder war 1834 im pommerschen Rügenwalde (heute Darłowo) gegründet worden und hatte seinen Sitz nach dem Zweiten Weltkrieg nach Niedersachsen verlegt. Das Unternehmen beschäftigt 1030 Mitarbeiter. Seit Ende 2014 stellt das Unternehmen neben klassischer Wurst auch vegetarische und vegane Produkte her.

tht/dpa