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Oscars 2019: Wie Marken versuchen, im Glanz des Goldjungen zu strahlen

© © Foto: Chris Pizzello/Invision/dpa

In der Nacht von Sonntag auf Montag ist es wieder so weit: Zum 91. Mal werden die Oscars verliehen. Der wichtigste Preis der Filmindustrie elektrisiert Hollywood-Fans rund um den Globus. Verständlich, dass die Werbebranche entsprechend alles daransetzt, um vom Glamour des Mega-Events zu profitieren – von millionenschweren Hochglanzspots bis zu den berühmten Goodie Bags der Stars.

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Man kann es den Super Bowl der Unterhaltungsbranche nennen: die Oscars. Hunderte Millionen Zuschauer rund um den Globus dürften zwischen Sonntag und Montag wieder einschalten, wenn die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) in 24 Kategorien den begehrten Goldjungen vergibt.

Es könnte eine der denkwürdigeren Oscar-Verleihungen werden – nicht nur, weil ein Hauptmoderator fehlt. Mit “Roma” befindet sich Streaming-Pionier Netflix erstmals in einer Mit-Favoritenrolle. Das mexikanische Filmdrama von Alfonso Cuarón wurde gleich zehnmal für den Oscar nominiert und könnte erstmals einem Internet-Unternehmen die begehrte Auszeichnung als Film des Jahres bescheren.

Marketing-Kampagne für Roma übertrifft Produktionskosten

Für CEO Reed Hastings könnte nach dem kommerziellen Erfolg, der Netflix mit einem Börsenwert von inzwischen 160 Milliarden Dollar zum zeitweise wertvollsten Medienkonzern der Welt gemacht hat, nun der künstlerische Ritterschlag Hollywoods folgen.

Auch beim Arthouse-Film “Roma”, der lediglich 15 Millionen Dollar gekostet haben soll, ging Netflix nach dem Erfolgsprinzip maximaler Marketingpower vor: Wie das Wirtschaftsmagazin Fast Company berichtet, hat das 21 Jahre alte US-Unternehmen mehr als 25 Millionen Dollar in seine Oscar-Kampagne investiert – fast doppelt so viel also wie die Produktionskosten des Films.

2,3 Millionen Dollar für einen 30-Sekunden-Spot

Während es für die Filmindustrie um alles geht, wenn “Roma” mit den anderen Hauptnominierten  wie “A Star is Born”, “The Favorite” oder “Black Panther” um die Oscars wetteifert, versucht die werbetreibende Branche mit maximalem Einsatz von Glanz und Gloria Hollywoods zu profitieren.

Für stolze 133 Millionen Dollar wurde im vergangenen Jahr Fernsehwerbung rund um das von ABC übertragene Großereignis geschaltet, bei dem sich 2018 überraschend der Fantasyfilm “The Shape of Water” durchsetzte.

2,3 Millionen Dollar sind in diesem Jahr bereits für einen 30-Sekunden-Spot fällig: Das ist weniger als halb soviel wie beim Super Bowl, aber fast doppelt so viel wie für das gleiche Anzeigenformat bei den Grammys. ABC-Mutter Disney gab Anfang der Woche bekannt, alle Werbeplätze verkauft zu haben.

Gleich sechs Mal blättert die Summe der amerikanische Mobilfunkriese Verizon hin, der anlässlich der Oscars seine neue Kampagne “Real Good Reasons” startet, in der echte Kunden erzählen, wie sie vom größten Mobilfunkbetreiber der USA profitiert haben.

Auf Hollywood-Glamour setzt dagegen der amerikanische Bierbrauer Budweiser, der Oscar-Preisträgerin Charlize Theron (“Monster”) in seinem 60-Sekünder mit einem Bud in der Hand zu den Klängen von Run DMC (“It’s tricky”) im “Atomic Blonde”-Stil eine Bar aufmischen lässt – und das erste Mal seit 2005 wieder wirbt.

Ganze vier Minuten Werbezeit hat unterdessen General Motors für seine Traditionsmarke Cadillac zum Start der Kampagne “Rise” investiert, in der Grammy-Gewinner Childish Gambino als Testimonial auftritt.

Goodie Bag: Das 100.000 Dollar-Geschenk für Promis

Doch es geht auch eine Ebene tiefer. Alljährlich werden die 1600 geladenen Gäste im Vorfeld der Preisverleihung mit einer Geschenktüte im Wert von über 100.000 Dollar ausgestattet. Die Goodie Bags sind weniger als verspätete Weihnachtsgeschenke für die Bestverdiener Hollywoods zu verstehen denn vielmehr als virale Werbewette.

Zeigen sich die Stars mit einer Halskette oder anderen Accessoires, gleicht die erzielte Werbewirkung vor einem Millionenpublikum – ganz gleich ob am Rande der Preisverleihung und in den sozialen Medien – einem Jackpot im Lotto. In diesem Jahr soll sich neben diversen Luxusreisen bizarrerweise auch eine Emoji-Klobürste im Goodie Bag befinden…

Update, 25. Februar 11.35 Uhr: 

“Bester Regisseur” wurde Alfonso Cuarón mit dem Netflix-Film “Roma”.  Nominiert waren unter anderem Giorgos Lanthimos für “The Favourite – Intrigen und Irrsinn” und Adam McKay für “Vice – Der zweite Mann”. Auch der Oscar für das beste nicht-englischsprachige Werk ging an “Roma”, ebenso wie der Oscar für die beste Kamera. Cuarón gewann damit erstmals sowohl den Oscar als bester Regisseur und für die beste Kamera. “Green Book – Eine besondere Freundschaft” erhielt den Oscar als bester Film.

Die gesamte Siegerliste sehen Sie hier.

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