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Nächster Skandal: Facebook soll Datenzugang für Microsoft, Netflix und Co ermöglicht haben – das Unternehmen verteidigt sich

© Photo by Glen Carrie on Unsplash

Jahrelang gewährte Facebook einigen der weltweit größten Technologieunternehmen Zugang zu den personenbezogenen Daten der Facebook-Nutzer, so berichtet es die New York Times. Facebook hat nach diesen Vorwürfen den Zugang zu Nutzerdaten für Firmen wie Microsoft, Netflix oder Spotify verteidigt. Das Netzwerk betonte, die Schnittstellen seien dazu gedacht gewesen, Nutzern den Kontakt zu ihren Facebook-Freunden auf anderen Plattformen zu ermöglichen.

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Die „New York Times“ berichtete, dass mehrer Unternehmen Zugriff auf Freundschaftslisten von Facebook-Nutzern gehabt haben sollen –  die Streamingdienste Netflix und Spotify sollen dabei Zugriff auf private Nachrichten gehabt haben. Facebook hätte der Bing-Suchmaschine von Microsoft, eine Liste von beinahe allen Freunden von Facebook-Nutzern ohne deren Einwilligung ausgespielt, so sollen es Aufzeichnungen zeigen, die der „New York Times“ vorliegen. Die Zeitung berichtete zugleich auch, dass Facebook von Partnern wie Amazon, Yahoo oder dem chinesischen Smartphone-Anbieter Huawei Daten wie zum Beispiel Kontaktlisten erhalten habe, die dann unter anderem für Freundschaftsvorschläge genutzt worden seien. Datenpartnerschaften, wie es die New York Times nennt, wären schon sehr früh aufgebaut worden, als das Unternehmen noch in den Kinderschuhen steckte. 

Trotz Richtlinien Zugang auf Daten

Insgesamt profitierten wohl mehr als 150 Unternehmen – die meisten davon Tech-Unternehmen, darunter Online-Händler und Unterhaltungs-Websites, aber auch Automobilhersteller und Medienunternehmen. Dokumente sowie Interviews mit mehr als 60 ehemaligen Mitarbeitern von Facebook und Geschäftspartnern zeigen, dass Facebook trotz Richtlinien bestimmten Unternehmen den Zugriff auf Daten erlaubte. So wirft die New York Times die Frage auf, ob Facebook gegen eine Einwilligungsvereinbarung mit der Federal Trade Commission aus dem Jahr 2011 verstoßen habe, die das soziale Netzwerk daran hindern soll, Nutzerdaten ohne ausdrückliche Erlaubnis zu teilen.

Das Online-Netzwerk sieht allerdings keine Verletzung der Datenschutz-Vorgaben: Die Nutzer hätten einfach auf der Plattform der Partner-Firma den Zugang zu ihren Facebook-Daten gehabt. Kritiker argumentieren, dass dabei Daten zum Beispiel Informationen von Freunden ohne deren Zustimmung weitergegeben worden seien. Zugleich bestätigte Facebook, dass die entsprechenden Schnittstellen zum Teil noch 2017 verfügbar gewesen seien, obwohl der Datenzugang eigentlich 2014 eingestellt wurde. Das hätte nicht passieren dürfen, räumte der zuständige Manager Konstantinos Papamiltiadis ein. Das Statement von Facebook im eigenen Blog sagt klar: „Keine dieser Partnerschaften oder Funktionen ermöglichte es Unternehmen, ohne Zustimmung der Menschen auf Informationen zuzugreifen, und verstieß auch nicht gegen unsere Einigung mit der FTC aus dem Jahr 2012.“

(dpa/Lig)

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